Pankreasinsuffizienz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. September 2017
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Die Pankreasinsuffizienz ist eine Erkrankung, die in der inneren Medizin eine große Rolle spielt. Hinter einer Insuffizienz verbirgt sich immer eine Einschränkung der Funktionstüchtigkeit eines Organs oder eines Organsystems.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pankreasinsuffizienz?

Der Pankreas, die Bauchspeicheldrüse ist, wie es deren Bezeichnung schon aussagt, eine große Drüse, welche eine ganz wichtige Bedeutung im Zusammenhang mit dem Stoffwechsel des Menschen besitzt. In diesem Zusammenhang sind sich die für die Produktion des lebenswichtigen Insulins zuständigen Langerhans´schen Inseln ein Begriff.

Bei einer Pankreasinsuffizienz kommt es im fortschreitenden Verlauf zu einem kompletten Verlust der Funktionsfähigkeit. In diesem Zusammenhang geht es bei der Pankreasinsuffizienz darum, dass die Erzeugung und Ausschüttung von den für die gesunde Verdauung des Menschen wichtigen Enzymen verringert oder komplett eingestellt ist. Auch die Bereitstellung von Hormonen ist bei der Pankreasinsuffizienz klassisch.

Ursachen

Die Pankreasinsuffizienz kann verschiedene Ursachen haben. Diese führen insgesamt dazu, dass eine Schädigung des Drüsengewebes entsteht.

Meist ist eine Pankreasinsuffizienz die Folge einer Vorerkrankung wie einer dauerhaft anhaltenden und ständig wiederkehrenden Entzündung, einer Tumorerkrankung, des Wachstums einer Zyste oder einer Mukoviszidose.

Darüber hinaus kann eine Pankreasinsuffizienz durch Magen-Darm-Erkrankungen, Magengeschwüre, Erkrankungen der Galle und der Gallenwege sowie durch sogenannte Autoimmunerkrankungen hervorgerufen werden.

Die Bauchspeicheldrüse ist ein empfindliches und sehr komplex aufgebautes Organ, welches bei unzureichender oder fehlender Behandlung schwer therapiert werden kann. Kommt es zu einer Pankreasinsuffizienz, kann dies zudem schwerwiegende Ausmaße auf andere Organe haben.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Im Mittelpunkt der Diagnostik bei einer Pankreasinsuffizienz stehen die labortechnischen Tests in Bezug auf verschiedene Enzyme in Harn und Serum sowie Stuhluntersuchungen.

Eindeutige Rückschlüssen auf eine Pankreasinsuffizienz lassen sich durch die Bestimmung des Enzyms Elastase ziehen. Die Laboruntersuchungen werden durch bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen, die Computer- oder Kernspintomografie erweitert. Wichtig ist zudem die Untersuchung des Patienten in Hinsicht auf dessen Befinden.

Neben schmerzhaften Beschwerden treten bei einer Pankreasinsuffizienz extreme Übelkeit und anhaltendes Erbrechen auf. Typisch für eine sogenannte exokrine Pankreasinsuffizienz sind ein heller "Fettstuhl" oder Durchfall. Diese Beschaffenheit des Stuhls basiert bei einer Pankreasinsuffizienz auf einer Störung der Verstoffwechslung von den in der Nahrung enthaltenen Fetten und Eiweißen.

Die auftretenden Schmerzen können in Abhängigkeit von der Art der Pankreasinsuffizienz zu verschiedenen Tagezeiten auftreten und unterschiedlich stark sein. Druckschmerzen im Oberbauch bestehen. Die Patientinnen und Patienten verlieren zudem den Appetit und fühlen sich allgemein unwohl, wenn eine Pankreasinsuffizienz auftritt.

Komplikationen

Da übermäßiger Alkoholkonsum über entzündliche Prozesse die Pankreasinsuffizienz auslösen kann, führt dieser, wenn er nicht sofort beendet wird, zu weiteren Beeinträchtigungen der Bauschspeicheldrüse. Auch therapeutisch lässt sich bei fortgesetztem Alkoholmissbrauch keine Verbesserung erzielen, so dass eine begleitende Alkoholtherapie dringend zu empfehlen ist.

