Langsamer Puls

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Ein langsamer Puls oder niedriger Puls wird auch als Bradykardie oder verlangsamter Herzschlag bezeichnet. Dabei gilt ein langsamer Puls, wenn der Pulsschlag im normalen Ruhezustand unter 60 Schlägen pro Minute ist. Ein langsamer Puls sollte nicht mit einem niedrigen Blutdruck verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Bradykardie?

Als Bradykardie wird ein zu langsamer Herzschlag bezeichnet. Was zu langsam bedeutet, hängt von den individuellen Gegebenheiten des Einzelnen ab.

Leistungssportler haben zum Teil eine so niedrige Ruhefrequenz, dass diese bei Nichtsportlern als krankhaft anzusehen wäre. Gemeinhin gelten Herzfrequenzen von weniger als 60 Schlägen pro Minute als gering bradykard. Fällt die Herzfrequenz unter 40 Schläge pro Minute, wird sie als stark bradykard angesehen.

Eine Bradykardie von weniger als 30 Schlägen in der Minute gilt als Indikation für eine Herzschrittmacher-Therapie, da hierbei ein hohes Risiko für eine Bewusstlosigkeit besteht. Wechseln sich bradykarde und tachykarde Phasen ab, ist vom Bradykardie-Tachykardie-Syndrom die Rede.

Ursachen

Zunächst muss die Ursache für einen langsamen bzw. niedrigen Puls nicht zwangsweise krankhafter Natur sein. Bei Sportlern liegt durch das regelmäßige Ausdauertraining der Ruhepuls allgemein niedriger und das Herz schlägt langsamer. Ebenso ist der Puls (Herzfrequenz) bei Männern eher langsamer als bei Frauen.

Bei gesunden Menschen ist der Herzschlag durch den Sinusknoten, den körpereigenen Herzschrittmacher, gesteuert. Die Geschwindigkeit des Herzschlages bzw. Pulses, ist von der körperlichen Belastung abhängig.

Normalerweise sinkt die Herzfrequenz nicht unter 50 Herzschläge pro Minute, Ausnahmen findet man bei trainierten Ausdauersportler. Sie können eine Herzfrequenz von 30 Schläge pro Minute im Schlaf haben, was völlig normal sein kann. Es liegt dann eine vom Sinusknoten gesteuerte Bradykardie (Sinusbradykardie) vor.

Krankhafte Ursachen für einen niedrigen Puls bzw. Herzschlag können Störungen der Sinusbradykardie (Erregungsbildung) oder AV-Block (Erregungsleitung) sein. Diese Symptomatik ist dann eng mit den sogenannten Herzrhythmusstörungen verbunden. Auch Medikamente können für einen langsamen Puls verantworlich sein.

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Krankheiten

Diagnose & Verlauf

Als Bradykardie wird ein zu langsamer Herzschlag bezeichnet. Gemeinhin gelten Herzfrequenzen von weniger als 60 Schlägen pro Minute als gering bradykard.

Bei Bradykardie wird sich der Arzt zunächst über die genauen Beschwerden und über die Einnahme von Medikamenten erkundigen. Zur körperlichen Untersuchung gehören eine Pulsmessung und das Abhören der Herztöne (Auskultation).

Durch Laboruntersuchungen können eventuelle Stoffwechselerkrankungen festgestellt werden. Die wichtigsten Diagnosemethoden bilden das EKG sowie ein Belastungstest, mit deren Hilfe sich Herzfrequenz und Herzrhythmus im Ruhe- und im Belastungszustand sowie im Tagesverlauf analysieren lassen.

