Rückenmark

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Die Bedeutsamkeit des Rückenmarks wird den meisten Menschen überwiegend dann klar, wenn es um spezielle Erkrankungen oder Lähmungserscheinungen geht. Ansonsten ist das Rückenmark ein sehr komplex und kompliziert aufgebautes System, welches jedoch im gesunden Zustand kaum auffällig wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Rückenmark?

Bei der Definition des Rückenmarks werden verschiedene Bezeichnungen wie die Medulla spinalis oder das Myelon benutzt. Grundsätzlich wird unter dem umgangssprachlichen Begriff Rückenmark ein Teil des Nervensystems verstanden.

Im Unterschied zu anderen Regionen des zentralen Nervensystems liegt das etwa 40 cm lange Rückenmark konzentriert in einem länglichen Hohlraum innerhalb der Wirbelsäule.

Die einzelnen Durchbrüche in den Wirbelkörpern ergeben in ihrer Gesamtheit eine Durchgangsöffnung für das Rückenmark.

Antomie & Aufbau

Die Morphologie des Rückenmarks ist überaus fein und basiert auf einer Ansammlung an Nervenfasern und sogenannten Perikaryen. Die Perikaryen sind anatomische Bestandteile der auf- und absteigenden Nervenzellen. Das Rückenmark umfasst mehrere Abschnitte, zu denen in Abhängigkeit von deren Lokalisation das Zervikal- und Thoraxmark, das Lumbal- und das Sakralmark gehören.

Im Gegensatz zum Rückenmark im Zervikal- und Lumbalbereich ist das Rückenmark in Höhe der Lungen und des Nackens wesentlich schmaler. In den unteren Regionen zum Gesäß hin liegt eine größere Dichte an Nervenzellen vor.

Bei der Betrachtung des Rückenmarks sind ein vorderer, ein seitlicher und ein hinterer Marksstrang erkennbar. Darüber hinaus schützt eine doppelte Umhüllung aus harten und weichen Medien das Rückenmark. Diese Schichten werden als Rückenmarkshäutchen bezeichnet. Die Morphologie dieser Häutchen ist dem der Hirnhaut gleich.

Wird das Rückenmark quer durchgeschnitten, sind die weiße und die graue Marksubstanz auffallend, welche aus unterschiedlichen physiologisch relevanten Strukturen aufgebaut sind. In einer Übersichtsdarstellung wird der Querschnitt eines Rückenmarks mit einem Schmetterling mit ausgebreiteten Flügeln verglichen.

Funktionen & Aufgaben

Das Rückenmark arbeitet eng mit dem Gehirn zusammen und stellt die Verbindung zwischen dieser "Schaltzentrale" und allen Organen dar. Auch die Haut und die Muskulatur unterliegen über das Rückenmark einer Kontrolle durch das Gehirn.

Außerdem können über das Rückenmark die unterschiedlichsten Reize über das periphere Nervensystem (dieses verläuft an den Außenbereichen des Körpers) aufgenommen und dem Gehirn zugeführt werden. Dem Rückenmark obliegen zudem Aufgaben wie die Überwachung der Motorik und der Körperbewegungen, die Koordination aller Funktionsabläufe im Organismus und die Verarbeitung von Umweltreizen. Weitergehende Funktionen des Rückenmarks haben auch mit dem Fühlen, der Sprache und dem Denken zu tun.

Durch die Spinalnerven werden die von außen aufgenommenen Reize durch das Rückenmark über die graue und weiße Marksubstanz sowohl aufgenommen und zum Gehirn geleitet als auch umgekehrt. Im Rückenmark liegen neben den genannten Nervenzellen ebenfalls die für die Reizweiterleitung unerlässlichen Neurotransmitter vor, welche zwischen den Fortsätzen der Nervenzellen auf biochemischer Basis arbeiten.

Krankheiten

Eine Vielzahl von Erkrankungen bezieht sich ausschließlich auf das Rückenmark. An weiteren Krankheiten ist das Rückenmark zu einem bestimmten Teil beteiligt. Diese Tatsache trifft beispielsweise auf die Multiple Sklerose, eine Meningitis und eine Epilepsie zu.

Erkrankt das Rückenmark an einer Spondylolyse oder an einem Morbus Paget oder treten sonstige Zerstörungen des Rückenmarks auf, können die Folgen unter Umständen katastrophal sein. Bei allen Erkrankungen, bei denen das Rückenmark in irgendeiner Weise betroffen ist, treten Störungen der Wahrnehmungsfähigkeit, der Sprache, der Bewegungsfähigkeit, der Ausführung einfacher, unwillkürlicher Reflexe und des Denkens in abweichenden Schweregraden auf.

Eine Fülle von Erkrankungen des Rückenmarks wird durch mechanische Einwirkungen durch Verletzungen hervorgerufen. Dies sind Beeinträchtigungen wie Querschnittslähmungen in unterschiedlichen Ausprägungen wie der Tetra-, Paraparese und Paraparalyse. Weitere krankheitsspezifische Defizite im Rückenmark sind die Myelopathie, Störungen der Blutversorgung, Entzündungen des Rückenmarks sowie die Einengung dieses Systems durch einen Bandscheibenvorfall.

Bei der Myelopathie geht es um eine Beschädigung, welche am Rückenmark im Bereich der Halswirbelsäule stattgefunden hat. Das Rückenmark wird durch eine Volumenzunahme knöcherner Substanzen eingedrückt. Bei der Myelitis liegt ein entzündlicher Vorgang im Rückenmark vor, welcher vorrangig durch Mikroorganismen ausgelöst wird. Sind von diesen entzündlichen Prozessen die Rückenmarkshäute betroffen, wird von einer Meningomyelitis gesprochen.

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