Kopfverletzungen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 28. September 2017
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Kopfverletzungen entstehen durch Gewalteinwirkung von außen auf den Schädel. Dabei kann immer auch das Gehirn betroffen sein. Kopfverletzungen sollten, auch wenn sie oberflächlich betrachtet harmlos aussehen, ärztlich untersucht werden, damit schwere und vielleicht irreversible Schäden am Gehirn ausgeschlossen oder durch frühzeitige Behandlung verhindert werden können.

Inhaltsverzeichnis

Definition Kopfverletzungen

Durch Einwirkung einer Kraft von außen auf den Schädelknochen kann es zu Kopfverletzungen kommen. Dabei werden verschiedene Arten und Schwergrade unterschieden.

Ist nur der Schädelknochen betroffen, so handelt es sich entweder um eine Schädelprellung oder eine Schädelfraktur (Bruch des Schädelknochens). War die Krafteinwirkung so stark, dass auch das Gehirn verletzt wurde, so spricht man von Schädel-Hirn-Trauma.

Hirnverletzungen teilt man in drei Stufen ein. Die Gehirnerschütterung (commotio cerebri)ist die leichteste Form, sie heilt ohne Folgen aus. Bei der Gehirnprellung (contusio cerebri) kann eine Verletzung des Hirngewebes vorliegen, eventuelle Spätfolgen sind möglich.

Die schwerste Form der Kopfverletzung ist die Gehirnquetschung (compressio cerebri), bei der Hirnblutungen und dauerhafte Schäden nicht ausgeschlossen sind.

Ursachen

Besonders oft ereignen sich Kopfverletzungen bei sportlichen Aktivitäten. Aber auch der Straßenverkehr, der Haushalt und die Arbeit gehören zu den Orten, an welchen häufig Kopfverletzungen passieren. Die Gewalteinwirkung auf den Schädel findet meist durch einen Schlag oder einen Stoß statt. Die eine Möglichkeit ist, dass der Kopf sich in Ruhe befindet und ein Schlag von außen auf ihn trifft. Dies passiert beispielsweise beim Sport durch einen Schläger oder Tritt.

Die andere Variante ist, dass der Kopf sich bewegt und durch einen festen Gegenstand plötzlich und hart gestoppt wird. Das kann eine Wand sein, gegen die man geschleudert wird oder der Fußboden, auf dem der Kopf nach einem Sturz aufschlägt. In beiden Fällen wird das Gehirn von innen gegen den Schädelknochen geschlagen, weil es wegen der Schwerkraft der plötzlichen Bewegungsänderung nicht folgen kann.

Eine andere Art von Kopfverletzungen entsteht, wenn die Gewalteinwirkung so stark ist, dass der Knochen des Schädels der Kraft nicht entgegenwirken kann und bricht. Sind die Hirnhäute dabei gerissen, spricht man von offener Schädel-Hirn-Verletzung, welche eine der schwersten Kopfverletzungen ist.

Typische Symptome

Diagnose & Verlauf

Erste Hilfe bei Schädel-Hirn-Trauma sowie die typischen Symptome. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Die Diagnose ist einer der wichtigsten Faktoren bei Kopfverletzungen. Der Arzt muss Schweregrad und Ausmaß abklären, in dem Kopf und Gehirn betroffen sind, um die richtige Behandlung einzuleiten. Kopfverletzungen können auf den ersten Blick harmlos erscheinen und sich später als schwerwiegend herausstellen.

Umgekehrt wirken Kopfverletzungen manchmal dramatischer als sie sind, wenn beispielsweise die Kopfschwarte verletzt ist. Da die Kopfhaut von vielen Blutgefäßen durchzogen wird, blutet eine Schnitt- oder Platzwunde am Kopf relativ stark und erscheint dem Laien als schwere Verletzung.

Welches Ausmaß eine Kopfverletzung hat und ob das Gehirn betroffen ist oder nicht, erkennt der Arzt anhand der Symptome und durch verschiedene Untersuchungen.

Die Beschwerden beginnen bei leichter Übelkeit und reichen bis zu schweren Bewusstseinsstörungen, Störungen der Nervenfunktionen, Bewusstlosigkeit oder sogar Koma. Röntgenaufnahmen, eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) machen bei Kopfverletzungen sichtbar, inwieweit Knochen und Gehirn geschädigt sind.

Komplikationen

Kopfverletzungen können natürlich sehr vielseitig sein und in verschiedenen Schweregraden auftreten. Oberflächige Kopfverletzungen verheilen in der Regel völlig ohne Komplikationen. Wichtig ist jedoch: Eine offene Wunde am Kopf sollte stets sauber und rein gehalten werden. Wird die Hygiene an dieser Stelle vernachlässigt, dann besteht die Gefahr einer Entzündung.

