Kribbeln in den Beinen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Das Kribbeln in den Beinen, auch bekannt als eingeschlafene Beine, ist sehr unangenehm. Dieses Symptom kennen die meisten Menschen vor allem dann, wenn sie kurz zuvor lange in einer für sie unangenehmen Position gesessen haben. In der Regel verschwindet das Kribbeln wieder, wenn die Sitzposition verändert wurde. Allerdings können auch andere Gründe hinter dem Kribbeln in den Beinen stecken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kribbeln in den Beinen?

Medizinisch wird das Kribbeln in den Beinen in den Bereich der Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen eingeordnet. Das Kribbeln selbst stellt eine Empfindung dar, die nur an der Oberfläche des Körpers auftritt. Das Kribbeln kann nur unangenehm oder auch schmerzhaft sein.

Vermittelt wird das Gefühl durch die Nerven und Nervenenden, die sich in der Haut befinden. Über die Nervenbahnen wird das Kribbeln dann bis ins Gehirn weitergeleitet. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn eine vermehrte Nerventätigkeit oder -sensibilisierung als Ursache für das Kribbeln in den Beinen angesehen wird.

Äußere Reize hingegen, wie man sie bei vielen anderen Empfindungsstörungen kennt, sind beim Kribbeln in den Beinen dagegen eher seltener von Bedeutung.

Ursache

Für das Kribbeln in den Beinen sind verschiedene Ursachen verantwortlich. Die einfachste Ursache ist noch das "Einschlafen" der Beine nach einer ungünstigen Sitzposition.

Aber auch Druckschädigungen und im Rückenmark auftretende Entzündungen sind mögliche Ursachen für das Kribbeln in den Beinen. Ein Raucherbein, die Erkrankung an Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall können weitere Ursachen sein. Sobald also das Kribbeln in den Beinen nicht binnen kurzer Zeit von alleine wieder nachlässt, sollte zur Abklärung ein Arzt aufgesucht werden.

Betrifft das Kribbeln nur ein Bein, könnte möglicherweise ein Bandscheibenvorfall dafür verantwortlich sein. Dieser geht meist mit starken Schmerzen einher und muss unbedingt vom Facharzt abgeklärt werden.

Tritt dagegen ein Kribbeln in beiden Füßen auf, könnte das ein Hinweis auf eine Polyneuropathie sein. In diesem Fall sind die Nervenbahnen erkrankt und können nur noch schwache Befehle an die Muskeln weitergeben. Auslöser für die Neuropathien können unter anderem Medikamente oder der Alkoholmissbrauch sein, die damit ebenfalls zum Kribbeln in den Beinen führen.

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Diagnose & Verlauf

Medizinisch wird das Kribbeln in den Beinen in den Bereich der Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen eingeordnet. Das Kribbeln selbst stellt eine Empfindung dar, die nur an der Oberfläche des Körpers auftritt.

Für die korrekte Diagnose beim Kribbeln in den Beinen ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Er wird mittels verschiedener Tests die Wahrnehmung des Patienten untersuchen.

Kälte- und Wärmereize kommen dabei ebenso zum Einsatz, wie die Berührung oder die Untersuchung der Reaktionen auf ausgeübten Druck. Insbesondere das Vibrationsempfinden an den Füßen wird untersucht, um bei einer vorliegenden Diabetes-Erkrankung mögliche Folgeschäden frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Die genaue Ursache lässt sich alleine anhand des Kribbelns in den Beinen allerdings kaum erfassen.

Daher werden für die korrekte Diagnose weitere Beschwerden des Patienten beurteilt. Das können Krämpfe, Störungen im Bewegungsablauf und Hautverfärbungen, aber auch Schmerzen sein. Wichtig ist ebenfalls, dass Patienten genaue Angaben zum Zeitpunkt machen, an dem das Kribbeln in den Beinen auftritt und ob bestimmte Situationen diesem vorangehen. Auch eventuelle Begleiterscheinungen, die gemeinsam mit dem Kribbeln in den Beinen auftreten, sollten angegeben werden.

Komplikationen

Bei Kribbeln in den Beinen kommen verschiedene Komplikationen in Frage, wobei insbesondere der Auslöser der Empfindungsstörung entscheidend ist. Oft ist das Kribbeln in den Beinen harmlos und verursacht auch ohne ärztliche Behandlung keine schwerwiegenden Komplikationen. Wenn das Kribbeln in den Beinen durch eine vorrübergehend verringerte Blutversorgung oder einen zu starken Druck auf die Nerven entsteht, etwa bei zu langem Sitzen, bilden sich die Symptome meist rasch von selbst wieder zurück.

