Klingeln im Ohr

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. Oktober 2017
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Ein Klingeln im Ohr ohne äußere Schallquelle kann auf Tinnitus hinweisen. Die Gründe dafür sind vielfältig, weshalb die Behandlungsmöglichkeiten auch sehr unterschiedlich sein können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Klingeln im Ohr?

Bei einem Klingeln im Ohr kommen die störenden Höreindrücke von innen. Kein anderer außer dem Betroffenen kann sie hören und teilweise verschwinden sie für kurze Abstände, aber kommen anschließend wieder.

Diese Ohrengeräusche müssen nicht auf eine Erkrankung oder Störung hinweisen, sofern sie gleich wieder vergehen. Bei manchen Menschen verleiben sie jedoch über viele Stunden oder sogar Tage. Dies ist sehr belastend und ruft bei vielen Betroffenen ein starkes Unbehagen hervor. Ist dies der Fall, ist der Gang zum Arzt ratsam.

Nur dieser kann klären, ob es sich tatsächlich um Tinnitus handelt. Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass trotz dieser Diagnose manchmal nicht eindeutig ein Auslöser für das Klingeln im Ohr ausgemacht werden kann.

Ursachen

Für ein akutes Klingeln im Ohr gibt es etliche Auslöser, die zuerst im Ohr zu suchen sind. So kann es sein, dass ernsthafte oder harmlose Störungen die Schallweiterleitung beeinflussen. So können Hindernisse im Gehörgang oder ein Ohrschmalzpfropf der Grund sein. Auch Entzündungen sowie Verletzungen im Innen- sowie Mittelohr können zu einem Klingeln im Ohr führen.

So kann bereits ein starker Schnupfen zu Ohrengeräuschen führen. Ebenfalls Kopfverletzungen, die das Innen- sowie Mittelohr betreffen, können von diesem Symptom begleitet werden. Personen, welche unter einer Lärmschwerhörigkeit oder Altersschwerhörigkeit leiden, bilden manchmal einen chronischen Tinnitus aus.

Nicht zu unterschätzen ist ferner Lärm oder sehr laute Musik. Weitere Ursachen für die Ohrengeräusche sind Stress, ein Hörsturz sowie Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Menière. Vereinzelt tritt das Klingeln im Ohr durch bestimmte Medikamente oder veränderte Druckverhältnisse beim Fliegen oder Tauchen auf.

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Diagnose & Verlauf

Für ein akutes Klingeln im Ohr gibt es etliche Auslöser, die zuerst im Ohr zu suchen sind. Meist verschwinden diese Ohrengeräusche innerhalb kurzer Zeit, bei manchen Menschen jedoch verleiben sie über viele Stunden oder sogar Tage.

Wer mit dem Klingeln im Ohr zum Arzt geht, bekommt zuerst zahlreiche Fragen von dem Mediziner gestellt. Er möchte die Geräusche näher beschrieben haben und wie häufig sie auftreten. Im Anschluss erfolgt eine physische Untersuchung, um den möglichen Gründen für das Geräusch auf den Grund zu gehen und den Schweregrad zu definieren. Dazu gehört in der Regel eine standardisierte Hals-Nasen-Ohren-Untersuchung und ein Hörtest.

Mithilfe von einem Audiometer kann der Betroffene dem Arzt zeigen, wie stark die Lautstärke im Ohr ist. Unter Einsatz des Tympanogramms wird die Fortleitung von Kontraktionen der Muskeln im Mittelohr, der Paukendruck im Ohr sowie die Funktion der Gehörknöchel überprüft. Eine Innohrschädigung kann mithilfe eines Hochleistungsmikrofons ausgeschlossen oder diagnostiziert werden.

Zudem gibt es viele weitere Verfahren zur Diagnostik, zu denen einen Untersuchung des Hörnervs, eine Gleichgewichtsprüfung, eine Blutuntersuchung und eine Computertomographie des Schädels gehören. Häufig gehen die Ohrgeräusche während der Behandlungszeit weg. Teilweise müssen die Betroffenen jedoch mit dem Klingeln im Ohr leben.

