Rollator

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Ein Rollator ist ein Gehwagen. Er wirkt als fahrbare Stütze und dient Menschen mit Einschränkungen in ihrer Beweglichkeit dazu, sich gesichert fortbewegen zu können. Durch einen Rollator werden gehbehinderte Menschen wieder mobil.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Rollator?

1978 wurde der heute als Rollator bekannte Gehwagen von der Schwedin Aina Wifalk entwickelt. Sie litt selbst unter einer Kinderlähmung und der daraus resultierenden Gehbehinderung. Aufgrund des Rollators war es ihr wieder möglich, sich freier und ohne weitere Stützen bewegen zu können.

Die Idee wurde von einer schwedischen Firma aufgegriffen und aufgrund ihres praktischen Nutzens waren Rollatoren bald patentiert und weit verbreitet. Zunächst wurden diese Gehhilfen aus stabilem Metallrohr gefertigt. Sie bestehen aus vier Rädern am unteren Rahmenende. Oberhalb des Rahmens enden die Rohre in zwei Griffen, die entsprechenden Halt bieten. Weiteres Zubehör wurde entwickelt, wie Transportkörbe, Bremsen, Sitzflächen, Halterungen für Gehstöcke oder Unterarmstützen.

Zunächst entstand ein Grundmodell, das universell einsetzbar war. Im weiteren Verlauf der Produktion von Rollatoren wurden verschiedene Modelle entwickelt, die einen spezifischen Gebrauch und Zweckbindung ermöglichten.

Formen, Arten & Typen

Das Grundmodell des Rollators ist aus stabilen Metallrohren gefertigt, hat eine fast quadratische Grundfläche mit vier Rädern und zwei nach oben verlaufende Stangen, die in zwei stabilen Griffen münden. Aus dieser Grundversion entstanden verschiedene Modelle für unterschiedliche Belastungen und Nutzungszonen.

So werden zB besonders leichte und schmale Rollatoren aus Holz gefertigt, die sich besonders gut für Innenräume eignen. Weiterhin rahmenverstärkte Konstruktionen mit größeren Rädern und entsprechender Zusatzausrüstung und Taschen, die sehr geländetauglich sind.

Unterhalb der Griffe wurden Bremsen angebracht, um das Wegrutschen des Rollators zu vermeiden. Auch wurden die Rollatoren in der weiteren Entwicklung so konstruiert, so dass sie bequem zusammenklappbar sind und auch in einem Auto transportiert werden können. Zusätzlich kamen besonders leichte Modelle aus Aluminiumrohr auf den Markt, die leichter angehoben und über Hindernisse getragen werden können.

Alternativ zu dem klassischen Rollator mit vier Rädern und der Grundform eines Vierecks wurden Gehräder mit einer Dreiecks-Grundform entwickelt. Diese sogenannten Delta – Gehräder mit nur drei Rädern haben den Vorteil, beweglicher zu sein. Nachteilig ist im Vergleich zum vierrädrigen Rollator die geringere Stabilität.

Aufbau & Funktionsweise

Mit einem Rollator ist es Menschen mit Geheinschränkungen möglich sich freier und ohne weitere Stützen bewegen zu können.

Ein Rollator folgt im Aufbau dem Prinzip eines Einkaufswagens. Nur ist die rollende Gehhilfe deutlich stabiler und belastbarer. Das viereckige Grundgerüst lagert auf vier Rädern, die entsprechend der Nutzung die gleiche Größe besitzen oder über zwei größere Räder im Standbereich verfügen.

Die Räder sind stabile Gummiräder, wie sie auch an Transportwagen zu finden sind. Handelt es sich um geländegängige Modelle, so sind die Räder des Rollators auch mit Noppen verstärkt. Neuere Modelle haben vergrößerte Räder, um die Fortbewegung noch besser zu ermöglichen.

Der hintere Rahmen endet nach oben zulaufend in zwei Griffen, die höhenverstellbar sind. Unterhalb der Griffe sind zwei Bremsen angebracht, die mit den Hinterrädern verbunden sind. Das verhindert das Wegrollen des Rollators bei Gebrauch.

Oft sind die zwei Rohre, die zu den Griffen münden, noch mit einer Verbindung versehen, die mittig auf etwa 20 cm verbreitert ist. Diese Fläche kann als Sitzfläche benutzt werden. Gerade ältere Menschen mit Gehbehinderung sind schnell erschöpft, wenn sie einige Zeit mit dem Rollator unterwegs sind. Da ist die Sitzfläche an dem Rollator eine gute Möglichkeit, um sich etwas ausruhen zu können. Bei Gebrauch der Sitzfläche muss jedoch darauf geachtet werden, die Bremsen anzuziehen, damit der Rollator nicht wegrollen kann.

Für die Fortbewegung stützt sich der Mensch auf die beiden Haltegriffe des Rollators und kann sich dadurch leichter nach vorn bewegen. Die Haltegriffe dienen gleichzeitig als Steuerung.

Ein Rollator ist deutlich effektiver als ein Gehstock, da beide Arme abgestützt werden und durch das Rollen der Räder die Fortbewegung erleichtert wird. Benötigt der gehbehinderte Mensch zusätzlich einen Gehstock, so gibt es entsprechende Haltevorrichtungen für den Rollator, in die der Gehstock eingeschoben oder eingeklemmt werden kann.

Oft verrichten Menschen mit ihren Rollatoren ihre kompletten täglichen Vorhaben. Deshalb ist es sehr praktisch, wenn der Rollator vorn vor den Haltegriffen mit einem Transportkorb ausgestattet ist. In diesem Korb können die Handtasche oder auch die Einkäufe des Tages transportiert werden.

Da viele Nutzer von Rollatoren einen unsicheren Stand haben, ist es sehr erleichternd, dass die rollende Gehhilfe nicht angehoben werden muss. Treppen sind jedoch nur bedingt zu meistern. Der Rollator eignet sich mehr für ebene Flächen. Straßenkanten können hingegen gut bewältigt werden.

Als weiteres Zubehör kann noch ein praktisches Tablett oder ein Getränkehalter angebracht werden.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Ein Rollator hat einen beträchtlichen medizinischen Nutzen für den Anwender, da er die Beweglichkeit und Mobilität eines gehbehinderten Menschen wesentlich erhöht. Viele Menschen könnten ohne ihre Rollatoren nicht mehr ihren täglichen Aktivitäten nachgehen und würden somit weitreichend Lebensqualität einbüßen.

Die rollenden Gehhilfen ermöglichen es schwachen, älteren und gehbehinderten Menschen, sich mit entsprechender Sicherheit im Außenbereich fortzubewegen. Durch dieses Fortbewegungsmittel bleibt die Selbstständigkeit der Menschen weitestgehend erhalten. Der Rollator ist ein Instrument, um sich unabhängig von fremder Hilfe noch relativ frei bewegen zu können. So kann der Nutzer noch aktiv am öffentlichen Leben teilnehmen.

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