Denn die Entlastung des Nervs sowie die sich normalisierende Blutversorgung vertreiben das Kribbeln in den Beinen rasch. Tritt das Kribbeln in den Beinen regelmäßig auf und entwickelt sich zu einem chronischen Symptom, sind Komplikationen möglich. Besteht eine Grunderkrankung, etwa eine Krankheit der Nerven, so schreitet diese ohne Behandlung meist weiter voran. Im schlimmsten Fall erleiden die Patienten eine Lähmung des betroffenen Beins und sind dann von erheblichen Mobilitätseinschränkungen betroffen.

Kribbeln in den Beinen entsteht manchmal auch durch einen Schlaganfall, der sich damit bereits andeutet. Ohne Therapie sind die Patienten hierbei einer akuten Lebensgefahr ausgesetzt. Zudem steigt die Wahrscheinlichkeit schwerwiegender bleibender Schäden, etwa der motorischen und geistigen Fähigkeiten. Derartige Komplikationen sind jedoch auch bei einer Behandlung möglich. So bleiben einige Personen mit Lähmungen oder Gehbehinderungen zurück.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arzt sollte konsultiert werden, wenn das Kribbeln in den Beinen unerwartet auftritt und kein Grund zu ermitteln ist. Gleiches gilt, wenn das Kribbeln sehr intensiv ist und über einen langen Zeitraum andauert. Auch wenn zu dem Kribbeln erste Taubheitsgefühle hinzukommen, ist ein Arzt aufzusuchen.

Zumeist greifen Betroffene zu einem Magnesium-Präparat aus der Apotheke oder lagern sich nachts während des Schlafens anders. Da sich hinter dem Symptom der kribbelnden Beine auch andere – zum Teil lebensbedrohliche – Erkrankungen verbergen können, ist die Selbstbehandlung nicht immer ratsam. Weitere Alarmzeichen – zu dem kribbelnden Gefühl in den Beinen – sind: anhaltende Kopfschmerzen, Sehstörungen, Schwindelgefühle, Übelkeit sowie Hautreaktionen. Kribbeln in den Beinen mit einhergehendem Taubheitsgefühl könnte auch Anzeichen für einen Schlaganfall sein. Treten noch weitere Symptome hinzu, ist umgehend der Notruf abzusetzen.

Zudem ist das Symptom immer im Zusammenhang mit bereits bestehenden Erkrankungen zu stellen: Bei einer Diabetes sind Veränderungen der Hautoberfläche typisch und sollten dem behandelnden Hausarzt bzw. Diabetologen mitgeteilt werden. Neurologische Störungen oder Schädigungen des Skeletts als Auslöser des Kribbelns können unbehandelt ebenfalls zu größeren Beschwerden führen. Aufgrund dieser Vielzahl an Ursachen, ist bei bestehenden Symptomen die Konsultation eines Arztes ratsam. Vor allem um die eigene Lebensqualität wieder zu steigern und kein unnötiges Risiko einzugehen.

Behandlung & Therapie

Um das Kribbeln in den Beinen richtig zu behandeln, ist es nötig, die Ursachen zu kennen. Anschließend soll zunächst die Grunderkrankung (Ursache) behandelt werden, was letztendlich auch eine Besserung des Kribbelns in den Beinen mit sich bringt.

Medikamente sind zur Behandlung oft das Mittel der Wahl, in einigen Fällen kommen auch operative Maßnahmen zum Einsatz. Diese sind vor allem bei vorliegenden Tumorerkrankungen oder Bandscheibenvorfällen sinnvoll, um das Kribbeln in den Beinen zu beseitigen. Bei der Gabe von Medikamenten ist zu überprüfen, wie der Patient sie verträgt. Einige Medikamente lösen das Kribbeln in den Beinen erst aus, so dass die Behandlung hier eine Umstellung der Medikamentengabe vorsieht.

Liegen Durchblutungsstörungen als Ursache für das Kribbeln in den Beinen vor, kann das Problem durch vermehrte Bewegung gelindert werden, die die Durchblutung ankurbelt. Auch der Verzicht auf Nikotin ist in diesem Fall eine sinnvolle Maßnahme, um das Kribbeln in den Beinen zu behandeln. Spezielle sportliche Übungen und ein Haltungstraining können zusätzlich helfen, das Kribbeln in den Beinen zu lindern.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen tritt das Kribbeln in den Beinen nur kurzzeitig auf und verschwindet wieder von alleine, ohne dass es zu weiteren Beschwerden oder Einschränkungen kommt. Obwohl das Gefühl sehr unangenehm sein kann, muss der Betroffene warten, da der Nerv eingeklemmt wurde. Nach einigen Minuten verschwindet das Kribbeln in den Beinen in der Regel.

