Pneumonitis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Die Pneumonitis ist eine Lungenerkrankung, die oft sehr spät erkannt wird. Die Auslöser dieser Krankheit werden nicht durch eine Infektion ausgelöst. Mehrere Ursachen für eine Erkrankung an Pneumonitis können zusammenspielen und auch die Folge anderer Krankheiten sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pneumonitis?

Eine Pneumonitis ist eine Entzündung im Lungengewebe. Häufig wird die Pneumonitis mit der Pneumonie, der klassischen Lungenentzündung, verwechselt. Bei einer Pneumonitis sind die Auslöser nicht Bakterien oder Pilze, sondern pneumotoxische Einflüsse. Das sind giftartige Einwirkungen auf die Lunge. Es kommt zu chronischen Entzündungen im Lungengewebe und einer Vernarbung der Lungenbläschen. Ein normaler Sauerstofftransport über das Blut ist nicht mehr möglich.

Ursachen

Zu den Ursachen, die Pneumonitis auslösen, zählen zum Beispiel Medikamente. Noxen ist ein Stoff, der eine schädigende und krankheitserregende Wirkung auf den menschlichen Organismus ausübt. Vor allem Medikamente, die während einer Chemotherapie eingenommen werden und dem Körper zugeführt werden müssen, fallen in diese Kategorie. Auch als Nebenerscheinung bei einer Strahlentherapie kann in den bestrahlten Gebieten eine Pneumonitis ausgelöst werden.

Beim Einatmen chemischer Substanzen, bei Gasen und giftigem Rauch kann ebenfalls eine Pneumonitis entstehen. Ausgelöst wird eine Pneumonitis ebenfalls durch eine exogene allergische Alveolitis. Es handelt sich um eine allergisch bedingte Entzündung der Alveolen (strukturelle Elemente in der Lunge, in denen der Gasaustausch erfolgt). Aufgenommen werden Stoffe wie zum Beispiel Feinstaub durch Inhalation. Pneumonitis kann in seltenen Fällen auch als Folge der Erkrankung Toxoplasmose auftreten.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die ersten Symptome, die bei einer Pneumonitis auftreten, sind trockener Reizhusten und Atemnot. In einigen Fällen steigt auch die Körpertemperatur stark an und der Betroffenen leidet unter Fieber. Eine Verschlechterung des Allgemeinbefindens und ein typisches Krankheitsgefühl werden bei den Patienten beobachtet. Nach einer Strahlenbehandlung können diese Symptome vier bis zwölf Wochen, sogar noch mehreren Monaten nach der Therapie, auftreten.

Bei den modern eingesetzten Techniken sind die Erkrankungen einer Pneumonitis deutlich zurückgegangen. Der Schweregrad der auftretenden Symptome hängt von der Kompensationsleistung des mit geringer Dosis bestrahlten Lungenvolumens ab. Durch sogenannte Superinfektionen werden die Symptome verstärkt. In besonders schwerwiegenden Fällen kann das ARDS, ein akutes respiratorisches Distress-Syndrom, auftreten.

Hierbei handelt es sich um eine massive entzündliche Reaktion der menschlichen Lunge auf unterschiedliche Faktoren, die Schäden im Gewebe anrichten. Infolge der Drucksteigerung im Lungenkreislauf kann es ebenfalls zu einem Cor pulmonale kommen, das bedeutet, das Herz wird stark von einem Druck belastet. Das respiratorische Distress-Syndrom und das Cor pulmonale können bis zum Tod führen.

Nach mehreren Wochen klingt die Pneumonitis meist selbstständig wieder ab. Die Folge einer Pneumonitis kann eine irreversible Fibrose des Lungenvolumens, welches einer Bestrahlung ausgesetzt wurde, sein. Eine dauerhafte Lungenfunktionsstörung kann auftreten.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um eine Pneumonitis zu diagnostizieren, wird eine Thoraxuntersuchung durchgeführt. Erst nach vier bis acht Wochen nach der Therapie sind in den Röntgenaufnahmen milchglasige Trübungen im Lungengewebe ersichtlich. Um sich ein besseres Bild der Lunge machen zu können, folgt auf ein Röntgen eine Computertomografie, die hochauflösende Bilder der Lunge zeigt.

