Lärmschwerhörigkeit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Oktober 2017
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Von einer Lärmschwerhörigkeit sind zunehmend auch junge Menschen betroffen. Die durch langfristige Lärmeinwirkungen entstehende Lärmschwerhörigkeit ist meist nicht heilbar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lärmschwerhörigkeit?

Die Lärmschwerhörigkeit wird auch als Schallempfindungsschwerhörigkeit bezeichnet. Eine Lärmschwerhörigkeit entwickelt sich in der Regel aufgrund langfristig einwirkender Schallpegel hoher Ausprägung. Die Lärmschwerhörigkeit als chronisches Lärmtrauma ist beispielsweise zu unterscheiden vom akuten Lärmtrauma, das infolge plötzlicher lauter Schallpegel bereits nach wenigen Minuten auftreten kann.

In Deutschland zählt die Lärmschwerhörigkeit zu den am häufigsten auftretenden Berufskrankheiten. Ein erhöhtes Risiko, an einer Lärmschwerhörigkeit zu erkranken, haben vor allem Personen, die in klassischen Lärmbereichen tätig sind; hierzu zählen beispielsweise Tätigkeiten in der Metallindustrie, der Holzbearbeitung oder auch Tätigkeiten an Druckereimaschinen. Aber auch langfristige Lärmeinwirkungen durch sehr laute Musik können zu einer Lärmschwerhörigkeit führen.

Charakteristisch für eine Lärmschwerhörigkeit ist es häufig, dass die Höreinschränkungen sich auf bestimmte Frequenzen konzentrieren, während andere Frequenzen weniger betroffen sind. Besonders kommt eine Lärmschwerhörigkeit zum Tragen, wenn ein Betroffener Hintergrundgeräuschen (wie Hintergrundmusik) ausgesetzt ist.

Ursachen

Verursacht wird eine Lärmschwerhörigkeit dadurch, dass aufgrund langfristigen Lärms die Sauerstoffversorgung der Haarzellen im Ohr beeinträchtigt wird. Aufgrund der mangelnden Sauerstoffversorgung ist bei einer Lärmschwerhörigkeit der Stoffwechsel entsprechender Haarzellen gestört.

In der Folge kommt es bei einer betroffenen Person zu einer langfristigen Funktionsstörung im Bereich des Hörens. Der Grenzwert, ab dem es bei langfristiger Lärmexposition zu einer Lärmschwerhörigkeit kommen kann, liegt nach der Angabe von Fachleuten im Schnitt bei 85 dB. Eine Lärmeinwirkung dieser Höhe entspricht in etwa der Lärmeinwirkung, die von einer Kreissäge ausgeht.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Diagnostiziert werden kann eine Lärmschwerhörigkeit mithilfe von Hörtests; liegt eine Lärmschwerhörigkeit vor, so zeigt sich dies meist dadurch, dass vor allem diejenigen Frequenzen von einer Hörbeeinträchtigung betroffen sind, die einer langjährigen Lärmbelastung am stärksten ausgesetzt waren. Für eine Lärmschwerhörigkeit spricht es darüber hinaus, wenn ein Betroffener Sprache vor allem dann schlecht verstehen kann, wenn sie mit Hintergrundgeräuschen kombiniert ist.

In der Regel nimmt eine Lärmschwerhörigkeit einen schleichenden Verlauf und baut sich über Jahre hinweg auf. Da sich die Lärmschwerhörigkeit vor allem auf bestimmte Frequenzen konzentriert, wird sie von Betroffenen zunächst häufig nicht als Schwerhörigkeit wahrgenommen. Im Verlauf einer Lärmschwerhörigkeit können sich zu der vorliegenden Höreinschränkung auch Ohrgeräusche gesellen. Liegt bei einer Person bereits eine Lärmschwerhörigkeit vor, so ist es in der Regel nicht mehr möglich, diese zu heilen.

Komplikationen

Durch die Lärmschwerhörigkeit leiden die Betroffenen an einer Schwerhörigkeit. Diese kann dabei entweder schon angeboren sein oder durch bestimmte Ereignisse oder sehr laute Geräusche erworben werden. In der Regel kann die Lärmschwerhörigkeit nicht mehr geheilt werden und stellt damit ein irreversibles Symptom dar. Die Betroffenen sind in ihrem Alltag damit stark eingeschränkt und können nicht mehr ohne Weiteres mit anderen Menschen kommunizieren.

Auch die Einschätzung von Gefahren ist durch die Lärmschwerhörigkeit deutlich eingeschränkt, sodass die Betroffenen bestimmte Gefahren unterschätzen oder falsch einschätzen. Weiterhin fällt den Patienten auch das Sprechen nicht selten schwer. Mitunter leiden die Patienten neben der Schwerhörigkeit selbst an Ohrgeräuschen, die zu starken psychischen Beschwerden oder zu Depressionen führen können.