Weitere Untersuchungsmethoden sind Ultraschalluntersuchungen (Echokardiographie), Herzkatheteruntersuchungen (mit Röntgenstrahlen und Kontrastmitteln) sowie Kardiokernspintomographien, bei denen im Magnetresonanzverfahren eine schichtweise Herzaufnahme erfolgt. Die (z. B. bei Sportlern nicht unbedingt krankhafte) Bradykardie kann wegen verschiedenster möglicher Ursachen sehr unterschiedlich verlaufen.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: R00.1 Bradykardie) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Von einem langsamen Puls wird gesprochen, wenn die Herzfrequenz im normalen Zustand unter 60 Schlägen pro Minute liegt. In der Medizin spricht man in so einem Fall von einer Bradykardie. Eine Bradykardie kann ein Anzeichen für eine Schilddrüsenunterfunktion, Gelbfieber oder einer arteriellen Verschlusskrankheit sein. Vor allem für ältere Menschen, kann ein langsamer Puls eine echte Gefahr darstellen.

Ein langsamer Puls kann außerdem Ursache für ein starkes Schwindelgefühl oder einer Kreislaufschwäche sein. Wer dauerhaft unter einem langsamen Puls leidet, der sollte dringend einen Arzt aufsuchen. Unter Umständen kann ein sehr langsamer Puls auch zu Ohnmachtsanfällen führen. Wer also des öfteren ein ziemlich starkes Schwindelgefühl verbunden mit einem langsamen Puls hat, der sollte sich direkt an einen Fachmann wenden.

Im schlimmsten Fall kann ein langsamer Puls sogar bis zum Tod führen. Wenn explizite Arterien und Venen verdichtet sind, kann der Blutkreislauf nicht mehr richtig fließen. Der Puls verlangsamt sich in dem Fall immer mehr, sodass das Herz seiner Aufgabe nicht mehr gerecht werden kann. Dieser Vorgang setzt sich bis zum Herzstillstand fort. Durch entsprechende Medikamente kann diese Komplikation relativ gut behandelt werden. Generell gilt: Wer unter einem langsamen Puls leidet, der sollte dies in regelmäßigen Abständen von einem Arzt überwachen lassen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein langsamer Puls ist meistens unproblematisch. Ein Arztbesuch empfiehlt sich, wenn der niedrige Blutdruck zu Beschwerden führt. Sollte es zu Schwindel, Erschöpfung und Kopfschmerzen kommen, muss ein Mediziner die Ursachen abklären. Weitere Warnzeichen für ein ernstes Grundleiden sind Sehstörungen (Schwarzwerden vor den Augen), Bewusstseinsstörungen und Ohrensausen sowie kalte Hände und Füße. Sobald der langsame Puls das Wohlbefinden beeinträchtigt oder zu Einschränkungen im Alltag führt, ist eine medizinische Abklärung notwendig.

Ein plötzlicher Blutdruckabfall sollte in der Notfallambulanz abgeklärt werden. Auch regelmäßige Pulsschwankungen und ein langsamer Puls nach der Einnahme von Medikamenten oder einem Unfall sollte medizinisch untersucht werden, um Komplikationen zu vermeiden. Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit in Folge von langsamem Puls bedarf einer notärztlichen Behandlung. Außerdem sollten Erste-Hilfe-Maßnahmen durchgeführt werden, bis der Rettungsdienst eingetroffen ist.

Bei Kindern, älteren Menschen, Schwangeren und anderen Risikogruppen sollten Abweichungen vom Normalpuls generell untersucht werden. Patienten mit einer Vorerkrankung des Herz-Kreislauf-Systems sollten die Symptome zunächst beobachten und gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Behandlung & Therapie

Bei Sportlern ist keine Behandlung des niedrigen Pulses von nöten. Bei krankhafter Ursache des langsamen Pulses kann es zu einer geringen Belastbarkeit, Bewusstlosigkeit oder gar zum Herzstillstand kommen. Daher sollte bei dieser Symptomatik immer ein Arzt aufgesucht werden.

Dabei wird der Arzt mittels EKG und Langzeit EKG genaue Untersuchungen des Herzens durchführen. Ebenso kann auch mittels Ultraschall (Dopplersonographie) die Herzfrequenz bestimmt werden. Auch die klassische Methode, dass Herz abzuhören (Auskultation), ist ein wichtiges Diagnosemittel.

