Sauerstofftherapie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. September 2017
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Die Sauerstofftherapie kann in verschiedenen Formen durchgeführt werden. Dabei zielen alle Behandlungskonzepte auf die ausreichende Sauerstoffversorgung eines Patienten ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Sauerstofftherapie?

Im Rahmen einer nach ärztlicher Anordnung erfolgenden Sauerstofftherapie wird dem Organismus auf verschiedene Weise zusätzlicher Sauerstoff zugeführt.

Dabei ersetzt eine Sauerstofftherapie nicht etwa die natürliche Atmung, sondern steigert die Sauerstoffversorgung eines Patienten. In der Regel eignet sich die Sauerstofftherapie für die Behandlung von Personen, deren Zellen nur eingeschränkt mit Sauerstoff versorgt werden. Je nach dem Gesundheitszustand eines Betroffenen unterscheiden sich die Formen einer medizinisch sinnvollen Sauerstofftherapie - zu differenzieren ist hier beispielsweise zwischen einer Langzeit- oder einer sogenannten Mehrschrittbehandlung.

Während ein Patient im Zuge einer Langzeit-Sauerstofftherapie in der Regel täglich über ca. 16 - 24 Stunden mit Sauerstoff versorgt wird, umfassen Mehrschrittkonzepte beispielsweise mehrere Therapiesitzungen, die sich über einen jeweiligen Zeitraum von ca. 2 Stunden erstrecken. Eine Verabreichung von Sauerstoff zum Zweck der Sauerstofftherapie kann unter anderem mithilfe von Sauerstoffbrillen, -masken oder -nasensonden erfolgen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Sauerstofftherapie kann bei einer Vielzahl von Beschwerden angewendet werden, die in Folge von Sauerstoffmangel auftreten. Zu den entsprechenden Beschwerden zählen beispielsweise Zustände von Atemnot, ausgeprägte und anhaltende Tagesmüdigkeit und/oder eine Blaufärbung von Haut bzw. Schleimhaut (in der Medizin wird letzteres Phänomen auch als sogenannte Zyanose bezeichnet).

Auch nach verschiedenen operativen Eingriffen kann eine kurzfristige Sauerstofftherapie sinnvoll sein - auf diese Weise kann einer Sauerstoffunterversorgung von Gewebe vorgebeugt werden. Mögliche Faktoren, die den Einsatz einer Sauerstofftherapie erfordern können, sind beispielsweise vorliegende Funktionsstörungen der Lunge, Anämien (ein Mangel an für den Sauerstofftransport verantwortlichen roten Blutkörperchen), Einschränkungen der Atemmuskulatur oder Schockzustände.

Ein Hauptziel der Sauerstofftherapie liegt in einer Anreicherung der eingeatmeten Luft mit Sauerstoff, sodass Letzterer in das arterielle Blut gelangen kann. Damit eine notwendige Sauerstoffgabe den individuellen Erfordernissen angepasst werden kann, wird bei dem betroffenen Patienten im Behandlungsvorfeld in der Regel zunächst eine sogenannte Blutgasanalyse durchgeführt - eine solche Analyse kann Aufschluss über die aktuelle Sauerstoffkonzentration im Blut geben.

Im Rahmen einer nach ärztlicher Anordnung erfolgenden Sauerstofftherapie wird dem Organismus auf verschiedene Weise zusätzlicher Sauerstoff zugeführt.

Erfolgt eine mehrschrittige Sauerstofftherapie, so wird ein Betroffener zuvor meist mit Vitaminen und Substanzen zur Gefäßerweiterung versorgt. Auf diese Weise kann die körpereigene Sauerstoffaufnahme erhöht werden. Auch Bewegungstrainings, die eine Sauerstofftherapie begleiten, dienen dazu, die Fähigkeit des Organismus zur Sauerstoffaufnahme zu stärken. Ebenso wie die Mehrschritt-Sauerstofftherapie wird auch eine Langzeit-Sauerstofftherapie hauptsächlich mithilfe einer Maske oder einer speziellen Sonde durchgeführt.

In seltenen Fällen kann die Sauerstofftherapie außerdem einen Luftröhren-Katheter erfordern. Im häuslichen Umfeld wird der für eine langfristige Sauerstofftherapie benötigte Sauerstoff häufig über Sauerstoffkonzentratoren gewonnen - ein kurzfristiges Verlassen des Hauses ist dabei mithilfe einer zusätzlichen Druckgasflasche möglich. Sehr mobilen Patienten steht zum Zweck der Sauerstofftherapie häufig ein Flüssigsauerstoffsystem zur Verfügung, das über einen transportablen Tank verfügt.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Durchführung einer Sauerstofftherapie kann mit verschiedenen Nebenwirkungen einhergehen. Eine langfristige Sauerstofftherapie führt bei vielen Patienten beispielsweise zu einer Austrocknung der Nasenschleimhäute.

Einer solchen Schleimhautaustrocknung kann etwa mithilfe eines Gasbefeuchters bzw. der Nutzung pflegender Lotionen vorgebeugt werden. Findet eine Sauerstofftherapie nicht unter Einsatz eines Sauerstoff-Luft-Gemisches statt, sondern wird dem Patienten reiner Sauerstoff zugeführt, so können zu lange Therapiesitzungen Beschwerden wie Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit und/oder Erbrechen nach sich ziehen. Daher erfolgt eine entsprechende Sauerstofftherapie unter Einsatz von reinem Sauerstoff in der Regel lediglich in Einrichtungen, die notfallmedizinisch ausgestattet sind.

Um allgemeine Sicherheitsrisiken zu reduzieren, die mit einer Sauerstofftherapie einhergehen können, müssen im Umgang mit Sauerstoffflaschen verschiedene Regeln beachtet werden. So sollte ein Umfallen der Flaschen beispielsweise durch eine angemessene Befestigung verhindert werden. Experten mahnen außerdem dazu, in der Nähe einer Sauerstoffflasche das Rauchen zu unterlassen, denn Sauerstoff kann eine brandbeschleunigende Wirkung entfalten. Zur Sauerstofftherapie genutzte Flaschen sollten lediglich bei geschlossenem Ventil transportiert und vor direkter Wärme- und Sonneneinwirkung geschützt werden.

Nicht zuletzt empfiehlt sich bei Funktionsstörungen einer Sauerstoffflsche das Unterlassen selbstständiger Reparaturversuche.

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Quellen

  • Augustin, M., Schmiedel, V.,: Leitfaden Naturheilkunde, Urban & Fischer, München 2012
  • Federspiel, F., Herbst, V. : Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005
  • Kleist, W.: Sauerstoff. COPD-Deutschland e.V., Duisburg 2013

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