Kopf-Hals-Tumor

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. Oktober 2017
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Unter einem Kopf-Hals-Tumor versteht man eine maligne, das heißt eine bösartige Erkrankung des Mund-, Nasen- oder Rachen-Raumes. Die typischen Symptome sind Schluckbeschwerden, Heiserkeit oder auch ein Fremdkörpergefühl, welches vor allem bei einem Tumor in der Mundhöhle auftritt.

Inhaltsverzeichnis

Definition Kopf-Hals-Tumor

Man unterscheidet hierbei noch zwischen vielen verschiedene Tumoren, die sich im Kopf- oder Hals-Bereich entwickeln können. Es kommt dabei darauf an, in welchem Gewebe der Kopf-Hals-Tumor als erstes auftritt.

Ein Karzinom entwickelt sich ursprünglich auf der Schleimhaut, was auch die häufigste Form von einem Kopf-Hals-Tumor ist. Außerdem gibt es noch die Lymphome aus dem lymphatischen Gewebe und die Sarkome, welche sich im Bindegewebe bilden. Die Tumore können den kompletten Mund, den Rachen, den Kehlkopf sowie die Nase und Nasennebenhöhlen befallen.

Nach Statistik tritt in Deutschland jedes Jahr bei rund 11.000 Menschen ein Kopf-Hals-Tumor auf, Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. Ein Kopf-Hals-Tumor tritt meistens erst nach dem 60. Lebensjahr auf, jedoch gibt es immer häufiger auch jünge Betroffene.

Ursachen

Für einen Kopf-Hals-Tumor kann es verschiedene Ursachen geben, der übermäßige und jahrelange Konsum von Tabak und Alkohol steht jedoch meistens dabei mit im Zusammenhang. Wer zusätzlich nicht ausreichend Mundhygiene betreibt, kann das Risiko zusätzlich erhöhen.

Bei Nichtrauchern kommt der Kehlkopfkrebs beispielsweise deutlich weniger häufig vor, als bei Rauchern. Kautabak erhöht dagegen das Risiko für einen Kopf-Hals-Tumor in der Mundschleimhaut. Ein Tumor auf der Lippe oder der Zunge betrifft oftmals Pfeifenraucher. Außerdem besteht bei dieser Krebsform ein Zusammenhang mit den erblichen Faktoren, wie bei allen anderen Krebs-Formen auch.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der erste Schritt der Diagnose besteht aus einem gründlichen Hinterfragen der Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Bei vielen Betroffenen ist ein Kopf-Hals-Tumor schon so sichtbar, bei anderen ist eine Endoskopie mit Gewebsentnahme erforderlich.

Anschließend muss die genaue Größe des Tumors bestimmt werden, was für die folgende Behandlung von Bedeutung ist. Außerdem muss abgeklärt werden, ob der Kopf-Hals-Tumor bereits Metastasen (Tochtergeschwulste) gestreut hat. Ebenfalls ist ein bildgebendes Verfahren notwendig, zum Beispiel mithilfe einer Computer- oder Magnetresonanztomographie.

Der weitere Verlauf bei Patienten mit einem Kopf-Hals-Tumor hängt vor allem davon ab, zu welchem Zeitpunkt die Diagnose gestellt wird. Je kleiner der Kopf-Hals-Tumor noch ist, desto wahrscheinlicher ist eine vollständige Heilung.

Komplikationen

Beim Kopf-Hals-Tumor handelt es sich um eine sehr schwerwiegende Erkrankung. Die Lebensqualität des Patienten wird durch diesen Tumor erheblich verringert und es kommt zu starken Einschränkungen im Alltag. In der Regel leiden die Patienten an Schluckbeschwerden und an einer Heiserkeit. Es tritt auch ein Fremdkörpergefühl im Hals auf.

Durch diese Beschwerden nehmen die Patienten nicht selten bewusst weniger Nahrung und Flüssigkeiten zu sich, was in der Regel zu einer Dehydrierung und zu Mangelerscheinungen oder gar Untergewicht führt. Es treten weiterhin auch Halsschmerzen auf und im Bereich des Kopfes kann es zu starken Schwellungen kommen. Die Betroffenen fühlen sich weiterhin abgeschlagen und krank. Der Tumor kann sich auch in weitere Bereiche des Körpers ausbreiten und auch anderes gesundes Gewebe zerstören.