Komplikationen

Ein Klingeln im Ohr kann nach einen Tag nach einem Diskobesuch bestehen, dieses legt sich während des Tages jedoch meist ohne Komplikationen wieder. Manches Klingeln im Ohr tritt aber auch im Rahmen eines Tinnitus auf. Dieser kann sich nach einigen Wochen und Monaten wieder von selbst ausheilen, jedoch kann er auch chronisch bestehen. Dies bewirkt eine starke psychische Belastung des Betroffenen aufgrund des lästigen Geräuschs.

Der Betroffene bekommt häufig starke Kopfschmerzen. Außerdem ist durch das Geräusch auch der Schlaf gestört, so dass es zu einem Schlafmangel kommt. Die Patienten wirken stark gereizt und angespannt. Auch das Hören und damit auch die Lebensqualität werden durch den Tinnitus stark beeinträchtigt. In den schlimmsten Fällen führt das Geräusch zu Depressionen oder anderen psychischen Erkrankungen, die sogar zu Suizidgedanken führen können.

Eine Sonderform des Tinnitus bildet das Morbus Menière, welcher aufgrund einer vermehrten Wasseransammlung im Innenohr entsteht. Durch die anatomische Nähe des Hörorgans mit dem Gleichgewichtsorgan ist auch der Gleichgewichtssinn neben dem Hörsinn betroffen. Betroffene beschweren sich über Scheindelanfälle, die bis hin zu Stürzen und Unfällen führen können. Zudem treten Unsicherheiten beim Laufen auf. Das Gehör wird zudem geschadet, das Gehör wird überempfindlicher gegenüber Geräuschen (Hyperakusis), so dass die Krankheit unbehandelt sogar bis zur kompletten Taubheit führen kann.

Wann sollte man zu einem Arzt gehen?

Bei einem Klingeln im Ohr ist nicht immer ein Besuch beim Arzt notwendig. Oft tritt das Klingeln im Ohr nicht permanent, sondern nur temporär auf und bedarf dabei keiner besonderen ärztlichen Behandlung. Ein Arzt muss nicht aufgesucht werden, wenn das Klingeln im Ohr vor allem nach lauten Belastungen auftritt. Dies kann zum Beispiel nach dem Besuch einer Diskothek, dem Hören von lauter Musik oder nach dem Arbeiten mit lauten Maschinen aufkommen.

In der Regel verschwindet das Symptom nach einigen Stunden oder Tagen von allein, wenn sich das Ohr erholt hat. Ein Arzt sollte beim Klingeln im Ohr dann aufgesucht werden, wenn das Symptom nicht von alleine verschwindet. Der ärztliche Rat ist auch dann notwendig, wenn es neben dem Klingeln auch zu Ohrenschmerzen kommt. Diese Schmerzen können sich auch in weitere Regionen ausbreiten, sodass es zu Kopfschmerzen oder Zahnschmerzen kommen kann. Dabei kann eine Entzündung auftreten, die durch einen Arzt behandelt werden muss.

Behandlung & Therapie

Welche Behandlung der Arzt bei einem Klingeln im Ohr vorschlägt, hängt von der Ursache und der Dauer der Ohrengeräusche ab. Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass die Heilungschancen umso höher sind, je früher der Betroffene sich in Behandlung begibt. Wenn es sich um einen akuten Tinnitus handelt, der nicht seit mehr als drei Monaten besteht, wird häufig mit Infusionen mit Zuckerlösungen oder einer Mixtur aus Kochsalzlösung und entzündungshemmenden Stoffen behandelt.

Hierfür muss die Ursache jedoch im Innenohr oder unbekannt sein. Mit dieser Therapie werden die Innenohrsinneszellen aktiviert. Begründet sich das Klingeln im Ohr in einem Ohrschmalzpfropf, was sehr häufig ist, kann dieser von dem Mediziner schmerzfrei beseitigt werden. Bei einigen Personen hat sich ein chronischer Tinnitus entwickelt. Für sie setzen die Ärzte umfangreiche Behandlungsstrategien ein, um den belastenden Höreindruck zu verdrängen. Dazu zählen beispielsweise besondere Hörgeräte, die die Wahrnehmung in eine andere Bahn lenken sollen.

Auch das Erlernen von Bewältigungsstrategien für einen besseren Umgang mit dem störenden Geräusch können die Symptome lindern. Eine Unterstützung können ferner Selbsthilfegruppen und Tinnituskliniken darstellen. Insbesondere wenn sich das Klingeln im Ohr durch psychische Probleme begründet, kann eine kognitive Verhaltenstherapie erfolgreich sein.

