Corticosteroide

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2016
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Corticosteroide, oder auch Kortikoide oder Steroidhormone sind körpereigene Hormone. Ein Ungleichgewicht in Form eines Mangels oder auch einer Überproduktion kann schwerwiegende Folgen für den menschlichen Organismus haben.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Corticosteroide?

Corticosteroide werden in der Nebennierenrinde produziert und sind körpereigene Hormone. Sie sind eine von ca. 50 Gruppen der in Nebennierenrinde gebildeten Steroidhormonen.

Die ständige Produktion ist für den Körper lebensnotwendig. Seit ca. 40 Jahren werden beispielsweise das wichtige Kortison sowie kortisonähnliche Substanzen künstlich hergestellt. Sie sind hormonähnlich und weisen eine weitaus stärkere Wirkung auf als durch den Körper produzierte Corticosteroide.

Das wohl bekannteste Corticosteroid ist das Kortison. Es reguliert im Körper zahlreiche Stoffwechselvorgänge. Künstlich hergestellt, galt es lange als „Wunderarznei“ gegen sämtliche Krankheiten. Heute weiß man um seine Wirkungen, aber auch Nebenwirkungen und setzt Kortison weitaus vorsichtiger ein.

Medizinische Anwendung, Wirkung & Gebrauch

Corticosteroide werden unter anderem zur Behandlung von Asthma, Ekzemen, Epilepsien, Neurodermitis, rheumatischen Erkrankungen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, bestimmten Chemotherapien sowie bei verschiedensten Hauterkrankungen (z.B. Schuppenflechte) eingesetzt.

Vor allem die Glucocorticoide zeigen bei Immunerkrankungen und Notfallsituationen eine erhebliche Wirkung. Vor allem bei therapeutischen Anwendungen spielen sie eine große Rolle. So kann bei der Einnahme eine Blockade gegen entzündliche Vorgängen aufgebaut werden. Zusätzlich unterdrücken sie die Bildung von Bindegewebe und stabilisieren den Kreislauf im Falle eines Schocks. Im Körper regen sie die Produktion von Magensäure an und wirken auf das Immunsystem.

Natürliche Corticosteroide sind, gegenüber den künstlich hergestellten Corticosteroiden, weitaus schwächer. Bei gleicher Arzneimittelkonzentration binden sie sich zudem leichter an Rezeptoren. Corticosteroide haben zudem eine antientzündliche, antiallergische und immunsuppressive Wirkung. Bei der Gabe von Corticosteroiden, insbesondere Glucocorticoide, ist größte Achtsamkeit geboten. Aufgrund ihrer hohen Wirksamkeit, sollte eine Einnahme nur nach sorgfältiger Prüfung, möglichst niedriger Dosis und über kurze Zeit gegeben werden.

Ist eine Langzeitbehandlung mit Corticosteroiden notwendig, muss die Dosis sowie die exakte Einnahme unbedingt eingehalten werden. Patienten sollten weder die Dosis verändern noch die Therapie eigenmächtig abbrechen. Dies kann zu einem akuten Rückfall führen. Die Anwendung von Corticosteroiden kann in Form von Tabletten, Infusionen und Spritzen sowie Salben, Cremes und Sprays erfolgen.

Hauterkrankungen werden mit Salben oder Cremes behandelt. Bei entzündlichen Erkrankungen wie Gefäßentzündungen, Immunkrankheiten, Asthma oder Krebs erfolgt die Therapie durch Verabreichung des Medikaments.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Corticosteroide

Corticosteroide werden in der Nebennierenrinde produziert und sind körpereigene Hormone.

Corticosteroide werden in drei Gruppen eingeteilt. Entscheidend für die Einteilung sind ihre biologische Wirkung und der Bildungsort. Unterschieden wird in Mineralcorticoide (z.B. Aldosteron), welche ebenfalls in der Nebennierenrinde gebildet werden und den Kalium-Natrium Haushalt und somit den Wassergehalt des Körpers regeln, Glucocorticoide (z.B. Cortison) und Steroidhormone (Androgen und Östrogen).

Glucocorticoide erfüllen wichtige Aufgaben im Glucose-, Lipid- und Proteinstoffwechsel. Ein Mangel kann zu einer glucocorticoidinduzierten Osteoporose führen. Aus diesem Grund ist bei der Einnahme auf einen vermehrte Zufuhr mit Vitamin D, Vitamin C und K, sowie Magnesium und Zink zu achten. Vor allem der Bedarf an Vitamin D und C, wird durch die Gabe von Glucocorticoiden stark erhöht. Omega-3- Fettsäuren hingegen können den Bedarf an Glucocorticoiden senken. Dies sollte grundsätzlich in Verbindung mit einer speziell abgestimmten Ernährung erfolgen.

Ausgangsstoff aller Corticosteroide ist Cholesterin. Zu den synthetischen Corticosteroide gehört unter anderem Prednison und Prednisonol. Corticosteroide werden in der Leber umgewandelt und anschließend über den Urin und die Gallenflüssigkeit ausgeschieden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Vor allem bei längerer, wie auch einer zu hohen Dosis, kann es zu Nebenwirkungen kommen. Werden dem Körper künstliche Corticosteroide zugeführt, führt dies zu einem Rückgang bzw. der Einstellung der körpereigenen Produktion. Durch den Eingriff in den Glucosestoffwechsel kann es zu Veränderungen des Fettstoffwechsels (Stammfettsucht, Mondgesicht) kommen.

Nicht selten treten zudem Geschwüre im Magen-Darm- Bereich sowie Wundheilungsstörungen auf. Ein großes Risiko besteht für zentralnervöse Funktionen. So kann es unter Umständen zu einer Drucksteigerung oder Linsentrübung des Auges kommen. Mit Bedacht eingesetzt und bei regelmäßiger Kontrolle, steht einer längeren Einnahme von Kortison sowie anderen Corticosteroide nichts im Wege.

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