Dabei ist keine allgemeine Voraussage möglich, ob die Geräusche im Ohr heilbar sind oder dauerhaft bleiben werden. Weiterhin können die Geräusche im Ohr auch zu Störungen der Konzentration oder zu einer Gereiztheit des Patienten führen. Die Lebensqualität wird durch die Lärmschwerhörigkeit erheblich eingeschränkt und verringert.

Es ist nicht möglich, die Lärmschwerhörigkeit zu behandeln. Mit Hilfe von Hörgeräten kann das eingeschränkte Hörvermögen teilweise behoben werden. Ein vollständig positiver Krankheitsverlauf stellt sich allerdings nicht ein. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Lärmschwerhörigkeit allerdings nicht beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Eine Lärmschwerhörigkeit ist meist nicht ursächlich zu therapieren. Anders gestaltet sich dies bei einem drohenden akuten Lärmtrauma nach einem plötzlichen, sehr lauten Lärmeinfluss; anders als bei der Lärmschwerhörigkeit, ist es hier möglich, durch Infusionen die Durchblutung der Haarzellen im Ohr anzuregen, um den Stoffwechsel dieser Zellen zu fördern. Auch eine Versorgung mit Sauerstoff und/oder eine Gabe kortisonhaltiger Arzneimittel können nach einem akuten Lärmtrauma zum Einsatz kommen.

Wird eine Lärmschwerhörigkeit diagnostiziert, so wird in der Regel von Medizinern empfohlen, weitere hohe Lärmbelastungen zu vermeiden, um das Gehör nicht weitergehend zu beeinträchtigen. Um Höreinschränkungen bei einer Lärmschwerhörigkeit positiv beeinflussen zu können, ist eine Möglichkeit die individuelle Anpassung eines Hörgerätes. Solche Hörgeräte, die auch bei der Lärmschwerhörigkeit Anwendung finden können, verfügen in der Regel über ein Mikrofon, einen Lautsprecher und einen Verstärker.

Die Aufgabe des Mikrofons in einem Hörgerät ist es zunächst, Umgebungsgeräusche aufzufangen und in elektrische Signale umzuwandeln. Mithilfe des Verstärkers werden bei der Lärmschwerhörigkeit dann verschiedene Frequenzen angehoben und als Schallwellen über den Lautsprecher in das Ohr geleitet.

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Vorbeugung

Vor allem für Menschen, die regelmäßig einer hohen Lärmbelastung ausgesetzt sind, kann es wichtig sein, frühzeitige Maßnahmen zu ergreifen, um einer Lärmschwerhörigkeit vorzubeugen. Zu diesen Maßnahmen zählen etwa regelmäßige Kontrolluntersuchung bei einem Facharzt und vor allem das Tragen eines angemessenen Hörschutzes während der Lärmeinwirkung. Im Freizeitbereich kann einer Lärmschwerhörigkeit beispielsweise vorgebeugt werden, indem etwa zu hohe Lautstärken von Musik über Kopfhörer oder bei Discobesuchen vermieden werden.

Das können Sie selbst tun

Menschen, die unter einer Schwerhörigkeit leiden, können ihren eigenen Lebensstil kritisch betrachten und unter Umständen Änderungen vornehmen.

Starke Lärmeinflüsse sollten grundsätzlich vermieden werden. Dazu zählen das Hören von lauter Musik, zu lautes Fernsehen oder eine zu laute Gesprächslautstärke beim Telefonieren. Beim Besuch von Konzerten oder Diskotheken ist es ratsam, mit einem ausreichenden Hörschutz ausgestattet zu sein und sich nicht neben einem Lautsprecher zu positionieren. Arbeiten mit hohem Lärmpegel sind zu vermeiden oder sollten ebenfalls nur mit Schutzvorkehrungen vorgenommen werden. Orte, an denen starker Lärm herrscht, sollten verlassen werden. Zu ihnen gehören Baustellen oder Einflugschneisen von Flughäfen.

Neben einer geringen Geräuschbelastung ist eine gesunde Lebensweise notwendig. Alkohol und Drogen sind grundsätzlich zu vermeiden. Die Einnahme von Medikamenten, deren Nebenwirkungen Schädigungen der Gehörgänge zur Folge haben, ist nur nach Rücksprache mit einem Arzt vorzunehmen. Stress, Hektik und psychische Belastungen sind überdies zu minimieren. Ausreichender Schlaf und die Klärung emotionaler Probleme sind wichtig, um die Gesundheit zu erhalten. Mentale wie auch körperliche Überlastungen sollten vermieden werden. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie ausreichende Bewegung verbessern das allgemeine Wohlbefinden. Dies unterstützt eine erfolgreiche Bewältigung von seelischen Herausforderungen. Gegebenheiten, die über eine längere Zeit Unzufriedenheit auslösen, sind zu verändern und zu optimieren.

Bücher über Schwerhörigkeit

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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