Aussicht & Prognose

Ein Klingeln im Ohr muss nicht direkt von einem Doktor behandelt werden. Es kann kurzzeitig entstehen und daher auch schnell wieder verschwinden. In der Regel vergeht das Klingeln im Ohr schon nach wenigen Stunden oder maximal einigen Tag wieder, sodass der Betroffene nichts dagegen unternehmen muss. Es ist ratsam, die Ohren dabei zu schonen und nicht einem Luftzug und lauten Geräuschen auszusetzen.

Da Geräusche im Ohr oft durch Stresssituationen entstehen, sollte auch Stress in dieser Zeit vermieden werden. Zudem ist es ratsam, nach der Stressquelle zu suchen und Wege zu finden den Stress dauerhaft zu minimieren.

Sollte das Klingeln lange anhalten und zu Schmerzen im Ohr führen, muss ein Mediziner aufgesucht werden. Oft beeinträchtig das Klingeln im Ohr das Leben der betroffenen Person. Sie kann sich nicht mehr konzentrieren und es ist kein erholsamer Schlaf mehr möglich. Dies führt wiederum zu weiteren Stresssituationen.

Eine direkte Behandlung ist leider selten möglich, da das Trommelfell nicht direkt behandelt werden kann. In den meisten Fällen erholt sich das Ohr jedoch wieder, sodass der Betroffene anschließend einen gewöhnlichen Alltag führen kann.

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Vorbeugung

Einem Klingeln im Ohr kann nicht per se vorgebeugt werden, da es zu viele Ursachen gibt und einige davon, nicht beeinflusst werden können. Es gibt allerdings Ursachen wie beispielsweise zu großer Lärm oder Stress, auf die Einfluss genommen werden kann.

Sicherheitshalber sollte daher zu viel Stress vermieden werden und ein sinnvoller Umgang mit Stress erlernt werden. Außerdem hilft die Vermeidung von großem Lärm, um die Ohren vor einem möglichen Hörsturz zu bewahren. Die Risiken auf ein Klingeln im Ohr können so reduziert aber nicht eliminiert werden.

Das können Sie selbst tun

Bei einem Klingeln im Ohr ist in vielen Fällen leider keine Selbsthilfe möglich. Oft kann auch der Arzt das Symptom nicht direkt behandeln, da es keine gezielte Behandlung des Trommelfells gibt. Nicht selten tritt das Klingeln im Ohr nach einer Explosion, einer lauten Arbeit oder nach dem Hören von lauter Musik auf. In diesen Fällen muss das Ohr auf jeden Fall geschont werden. Laute Geräusche sind zu vermeiden, ebenso sollte das Ohr gegen Luftzüge geschützt werden, um Infekte und Entzündungen zu vermeiden. Sollte das Klingeln im Ohr auch nach einigen Tagen nicht nachlassen, so muss zwingend ein HNO-Arzt aufgesucht werden. In diesem Fall kann das Trommelfell beschädigt sein.

In manchen Fällen ist eine psychologische Ursache Schuld am Ohrenklingeln. Betroffene sollten hier eine Beratung bei einem Psychologen in Erwägung ziehen. Mit einem Therapeuten besprochene Entspannungsübungen können dann dabei helfen das Klingeln im Ohr zu minimieren.

Oft kann das Klingeln im Ohr auch zu Kopfschmerzen und zu einer Schlaflosigkeit führen, womit die Lebensqualität gesenkt wird. Oft verschwindet das Klingeln im Ohr jedoch von alleine und führt nicht mehr zu weiteren Komplikationen. Um dem Symptom vorzubeugen, sollten Ohren bei lauten Geräuschen immer geschützt werden und den Geräuschen nicht unnötig ausgesetzt werden. Eine Beschädigung der Ohren ist nicht reversibel und wird Patienten ein Leben lang begleiten.

Bücher über Ohrengeräusche & Tinnitus

Quellen

  • Behrbohm, H., et al.: Kurzlehrbuch Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2012
  • Probst, R., et al.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Thurnher, D., Grasl, C.G., Erovic, B.M., Lercher, P.: HNO-Heilkunde. Springer, Wien 2011

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