Wird weiterhin Alkohol konsumiert, kommt es regelmäßig zu sehr heftigen Oberbauchschmerzen, Blähungen und Durchfällen; Gewichtsabnahme und Mangelernährung aufgrund der unzureichenden Fettverdauung und zu diabetischen Symptomen wie unerträglichem Durst, häufiges Wasserlassen und Schwindel bis hin zum Koma. Verengungen durch Steine, Pankreaszysten und bösartige Tumore der Pankreas treten gehäuft auf.

Eine gelbliche Färbung der Haut, die Gelbsucht, weist auf das Auftreten von Komplikationen wie unzureichenden Abfluss der Gallenflüssigkeit hin. Dies gilt ebenso für ein Fünftel der Patienten, die die Insuffizienz der Bauchspeicheldrüse aufgrund eines genetischen Defektes oder aus nicht erkennbaren Ursachen heraus bekommen haben. Lebenslanger Alkoholverzicht ist für alle Pankreas-Patienten unabdingbar.

Die Pankreasinsuffizienz ist nicht heilbar, sie führt meistens zu lebenslangen Verdauungsstörungen und zu einem insulinpflichtigen Diabetes. Komplikationen können auch bei Einhaltung der therapeutischen Anweisungen auftreten, sind in diesem Fall aber deutlich seltener.

Behandlung & Therapie

Da es sowohl die endo- als auch die exokrine Form der Pankreasinsuffizienz gibt, werden ebenso variierende Behandlungsmethoden angesetzt. Diese richten sich zudem nach den Auslösern der Erkrankung und dem Ausmaß sowie den bestehenden Beschwerden der Pankreasinsuffizienz.

Grundsätzlich kann eine auftretende Pankreasinsuffizienz nicht nachträglich geheilt werden. Die Basis für die Therapie der Pankreasinsuffizienz, welche die Beschwerden lindern und das Leben mit dieser Erkrankung ermöglich soll, besteht einesteils auf einer gesunden Lebensweise und andererseits auf der Einnahme speziell entwickelter Wirkstoffe. In Bezug auf eine schonende Ernährungsweise bei einer Pankreasinsuffizienz kommt es darauf an, keine alkoholischen Getränke zu sich zu nehmen und eine vitamin- sowie mineralstoffhaltige Zusammenstellung der Nahrungsmittel zu gewährleisten.

Diese Maßnahmen werden meist durch eine diätetische Lebensmittelwahl erweitert, bei der im Rahmen einer Pankreasinsuffizienz überwiegend Diätmargarinen empfohlen werden.

Bei der medikamentösen Therapie geht es bei einer Pankreasinsuffizienz hauptsächlich um die Einnahme von pankreasrelevanten Enzymen zur Unterstützung der Funktion. Die Behandlung auftretender Vor- oder Begleiterkrankungen ist bei einer Pankreasinsuffizienz ebenfalls zu beachten.

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Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen die Pankreasinsuffizienz ist nur indirekt möglich, indem auf schädigende Genussmittel wie Alkohol verzichtet wird und eine ausgewogene Ernährung erfolgt. Bei auftretenden Beschwerden des Magen-Darm-Traktes, der Galle oder des Zwölffingerdarms sowie der Leber sollte ein Facharzt aufgesucht werden, um ein bestehendes Risiko für Folgeerkrankungen der Bauchspeicheldrüse rechtzeitig auszuschalten.

Bei der Einnahme von Medikamenten ist es wichtig, deren Nebenwirkungen in Bezug auf die Gefahr einer Pankreasinsuffizienz zu beachten. Eine andauernde Mangelernährung ist in Hinsicht auf eine Prävention der Pankreasinsuffizienz ebenfalls zu vermeiden.

Bücher über Ernährung bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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