Morbus Sudeck

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. September 2017
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Das komplexe regionale Schmerzsyndrom Morbus Sudeck, auch Complex Regional Pain Syndrome, CRPS I genannt, ist eine seltene Form chronischer Schmerzen, die in der Regel auf ein Arm oder ein Bein wirken. Morbus Sudeck entwickelt sich typischerweise nach Verletzungen, Operationen, Schlaganfällen oder einem Herzinfarkt, wobei der Schmerz in keinem Verhältnis zur Schwere der anfänglichen Krankheitsursache steht.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Morbus Sudeck?

'Morbus Sudeck ist gekennzeichnet durch kontinuierlich brennende und pochende Schmerzen, in der Regel in Arm, Bein, Hand oder Fuß. Die Charakteristika von Morbus Sudeck können sich mit der Zeit verändern und variieren von Person zu Person.

Berührungsempfindlichkeit oder Kälteempfindlichkeit, eine Schwellung des schmerzenden Bereichs, Veränderungen der Hauttemperatur und der Hautfarbe sind nur einige Symptome von Morbus Sudeck. Treten Veränderungen im Haar- und Nagelwachstum, Gelenksteife, Muskelkrämpfe sowie eine verminderte Bewegungsfähigkeit des betroffenen Körperteils auf, ist der Zustand oft irreversibel.

Morbus Sudeck kann durch emotionalen Stress verschlimmert werden. Im Fall konstant starker Schmerzen, die ausschließlich die Gliedmaßen betreffen und unerträglich scheinen, sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Heilungsaussichten von Morbus Sudeck bei rechtzeitiger Diagnose steigen.

Ursachen

Es wird davon ausgegangen, dass Morbus Sudeck aufgrund einer gestörten Interaktion zwischen dem Nervensystem und unangemessenen Entzündungsreaktionen verursacht wird. Morbus Sudeck tritt in zwei Arten mit ähnlichen Anzeichen und Symptomen auf, die jedoch verschiedene Ursachen haben.

Der Morbus Sudeck Typ-1 war früher als sympathisches Reflexdystrophiesyndrom bekannt und tritt nach einer Krankheit oder Verletzung auf, die die Nerven der betroffenen Extremität jedoch nicht direkt beschädigte. Zu diesem Typus gehören mehr als 90 Prozent aller Krankheitsfälle.

Morbus Sudeck Typ-2 (Kausalgie) betrifft eine direkte Verletzung der Nerven. Viele Fälle von Morbus Sudeck treten nach einem starken Trauma, wie Quetschverletzungen, Frakturen oder Amputationen auf. Andere Verletzungen infolge chirurgischer Eingriffe, Herzinfarkte, Infektionen und sogar verstauchter Knöchel können ebenfalls Auslöser der Erkrankung sein.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose von Morbus Sudeck erfolgt durch Erfassung der Historie medizinischer Behandlungen und eine körperliche Untersuchung. Mittels Knochenscan können Knochenveränderungen im Zusammenhang mit Morbus Sudeck diagnostiziert werden.

Dabei wird eine radioaktive Substanz in eine Vene injiziert, die eine Betrachtung der Knochen mit einer speziellen Kamera ermöglicht. Bei Tests des sympathischen Nervensystems wird eine Thermografie der Hauttemperatur zur Untersuchung der Durchblutung der Gliedmaßen durchgeführt oder die Menge abgesonderten Schweißes ermittelt. Abweichende Ergebnisse können auf Morbus Sudeck schließen lassen.

Auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) kann Gewebeveränderungen dokumentieren. Eine gute Vorbereitung auf die ärztliche Anamnese zur Diagnose von Morbus Sudeck ist angeraten. Dazu sollten alle Symptome unter Vermerk des Schweregrades genau lokalisiert und unter Angabe von Zeitdauer sowie Zeitabständen dokumentiert werden.

Komplikationen

In erster Linie leiden die Patienten aufgrund des Morbus Sudeck an chronischen Schmerzen. Dabei kann es im schlimmsten Fall auch zu einem Schlaganfall oder zu einem Herzinfarkt kommen, der für den Patienten auch tödlich verlaufen kann. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird aufgrund des Morbus Sudeck deutlich eingeschränkt und verringert.

Nicht selten leiden die Patienten dabei auch an Schwellungen oder an Hautrötungen. Weiterhin können auch Juckreize auf der Haut auftreten. Die Extremitäten der Betroffenen sind nicht selten warm, zudem kann sich ein Zittern bemerkbar machen. Auch Muskelkrämpfe können dabei auftreten, welche relativ schmerzhaft sind. Ebenso leiden die Patienten nicht selten an Lähmungen und Störungen der Sensibilität, die an unterschiedlichen Bereichen des Körpers auftreten können.

Weiterhin können auch Schmerzen in der Nacht zu deutlichen Schlafbeschwerden und damit zu einer Gereiztheit des Patienten führen. Die Lebensqualität wird aufgrund der Erkrankung deutlich eingeschränkt und verringert. Die Behandlung des Morbus Sudeck findet in der Regel kausal statt und richtet sich nach der Grunderkrankung. Weiterhin sind die Patienten oft auf die Einnahme von Schmerzmitteln angewiesen. Ob es dabei zu einer Verringerung der Lebenserwartung kommt, kann in der Regel nicht im Allgemeinen vorausgesagt werden.

Behandlung & Therapie

Beginnt die Behandlung von Morbus Sudeck frühzeitig, ist eine Verbesserung oder Remission möglich. Oft ist eine individuelle Kombination verschiedener Therapien notwendig. Zur Behandlung der Symptome von Morbus Sudeck ist neben den Therapien die Einnahme von Medikamenten hilfreich.

Lindern einfache Schmerzmittel die Schmerzen nicht mehr, kann die Einnahme opioider Schmerzmittel ratsam sein. Neben thermischen Anwendungen werden bei Morbus Sudeck verschiedene Cremes eingesetzt, um die Überempfindlichkeit zu reduzieren. Mittels physikalischer Therapie werden Schmerzen verringert und die Beweglichkeit gefördert. Chronischer Schmerz kann durch das Anlegen elektrischer Impulse an den Nervenenden (transkutane elektrische Nervenstimulation) oder eine Rückenmarksstimulation gelockert werden.

Wird die Behandlung zu spät begonnen, müssen sich Patienten oft auf ein Leben mit Morbus Sudeck einstellen, was das gesamte Lebensumfeld starken Belastungen aussetzen kann. Um das Leben besser zu bewältigen, helfen Entspannungstechniken wie Biofeedback, mit denen die Betroffene ein besseres Körperbewusstsein entwickeln und sich leichter entspannen können. Die durch Morbus Sudeck verursachten Schmerzen können zunehmend die geistige Gesundheit belasten, hier ist die Begleitung durch einen Therapeuten empfehlenswert.

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Vorbeugung

Verschiedene Studien haben gezeigt, dass das Risiko von Morbus Sudeck reduziert werden kann. Nach einer Handgelenks-Fraktur kann die tägliche Einnahme von Vitamin C-Präparaten die Gefahr einer Erkrankung senken. Eine frühe Mobilisation nach einem Schlaganfall kann ebenfalls das Risiko für Morbus Sudeck mindern.

Bücher über Morbus Sudeck & chronische Schmerzen

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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