Polymyositis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. August 2017
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Die Polymyositis ist ein Krankheitsbild, welches nicht allzu häufig vorkommt. Laut statistischer Erhebungen leiden etwa 80 von 100.000 Menschen unter dieser Erkrankung. Von den Frauen sind etwa doppelt oder dreifach so viele Patientinnen betroffen, als dies bei den Männern der Fall ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Polymyositis?

Um die Polymyositis zu definieren, ist es vorteilhaft, die einzelnen Bestandteile des Begriffes zu betrachten. Unter dem Wortteil Poly- wird die Bezeichnung vielfach, viel verstanden. Der Part Myo- benennt den Muskel.

Die griechische Endung -itis weist immer auf einen entzündlichen Prozess hin. Bei der Polymyositis geht es somit um eine Entzündung, welche verschiedene Muskeln des Körpers betrifft. In der Medizin wird die Polymyositis als sogenannte Kollagenose kategorisiert. In diesem Zusammenhang gehört die Polymyositis zu den rheumatischen Krankheiten, welche durch einen chronischen Verlauf gekennzeichnet sind.

Bei der Polymyositis sind vorrangig die Muskelfasern und die Bindegewebe von entzündlichen Beeinträchtigungen betroffen. Die Polymyositis verläuft bei meisten Betroffenen in Schüben, sodass auch akute Krankheitszeichen auftreten können.

Ursachen

Bei der Findung der ursächlichen Auslöser für die Polymyositis ist es bislang noch nicht möglich gewesen, diese eindeutig festzustellen. Angenommen wird, dass die Polymositis als Autoimmunkrankheit durch eine Zerstörung von Muskelzellen durch die körpereigene Immunabwehr begünstigt wird.

Grundsätzlich gehören erbliche Ursachen nicht zu den Faktoren, welche zu einer Polymyositis führen. Bei der Polymyositis können ebenfalls spezielle Viren oder bereits bestehende Erkrankungen aus dem chronisch-rheumatischen oder kollagenen Kreis als Ursache in Frage kommen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der klinische Verlauf einer Polymyositis ist dadurch gekennzeichnet, dass sich schmerzhafte Auffälligkeiten ergeben, die einem Muskelkater ähnlich sind. Patienten, die unter einer Polymyositis leiden, zeigen zudem Symptome wie Erschöpfung und Kraftlosigkeit, eine Abnahme der Muskelmasse sowie meist eine sogenannte Dermatomyositis.

Diese geht als klassische Begleiterkrankung der Polymyositis meist mit Einlagerungen von Wasser in die Haut sowie mit Erythemen (dunkelroten bis lilafarbigen Hautverfärbungen), Papeln und Hauterosionen einher. Die Polymyositis kann bei akutem Verlauf zu einem Funktionsverlust der Lungenmuskulatur, einem Schock und sogar zum letalen Ausgang führen. Eindeutig erhöhte Werte ergeben sich bei der Polymyositis bei der Bestimmung der Kreatinkinase, einem Enzym, welches für den Abbau von Muskeleiweiß benötigt wird.

Bei der Diagnostik der Polymyositis ist es wichtig, sowohl Laborwerte in Hinsicht auf die Bestimmung der körpereigenen Antikörper, eine quantitative Testung der sogenannten Muskelenzyme und spezieller Muskeleiweiße anzustreben. Darüber hinaus kommt es bei der Differentialdiagnostik der Polymyositis darauf an, die Beschwerden der Patientinnen und Patienten genau festzuhalten und eine visuelle Begutachtung durchzuführen.

Zu den zentralen Hinweisen, welche bei der Diagnostik der Polymyositis eine enorme Relevanz besitzen, gehören die auftretenden Raynaud-Phänomene, die vorrangig an den Händen zu beobachten sind. Als weiteres diagnostisches Verfahren bei der Polymyositis empfiehlt sich die Elektromyografie.

Komplikationen

Die Polymyositis zeichnet sich durch eine Reihe verschiedener Beschwerden beim Patienten aus. In der Regel leiden die Betroffenen dabei an einem dauerhaften Muskelkater und auch an einer Muskelschwäche. Dadurch sind anstrengende körperliche Tätigkeiten und auch gewisse Sportarten für den Betroffenen nicht mehr ohne weiteres möglich. Auch Fieber und Gelenkschmerzen treten dabei nicht selten auf und verringern weiterhin die Lebensqualität des Betroffenen enorm.

Die Patienten können auch an Schluckbeschwerden leiden, sodass die Einnahme von Nahrung gestört sein kann. Dabei kann es zu einem Gewichtsverlust oder zu verschiedenen Mangelerscheinungen kommen. Auch die Haut kann von dieser Krankheit betroffen sein, sodass die Patienten an Rötungen oder an einer schuppigen Haut leiden. In einigen Fällen kann es dadurch zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu Depressionen und anderen psychischen Verstimmungen kommen.

In der Regel schämen sich die Patienten dabei auch für diese Beschwerden. Die Behandlung der Polymyositis erfolgt mit Hilfe von Medikamenten. Dabei kommt es in der Regel nicht zu weiteren Komplikationen oder anderen Beschwerden. Meistens sind die Patienten allerdings auf eine langwierige Therapie angewiesen. Die Lebenserwartung der Betroffenen wird durch diese Krankheit in der Regel nicht beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Im Rahmen der Therapie der Polymyositis stützen sich die Mediziner und Patienten auf den Einsatz besonders hochwertiger Arzneistoffe. Im Mittelpunkt der medikamentösen Behandlung stehen in diesem Bezug die hohe Dosierungen der steroidalen Arzneimittel, welche zur Hemmung von entzündlichen Schüben verordnet werden.

In der Kombination mit diesen steriodalen Entzündungshemmern wie beispielsweise Prednison, werden gegen die Polymyositis zusätzlich die als Immunsuppressiva bezeichneten Wirkstoffe eingenommen. Sprechen die Betroffenen auf diese Medikamente nicht an und schreitet der Abbau der Muskulatur weiter fort, hat sich die infusionsgestützte Verabreichung von Immunglobulinen (spezielle Eiweißkörper) bewährt.

Diese trägt außerdem dazu bei, die anderen Dosierungen der Medikamente zu verringern. Dies ist insbesondere in Anbetracht der sehr unangenehmen Nebenwirkungen von Prednison bei der Polmyositis günstig.

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Vorbeugung

Es gibt gegen die Polymyositis keine effektive Prophylaxe. Da eine Autoimmunerkrankung, wie es die Polymyositis ist, von noch nicht genau erkannten körpereigenen Faktoren ausgeht, ist eine Einflussnahme auf diese Prozesse nicht gegeben.

Die Wirksamkeit eines gezielten Schutzes gegen die üblichen krankheitserregenden Mikroorganismen wie Bakterien, Viren oder Parasiten kann in Hinsicht auf die Entstehung einer Polymyositis nicht nachgewiesen werden. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, sinnvolle präventive Maßnahmen gegen die Polymyositis einzuleiten.

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Quellen

  • Braun, J., Dormann, A .J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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