Lungenfunktionstest zeigen ebenfalls erste Anzeichen auf eine mögliche Erkrankung. Der Patient atmet Luft ein und muss diese in einer spezifischen Zeitspanne wieder ausatmen. Der Arzt kann dadurch messen, wie effizient die Lungen arbeiten. Zur Hilfe dient dabei oft ein Oximeter, das kann bewerten, wie viel Sauerstoff sich im Blutkreislauf befindet. Hierbei wird am Finger ein Clip befestigt. Diese Methode ist vollkommen schmerzfrei für den Patienten.

Wird eine Bronchoskopie durchgeführt, so handelt es sich um eine Lungenspiegelung. Über die Luftröhre wird bis in die Hauptbronchien ein Endoskop eingeführt. So kann auch eine Gewebeprobe von der Lunge entnommen werden.


Komplikationen

Aufrgund der Pneumonitis leiden die Betroffenen an verschiedenen Beschwerden der Atmung. Dabei kommt es in der Regel zu einer Atemnot und zu einem starken Husten. Dadurch ist auch eine Unterversorgung mit Sauerstoff möglich, sodass der Betroffene abgeschlagen und müde wirkt. Auch die inneren Organe können durch diese Unterversorgung irreversibel geschädigt werden.

Fieber und als auch ein allgemeines Krankheitsgefühl können krankheitsbedingt auftreten und sich sehr negativ auf den Alltag des Patienten auswirken. Weiterhin sind anstrengende Tätigkeiten oder körperliche Belastungen und Sportarten für den Betroffenen in der Regel nicht mehr möglich. In der Regel kann die Pneumonitis mit Hilfe von Medikamenten behandelt werden.

Auch bei einer Lungenentzündung ist eine Behandlung mit Antibiotika notwendig. Sollte der Betroffene an schwerwiegenden Atembeschwerden leiden, so ist eine Therapie mit Sauerstoff notwendig. In einigen Fällen kann die Pneumonitis auch zu psychischen Beschwerden oder zu schweren Depressionen führen. Ob es bei der Behandlung der Pneumonitis zu einer vollständigen Heilung kommt, kann nicht universell vorausgesagt werden. Möglicherweise wird auch die Lebenserwartung des Patienten verringert.

Behandlung & Therapie

Bei einer chemisch herbeigeführten Pneumonitis wird geraten, die Behandlung mit einer Strahlentherapie auszusetzen, um den Körper von chemischen Bestandteilen weitegehend zu befreien. Das soll die Symptome lindern und zur Besserung beitragen. In einigen Fällen der Pneumonitis werden weitere Methoden angewendet, um eine Heilung der Entzündung herbeizuführen.

Die Zuführung von Corticosteroide bewirkt eine Unterdrückung des Immunsystems. Das bewirkt eine Reduktion der Entzündung in der Lunge. Corticosteroide werden in Form von Tabletten eingenommen. Eine Einnahme über einen längeren Zeitraum kann das Risiko an Infektion zu erkranken, erhöhen, da die Leistung des Immunsystems eingeschränkt wird. Die Einnahme wird auch mit dem Ausbruch der Knochenkrankheit Osteoporose in Verbindung gebracht.

Eine Sauerstofftherapie ist zusätzlich notwendig, wenn der Patient unter schweren Atemproblemen leidet. Sammelt sich Wasser in den Lungen, so ist die Atmung stark eingeschränkt. Sauerstoff muss über eine Sauerstoffmaske oder in Folge einer Intubation in den Organismus aufgenommen werden. Viele Erkrankte benötigen eine dauerhafte Sauerstofftherapie. Um die Luftwege offen zu halten, werden vor allem bei tumorbedingten Verengungen zusätzlich Stents einsetzt, die die Wände zwischen der Luftröhre und den Bronchien auseinanderhalten.

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Vorbeugung

Um eine Veränderung im Lungengewebe während einer Strahlentherapie schnell zu erkennen, sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Im Einzelfall wird eine erweiterte Diagnostik veranlasst, um den Schweregrad zu beurteilen. So kann eine frühzeitige Dosisreduktion oder ein Therapiewechsel das Risiko an einer Erkrankung an Pneumonitis eindämmen und Spätschäden vermindern. Wird die Behandlung weitergeführt, besteht aber immer das Risiko, an Pneumonitis zu erkranken.

Bücher über Lungenentzündung

Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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