Schluckauf

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Bei einem Schluckauf oder Hicksen kommt es zu einer krampfartigen Zusammenziehung des Zwerchfells, die im Verlauf die Stimmritz plötzlich verschließt. Die typischen Schluckauf-Geräusche entstehen dann durch die Blockierung der einströmenden Luft. Nur chronischer, also ständig wiederkehrender Schluckauf bedarf der ärztlichen Untersuchung. Gelegentlich auftretender Schluckauf ist ungefährlich und verschwindet meist rasch von allein.

Inhaltsverzeichnis

Definition Schluckauf

Wer kennt es nicht, das plötzlich Hicksen, das landläufig als Schluckauf bezeichnet wird. Als Definition eines Schluckaufs gilt, dass es sich um eine plötzliche und reflexbedingte Kontraktion des Zwerchfells handelt. Durch die plötzlich auftretende Kontraktion wird die Einatmung schlagartig und sekundenlang unterbrochen. Der dafür verantwortliche Stimmlippenverschluss ist die eigentliche Ursache für das anschließend zu vernehmende Geräusch.

Nicht nur der Mensch kann einen Schluckauf haben, sondern auch Tiere. Ein Schluckauf hat sogar eine Aufgabe, nämlich durch blitzartiges Zusammenziehen der Atemmuskulatur die Lunge vor dem Eindringen von Flüssigkeiten zu schütten. Dies gilt vor allem bei Embryos und Babys, bei denen der Kehlkopf noch nicht voll ausgebildet ist.

Ursachen für Schluckauf

Ein Schluckauf kann aus einer Reihe von Ursachen heraus entstehen. Er dient einerseits als Schutzmechanismus der Lunge - wie oben beschrieben - aber auch als Würgereflex. Auslöser eines Schluckaufs können Speisereste oder Fremdkörper in der Speiseröhre sein. Auch hastiges Essen und Trinken, kalte Getränke oder zu viel Kohlensäure in einem Getränk können Schluckauf auslösen.

Man kann den Schluckauf unter bestimmten Umständen aber auch mit einer Störung im Zentralnervensystem in Verbindung bringen. Nach einem Schädel-Hirn-Trauma, bei Hirnblutungen und Subarachnoidalblutungen, bestimmten Hirntumoren oder Enzephalitis kann Schluckauf das erste Symptom sein. Auch Störungen oder Verletzungen im Verlauf des Nervus phrenicus bzw. am Zwerchfell können einen Schluckauf auslösen.

Sollte ein Schluckauf über Stunden oder Tage hinweg bestehen und nicht von alleine oder durch bestimmte Hilfstechniken weggehen, sollte man einen Arzt konsultieren. Das Gleiche gilt, wenn neben dem Schluckauf noch andere Beschwerden bestehen, die in Zusammenhang gebracht werden können. Dies wäre beispielsweise der Fall, wenn man Schmerzen in Zwerchfellhöhe hat. Entzündungen am Zwerchfell oder Reizungen der Bauchspeicheldrüse können Schluckauf ebenso auslösen wie dort angesiedelte Abszesse, Operationen im Oberbauch, Narbengewebe oder ein Tumor in dieser Region.

Chronischer Schluckauf kommt relativ selten vor. Er kann durchaus mehrere Jahre lang bestehen und den Betroffenen stark beeinträchtigen. Bekannt wurde ein Patient, der von 1922 bis 1990 chronischen Schluckauf hatte. Interessanterweise sind fast ausschließlich Männer davon betroffen. An der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg finden Patienten, die an chronischem Schluckauf leiden, Hilfe.

Behandlung von Schluckauf

In der Regel muss ein Schluckauf nicht behandelt werden, da er bereits nach kurzer Zeit (ca. 5 Minuten bis 30 Minuten) wieder von allein verschwindet. Außerdem stellt der Schluckauf meist keine gesundheitliche Beeinträchtigung dar, sodass eine Behandlung durch einen Arzt keine nennenswerte Verbesserung bringen wird.

Viele Menschen kennen jedoch auch zahlreiche Tips und Tricks, mit denen man einen Schluckauf behandeln kann. Die medizinische Wirksamkeit ist allerdings umstritten, aber oft hilft es scheinbar dennoch. Man kann die Luft anhalten, jemanden küssen, ein Glas Wasser verkehrt herum trinken oder einfach mehrmals tief durchatmen.

In der medizinischen Fachliteratur sind gar Therapien mit pharmakologischen Mitteln wie Cannabis beschrieben. Auch die rektale Fingermasage soll bei Schluckauf helfen. Neben der nasalen Anwendung von Essig, behandelt man hartnäckigen Schluckauf mit Neuroleptika bzw. Sedativa, früher auch mit Diazepam. Ansonsten kommen gelegentlich Prokinetika, Protonenpumpenhemmer oder Sympathomimetika zur Anwendung. Die Behandlung des Schluckaufs muss auf die festgestellte Ursache abgestimmt werden.

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Vorbeugung von Schluckauf

Vorbeugend kann man gegen den Schluckauf nicht allzu viel tun. Man kann sich jedoch angewöhnen, nicht hastig zu essen, keine kalten Getränke herunter zu stürzen oder mit vollem Mund zu sprechen. Hilfreich soll bei Schluckauf auch sein, nicht während des Essens zu trinken. Während des Sprechens nicht herunterzuschlucken, lautet ein anderer Rat gegen Schluckauf.

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