In diesem Zusammenhang sind weitere Komplikationen möglich, wenn der Gang zum Arzt auf die lange Bank geschoben wird. Wird auch bei einer Eiterbildung auf einen Besuch beim Arzt verzichtet, dann kann dies sogar zu einer Blutvergiftung führen. Liegt eine Blutvergiftung vor, besteht akute Lebensgefahr. Bei kleineren und nicht zu tiefen Verletzungen an der Kopfoberfläche ist ein Kleben oder Nähen der Wunde nicht notwendig.

Die Wunde sollte ohne jegliche Komplikationen heilen, sofern auf eine strenge Hygiene geachtet wird. Wenn jedoch eine tiefere Kopfverletzung vorliegt, dann ist mit schwerwiegenden Komplikationen zu rechnen, die in der Regel immer von einem Arzt begutachtet werden sollten. In besonders schlimmen Fällen ist das Nähen der bestehenden Wunde unausweichlich.

Auch hier gilt: Es besteht eine hohe Gefahr der Entzündung. Besonders bei tiefen Wunden sollte noch strenger auf Sauberkeit und Reinheit geachtet werden. So können nämlich diverse Komplikationen vermieden werden, die den Heilungsverlauf erheblich hemmen können.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Kopfverletzungen hängt vom Schweregrad ab. Eine Platzwunde sollte zunächst steril verbunden werden, damit keine Keime eindringen. Eine schnelle Versorgung durch einen Arzt, der die Wunde nähen oder klammern wird, ist nötig. Ist äußerlich keine Verletzung erkennbar, ist der Betroffene aber benommen oder sogar bewusstlos, so sollte er sofort in die stabile Seitenlage gebracht werden.

Damit wird verhindert, dass Erbrochenes die Atemwege verschließt oder die Zunge in den Rachen fällt, was zur Erstickung führen könnte. Zur weiteren Behandlung sollte man Personen mit Kopfverletzungen immer in die Klinik bringen. Dort werden sie überwacht, um Hirnverletzungen mit Spätfolgen auszuschließen oder zu verhindern. Besteht nur eine leichte Gehirnerschütterung, so genügen ein paar Tage Bettruhe.

Liegen schwere Kopfverletzungen mit Hirnblutungen vor, so wird operativ für Druckentlastung gesorgt und eine Drainage (Abflussschlauch für Blut und Wundwasser) gelegt. Der Schädel bleibt offen, bis die Schwellung zurückgegangen ist und die Wunde nicht mehr blutet. Ist der Gesichtsschädel gebrochen, so wird dies ebenfalls operativ behandelt.

Eine Schädelbasisfraktur benötigt meist keine Operation, sie wird mit Bettruhe und antibiotisch therapiert, um eine Gehirninfektion zu vermeiden. Patienten mit Kopfverletzungen bleiben in der Regel stationär unter Beobachtung.

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Vorbeugung

Um Kopfverletzungen vorzubeugen empfiehlt es sich bei sportlichen Aktivitäten oder bei Tätigkeiten mit potentieller Sturzgefahr einen Helm zu tragen. Viele Kopfverletzungen könnten durch das Tragen eines Helmes vermieden werden.

Das können Sie selbst tun

Bei ernsthaften Kopfverletzungen, insbesondere bei schweren Schlägen oder heftigen Stürzen, sollte immer sofort ein Arzt aufgesucht werden, da die Gefahr einer Gehirnerschütterung oder eines Schädelbruchs besteht. Bei kleinen Kindern sollte bei Schlägen oder Stürzen auf dem Kopf vorsorglich immer ein Arzt zugezogen werden, da hier die Schädelknochen noch nicht vollständig ausgebildet sind.

Bei gesunden Erwachsenen können leichte Kopfverletzungen zunächst auch selbst behandelt werden. Kleine Schnitt- oder Platzwunden nach einem Sturz mit dem Fahrrad oder einem anderen Unfall sollten gesäubert und desinfiziert werden. Anschließend wird am besten eine antibakterielle Heilsalbe aufgetragen und die Wunde mit einem Pflaster geschützt. Alternativ kann auch ein Sprühverband verwendet werden.

Bei stumpfen Verletzungen, die mit Gewebeschwellungen oder Hämatomen einhergehen, hilft am besten sofortige Kühlung. Dazu kann ein in kaltes Wasser getauchter Waschlappen oder ein Eisbeutel verwandt werden. Hilfreich sind auch kalte Kompressen, die es in Apotheken und Drogerien zu kaufen gibt. Um das Abschwellen des Gewebes zu fördern, können Umschläge mit Heilerde oder essigsaurer Tonerde eingesetzt werden. Gegen leichte Kopfschmerzen helfen rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke.

Sofern sich nach der Kopfverletzung bestimmte Symptome einstellen, insbesondere Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Sehstörungen oder schwere Kopfschmerzen, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Das gilt auch dann, wenn die Verletzung harmlos wirkt, da bei einer verschleppten Gehirnerschütterung oder anderen ersthaften Störungen schwere Komplikationen drohen.

Bücher über Kopfverletzungen

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013

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