Sollte das Symptom allerdings länger anhalten und oft auftreten, so kann eine ernsthafte Erkrankung dahinter stehen. In vielen Fällen tritt das Symptom nach einem Schlaganfall auf und führt darüber hinaus auch zu Lähmungen und damit zu Bewegungseinschränkungen. Der Alltag des Patienten wird durch das Kribbeln in den Beinen stark belastet und erschwert. In einigen Fällen sind Gehhilfen notwendig, um eine bestehende Mobilität zu gewährleisten. Nach einem Schlaganfall kann es vor allem zu Gehbehinderungen kommen. Die Behandlung selbst richtet sich nach der Ursache.

Sollte das Kribbeln in den Beinen durch den Konsum von Zigaretten auftreten, so muss der Betroffene auf Nikotin verzichten. Auch bei Alkoholkonsum ist eine Abgewöhnung notwendig. In vielen Fällen kann das Symptom nur eingeschränkt und nicht komplett behandelt werden. Dabei werden vor allem Physiotherapien und sportliche Übungen eingesetzt.

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Vorbeugung

Wer dem Kribbeln in den Beinen von vornherein vorbeugen will, sollte darauf achten, Arm- und Beinmuskeln, Rückenmuskulatur und den gesamten Körper mit speziellen Trainingsmaßnahmen zu stärken. Dies wirkt sich dann auch positiv auf die Nervensysteme aus und die Durchblutung wird ebenfalls angekurbelt.

Außerdem sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet und Stress, soweit möglich, vermieden werden. Patienten mit Diabetes sollten ihren Blutzuckerspiegel besonders gut im Auge behalten, um so dauerhafte Gefäß- und Nervenschäden zu vermeiden, die wiederum zum Kribbeln in den Beinen führen könnten.

Das können Sie selbst tun

Die häufigsten Ursachen für Kribbeln in den Beinen sind Durchblutungsstörung oder Nervenschäden. Taubheitsgefühle durch vorübergehenden Bewegungsmangel sind harmlos. Sie entstehen, wenn ein Mensch sehr lange in der gleichen Position verharrt hat. Wird eine andere Stellung eingenommen, verschwindet das Kribbeln wieder. Sind Krankheiten der Auslöser, müssen diese bekämpft werden. Tritt das Kribbeln einseitig auf, sollte immer der Arzt konsultiert werden. Es könnte auf einen Schlaganfall hinweisen.

Vorsicht ist vor allem geboten, wenn das Kribbeln von Sehstörungen, Kopfschmerzen und Gleichgewichtsstörungen begleitet wird. Ein Schlaganfall ist ein Notfall und unterfordert die sofortige Behandlung in einem Krankenhaus. Auch Erkrankungen im Bereich der Wirbelsäule können ausstrahlen und Taubheitsgefühle erzeugen. Diese Beschwerden sind für Bandscheibenvorfälle typisch, die immer fachärztlich behandelt werden müssen.

Akute Probleme durch Durchblutungsstörungen können manchmal mit Bewegung gelindert werden. Nicht selten liegt die Ursache im peripheren Nervensystem und das Taubheitsgefühl wird durch eine Polyneuropathie erzeugt. Hier ist der Neurologe der richtige Ansprechpartner. Auch Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes führen oft zu Beeinträchtigungen der Nerven- und Gefäßfunktion. Hauterkrankungen und Nerveninfektionen können die gleichen Beschwerden erzeugen und müssen vom Facharzt behandelt werden. Seltener kommt es durch Alkoholmissbrauch oder Vergiftungen zu dieser Symptomatik. Auch Medikamente können diese Nebenwirkungen haben. Um eine Therapie einleiten zu können, muss die Ursache herausgefunden werden.

Bücher über Kribbeln

Quellen

  • Grehl, H., Reinhardt, F..: Checkliste Neurologie. Thieme, Stuttgart 2016
  • Hacke, W.: Neurologie. Springer, Heidelberg 2010
  • Klingelhöfer, J.: Klinikleitfaden Neurologie. Urban & Fischer, München 2009

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