Wirbelsäulenverletzung (Spinaltrauma)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. November 2017
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Wirbelsäulenverletzungen werden in der medizinischen Fachsprache auch als Spinaltrauma bezeichnet. Bänder, Nerven, Rückenmark, Bandscheiben und Muskeln können davon betroffen sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Wirbelsäulenverletzung?

Unterschieden werden bei einer Verletzung der Wirbelsäule die Hals-, Brust- und Lendenwirbelsäule. Die häufigste Form des Spinaltraumas ist eine Distorsion, also eine Verdrehung der Wirbelsäule, bei welcher weder Knochen noch Rückenmark betroffen sind.

Das Spinaltrauma entsteht meist in Folge eines Unfalls und kann zu Stauchungen, Prellungen oder gar Brüchen von Wirbelknochen führen. Normalerweise sind diese Wirbelknochen recht stabil - bei Verkehrsunfällen jedoch, wo ein großer Druck ausgeübt wird, können diese leicht verletzt werden.

Besonders gefährdet sind auch Menschen mit Osteoporose, denn bei ihnen sind die Knochen bereits instabil.

Ein Spinaltrauma verläuft in den meisten Fällen gut, lediglich in 15 bis 20 Prozent der Fälle kommt es zu einer Verletzung des Rückenmarks. Dies wiederum kann schlimmstenfalls zu Lähmungen führen.

Ursachen

Die Hauptursache für ein Spinaltrauma sind Verletzungen beim Sport oder Autounfälle. Bei beiden wirkt ein großer Druck auf die Wirbelsäule, der zu einem Spinaltrauma führen kann.

Meist handelt es sich bei Autounfällen um ein sogenanntes Schleudertrauma der Halswirbelsäule, welches erst Stunden nach dem Unfall Schmerzen verursacht. Auch eine plötzliche Überdehnung oder Anspannung der Wirbelsäule kann zu einem Spinaltrauma führen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Bei einem Spinaltrauma treten natürlich in erster Linie Rückenschmerzen auf. Diese entstehen meist sehr plötzlich unmittelbar nach dem Unfall. Nun muss eine entsprechende Diagnose gestellt und festgestellt werden, ob es sich lediglich um eine Verdrehung der Wirbelsäule oder aber um einen Wirbelbruch handelt. Letztgenannter ist meist deutlich zu ertasten.

Wurde das Rückenmark nicht in Mitleidenschaft gezogen, können sich die Patienten meist bereits nach einigen Tagen wieder schmerzfrei bewegen. Wurde das Rückenmark allerdings beschädigt, nimmt das Ausheilen Wochen oder gar Monate in Anspruch. Ein geringer Teil der Patienten kann sich gar nicht mehr bewegen und bleibt querschnittsgelähmt.

Komplikationen

Eine Wirbelsäulenverletzung kann eine Reihe von Symptomen und Komplikationen hervorrufen – abhängig vom Ausmaß der Verletzung. Es kann zu harmlosen Verletzungen der Muskulatur kommen, doch auch ernste Wirbelkörperbrüche können auftreten. Tritt eine Fraktur der Wirbelkörper auf, können sich Bruchstücke der Knochen verschieben und Verletzungen an Nervenwurzeln und Rückenmark hervorrufen.

Schwere Wirbelsäulenverletzungen rufen in der Regel auch Bewegungsstörungen und andere neurologische Symptome hervor. So kann es zu Gefühlsstörungen wie Taubheit, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen im Bereich der Arme und Beine kommen. Ist das Rückenmark durchtrennt, kann eine Wirbelsäulenverletzung Kreislaufversagen, einen Kontrollverlust über Blase und Stuhlgang und andere Komplikationen nach sich ziehen.

Wird der Verletzte unsachgemäß transportiert, kann es zu einer Verschlimmerung der Verletzung kommen. Bei der operativen Behandlung besteht die Gefahr, dass das Rückenmark oder Nervenstränge im Bereich des Rückens verletzt werden. Zudem können Entzündungen auftreten.

Eine schlechte Wundheilung kann die Entstehung von ästhetisch unschönen Narben begünstigen. Daraus können bleibende Sensibilitätsstörungen resultieren. Es besteht außerdem das Risiko, dass sich der verletzte Wirbelkörper erneut löst und in einem weiteren operativen Eingriff gerichtet werden muss.

Behandlung & Therapie

Da eine Wirbelsäulenverletzung meist durch einen Unfall hervorgerufen wird, ist eine entsprechende Erstbehandlung am Unfallort notwendig. Vor allem wenn der Patient Gefühlsstörungen oder gar Lähmungserscheinungen hat, sollte man ihn keinesfalls aufstehen lassen. In diesem Fall könnte das Rückenmark verletzt sein - eine falsche Bewegung kann eine vollständige Durchtrennung des Rückenmarks auslösen.

Auch der geeignete Transport ist entscheidend über den Verlauf der Krankheit beziehungsweise für die weiteren Heilungschancen. Über die anschließende Behandlung beziehungsweise Therapie entscheidet dann natürlich die Art des Spinaltraumas. In leichten Fällen, das heißt wenn keine Wirbel oder kein Rückenmark verletzt ist, genügt meist die sogenannte konservative Therapie.

Diese besteht in der Regel aus Wärme- oder Kälteanwendungen, bzw. dem Ruhigstellen der Wirbelsäule. Ist ein Wirbelknochen gebrochen, wird dieser operativ wieder gerichtet. Geschieht dies nicht, könnten einzelne Wirbelstücke in das Rückenmark gelangen und dieses durchtrennen. Um die Wirbel bestmöglich zu fixieren und zu stabilisieren, werden medizinische Nägel und Schrauben eingesetzt. Wurde das Rückenmark bereits bei dem Unfall vollständig durchtrennt, kann meist jedoch auch eine Operation nicht helfen und der Patient bleibt querschnittsgelähmt.

Im Anschluss an die Therapie eines Spinaltraumas erfolgt meist eine umfangreiche Rehabilitation. Diese zielt darauf ab, den Rücken und seine Muskulatur zu entspannen. Massagen und Rückenschule sind hier die optimalen Therapiemaßnahmen.

Röntgenaufnahmen und Computertomographie geben zudem Aufschluss darüber, um welche Art der Verletzung es sich handelt und wie diese am besten behandelt werden kann.

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Vorbeugung

Vorbeugen kann man einem Spinaltrauma kaum, da dies meist die Folge eines Unfalls ist. Daher sollte man bei entsprechenden Sportarten Vorsicht walten lassen. Klettern oder Paragliding sind die Sportarten, bei welchen eine Verletzung der Wirbelsäule besonders häufig vorkommt. Im Handel erhältlich sind zudem sogenannte Wirbelsäulenprotektoren, die beispielsweise Motorradfahrer bei einem Unfall schützen sollen.

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Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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