Die Behandlung des Kopf-Hals-Tumors erfolgt in der Regel mit Hilfe von operativen Eingriffen oder mittels einer Strahlentherapie. Dabei kommt es allerdings nicht immer zu einem positiven Krankheitsverlauf. In vielen Fällen verringert sich die Lebenserwartung und es kommt zum Tode des Patienten. Weiterhin ist oft eine psychologische Behandlung notwendig. Dabei treten keine weiteren Komplikationen auf. Je früher der Tumor erkannt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf eine vollständige Heilung des Betroffenen.

Behandlung & Therapie

Die Therapie bei Patienten mit einem Kopf-Hals-Tumor richtet sich besonders nach der Art des Tumors und wie weit er bereits gewachsen ist. Auch der allgemeine Gesundheitszustand ist nicht unwichtig. Die Behandlung soll nicht nur den Krebs bekämpfen, sondern auch die Lebensqualität so gut es geht zu erhalten.

Bei einem noch kleinen Kopf-Hals-Tumor soll die Behandlung (wenn möglich) nur aus einer Operation bestehen. Wichtig ist hierbei die Lage und Stadium des Tumors. Bei einem bereits gestreuten Tumor werden oftmals die Halslymphknoten mit entfernt. Auch verschiedene Lasertherapien zur Entfernung des Tumors stehen mittlerweile zur Verfügung. Nach einer Operation kann eine Chemo- oder/und eine Strahlentherapie erfolgen. Auch bei diesen Behandlungsmethoden sind die verschiedenen Faktoren des Tumors wieder entscheidend.

Die alleinige Chemotherapie wird nur bei Fernmetastasen oder einer Neubildung von einem Kopf-Hals-Tumor vorgeschlagen. Eine andere oder ergänzende Therapieform ist die Immuntherapie, bei welcher Antikörper gegen den Kopf-Hals-Tumor verwendet werden. Die Antikörper blockieren an den bösartigen Zellen die Bindungsstellen für den Wachstumsfaktor, welcher anregend für das Wachstum der Zelle wirkt. Außerdem sorgen die Antikörper dafür, dass eine Strahlen- oder Chemotherapie besser anschlägt und somit größere Erfolge zeigt.

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Vorbeugung

Dem Kopf-Hals-Tumor kann am besten vorgebeugt werden, wenn zumindest die Risikofaktoren Rauchen und häufiger Alkoholkonsum vermieden werden. Außerdem ist eine regelmäßige Mundhygiene wichtig, nicht nur für das Vorbeugen von einem Kopf-Hals-Tumor. Dass der Verzicht auf Rauchen eine wirksame Methode des Vorbeugens ist, wird daran deutlich, dass der Krebs im Kehlkopfbereich sehr selten bei Nichtrauchern auftritt. Wer jedoch trotzdem öfter Alkohol konsumiert oder Raucher ist, sollte beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt regelmäßig Kontroll-Untersuchungen durchführen lassen.

Das können Sie selbst tun

Die Möglichkeiten der Selbsthilfe sind bei einem Kopf-Hals-Tumor relativ stark eingeschränkt. Sie hängen auch stark von der Ausprägung und der genauen Position des Tumors ab.

Die Schwellungen im Bereich des Halses und des Kopfes können mit Hilfe von Kälteanwendungen gelindert werden. Die Schluckbeschwerden können in einigen Fällen mit Hilfe von Medikamenten eingeschränkt werden. Sollte der Betroffene durch diese Beschwerden an der eigenständigen Einnahme von Nahrung und Flüssigkeiten verhindert sein, so ist dabei die Hilfe und Pflege durch die Eltern oder die Angehörigen sehr hilfreich. Auch eine gute Mundhygiene kann sich positiv auf diese Beschwerden auswirken. Häufiges Zähneputzen und das Benutzen einer Mundspülung können in manchen Fällen der Erkrankung vorbeugen. Weiterhin sollte der Betroffene auf den Konsum von Alkohol und Zigaretten verzichten, um die Beschwerden nicht zu verstärken.

Da eine Krebserkrankung in der Regel auch zu psychischen Beschwerden führt, sind häufig Gespräche mit den engsten Freunden und Bekannten sehr hilfreich, um Depressionen zu vermeiden. Auch die Kommunikation mit anderen Betroffenen kann sich dabei positiv auf den Verlauf der Erkrankung auswirken und ist sehr zu empfehlen.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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