Ist die Ursache nicht medikamentös, sondern ein krankhaftes Herz unmittelbar der Verursacher des langsameren Pulses, so kann die Implantation eines Herzschrittmachers notwendig werden. Medikamente zur Behandlung werden nur im Notfall eingesetzt. Dazu gehören Parasympatholytika (Atropin) oder Sympathomimetika (Adrenalin). Ebenso kann bei einem sehr langsamen Puls oder gar Herzstillstandes Herzdruckmassage erforderlich werden.

Aussicht & Prognose

Ein langsamer Puls muss nicht unbedingt zu einem Problem oder zu einer medizinischen Komplikation führen. Vor allem bei Sportlern tritt ein langsamer Ruhepuls oft auf und stellt ein gewöhnliches Symptom dar. In vielen Fällen deutet ein langsamer Puls allerdings auf eine Krankheit hin. Dazu gehört vor allem die Unterfunktion der Schilddrüse oder Gelbfieber.

Der langsame Puls kann vor allem bei älteren Menschen ein Problem darstellen. Oft fühlt sich der Patient bei einem langsamen Puls unwohl und klagt über Schwindelgefühle und Kopfschmerzen. Falls der langsame Puls dauerhaft auftritt und nicht behandelt wird, kann es zu einem Ohnmachtsanfall kommen. Sollte dies eintreten, muss das Symptom unbedingt von einem Arzt behandelt werden. Wird das Problem nicht behandelt, so kann es im schlimmsten Falle zum Tod führen, falls ein Herzstillstand eintritt.

Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Medikamente, operative Eingriffe werden nur selten durchgeführt. Die Behandlung kann jedoch die Ursache für den langsamen Puls in der Regel nicht bekämpfen. Allerdings kann sie die Symptome einschränken und damit die möglichen Komplikationen lindern. In der Regel fühlen sich die betroffene Menschen schwach und können keine anstrengende körperliche Arbeit durchführen.

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Hausmittel & Kräuter gegen niedrigen Puls

  • Bei niedrigem Blutdruck und langsamen Puls viel Haselnüsse und Knoblauch essen.

Das können Sie selbst tun

Langsamer Puls bedarf nicht immer einer ärztlichen Abklärung. Liegt allerdings eine krankhafte Ursache vor, sollte der niedrige Blutdruck in jedem Fall zuerst von einem Fachmann abgeklärt werden. Begleitend dazu können verschiedene Maßnahmen und Hausmittel einem langsamen Puls entgegenwirken.

Liegt dem niedrigen Blutdruck lediglich eine Unterversorgung mit bestimmten Nährstoffen oder Mineralien zugrunde, kann der Mangel durch den Verzehr geeigneter Lebensmittel schnell ausgeglichen werden. Betroffene sollten des Weiteren auf eine ausgewogene Ernährung achten und die Mahlzeiten auf mehrere Einheiten aufteilen, um einen Blutdruckabfall nach dem Essen zu verhindern. Akut wirkt gegen einen Blutdruckabfall Wasser trinken. Wer anfällig für einen langsamen Puls ist, sollte auf Alkohol, Koffein und andere Genussmittel verzichten, damit der Blutdruck stabil bleibt und ein gesundes Level erreicht. Betroffene sollten außerdem ausreichend trinken und langes Stillsitzen oder plötzliches Aufstehen vermeiden.

Zusätzlich können Kompressionsstrümpfe, Sport oder blutdrucksteigernde Lebensmittel helfen. Auf kohlenhydratreiche Lebensmittel sollte möglichst verzichtet werden. Chronisch niedriger Blutdruck, wie er beispielsweise in Folge von Stress oder langer Krankheit auftreten kann, lässt sich mit Hilfe von Yoga und ähnlichen Entspannungsmethoden behandeln.

Bücher über langsamen & niedrigen Puls

Quellen

  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2008
  • Schiebler, T. H. et al.: Anatomie. Steinkopff Verlag, Heidelberg 2007
  • Schmidt, R. et al.: Physiologie des Menschen. Springer, Heidelberg 2010

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