Menière-Krankheit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. Oktober 2017
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Plötzlich auftretender Schwindel kann harmlos sein. Tritt er jedoch wiederholt und in Begleitung weiterer Beschwerden auf, ist an die Menière-Krankheit zu denken.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Menière-Krankheit?

Bei der Menière-Krankheit, auch Morbus Menière genannt, handelt es sich um eine Erkrankung des Innenohrs. Sie äußert sich durch Schwindelanfälle, die zwischen 20 Minuten und mehreren Stunden dauern.

Diese können zu starker Übelkeit mit anschließendem Erbrechen führen. Es kommt zusätzlich zu einer Verminderung der Hörfähigkeit eines Ohres sowie einem Druckgefühl und Ohrensausen oder Ohrgeräuschen ähnlich dem Tinitus. Manchmal können auch beide Ohren betroffen sein.

Als besondere Ausprägung der Erkrankung gelten die Drop attacks. Hier ist das Schwindelgefühl der Menière-Krankheit so stark ausgeprägt, dass der Patient die Orientierung im Raum verliert und dadurch schwer stürzen kann.

Ursachen

Die Ursachen der Menière-Krankheit sind weitestgehend unbekannt. Die vom französischen Arzt Prosper Menière bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts beschriebene und nach ihm benannte Krankheit tritt allerdings in betroffenen Familien gehäuft auf, sodass die Vermutung einer Vererbung bestimmter Abweichungen in der Form der Gehörkanäle sowie des Gleichgewichtsorgans und der Hörschnecke die Krankheit begünstigt.

Es wird davon ausgegangen, dass die Menière-Krankheit durch eine Veränderung des Flüssigkeitshaushaltes im Innenohr ausgelöst wird. Das Innenohr wiederum besteht aus dem Gleichgewichtsorgan und der Hörschnecke, die über Kanäle miteinander verbunden sind. In diesen Kanälen befinden sich die Flüssigkeiten Endolymphe und Perilymphe, die sich in ihrem Salzgehalt unterscheiden.

Bei der Menière-Krankheit sammelt sich zu viel Endolymphe in der Hörschnecke. Es ist nicht bekannt, ob diese Flüssigkeit vom Körper unzureichend resorbiert werden kann oder ob einfach zu viel gebildet wird.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Frau übt ihr Gleichgewicht
Gleichgewichtsstörungen treten bei der Menière-Krankheit kombiniert mit Schwindelanfällen auf.

Die Menière-Krankheit wird im Allgemeinen vom HNO-Arzt diagnostiziert. Wichtige Anhaltspunkte sind dabei die aufgetretenen Symptome wie Ohrgeräusche und Druckgefühl sowie Schwindelanfälle, die vom Patienten typisch mit „als würde der Boden wanken“ oder „die Umwelt sich drehen“ beschrieben werden.

Hinzu kommt die Feststellung einer Schwerhörigkeit oder des Hörverlustes vor allem im Tieftonbereich durch einen Hörtest. Mit einer speziellen Brille, der Frenzel-Brille, kann nachgewiesen werden, ob der Patient unter einem Zittern der Augen leidet.

Durch das Zittern ist es oftmals unmöglich, sich auf einen festen Punkt im Raum zu konzentrieren, wodurch das Schwindelgefühl verstärkt wird.

Die Diagnose der Menière-Krankheit gilt als gesichert, wenn neben den anderen Symptomen mindestens zwei Schwindelanfälle aufgetreten sind.

Die Ohrgeräusche und das Druckgefühl können über die Anfälle hinaus weiterhin bestehen und sich nach jedem Anfall verschlechtern. Das Hörvermögen verschlechtert sich bei der Menière-Krankheit ebenfalls bis zu einer völligen Ertaubung des Ohres.

Komplikationen

Durch die Menière-Krankheit leiden die Betroffenen in der Regel an einem Schwindel, der dauerhaft auftritt. Dieser kann dabei auch zu Kopfschmerzen und zu einer Störung der Koordination und der Konzentration führen. Im Allgemeinen wird die Lebensqualität des Patienten durch die Menière-Krankheit deutlich verringert und eingeschränkt. Es klommt weiterhin auch zu einer Blässe und zu Störungen des Gleichgewichtes oder zu Angstzuständen.

Die Betroffenen leiden nicht selten an einem Tinnitus oder an starken und lauten Geräuschen in den Ohren. Allerdings kann es ohne Behandlung auch zu einer Schwerhörigkeit und im schlimmsten Falle auch zu einer Taubheit kommen. Nicht selten schwitzen die Betroffenen übermäßig und sind in ihrem Alltag durch die Beschwerden stark eingeschränkt. Der Schwindel selbst kann dabei auch zu Erbrechen oder zu einer Übelkeit führen.

Die Menière-Krankheit wird in der Regel mit Hilfe von Bettruhe und durch verschiedene Medikamente behandelt. Dabei treten keine besonderen Komplikationen oder Beschwerden ein. In einigen Fällen sind die Betroffenen allerdings auf ein Hörgerät angewiesen. Die Lebenserwartung wird in den meisten Fällen nicht durch die Menière-Krankheit beeinträchtigt.

Behandlung & Therapie

Bei der Behandlung der Menière-Krankheit geht es zunächst darum, wirksame Medikamente zur Dämpfung der auftretenden Anfälle für den Patienten zu finden. Dazu zählen Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen. Es stehen auch Medikamente zur Verfügung, die zusätzlich auf das Gleichgewichtsorgan wirken. Welche Medikamente wirksam sind, muss individuell ausprobiert werden.

Während eines Anfalls sollte der Patient möglichst im Bett bleiben, um das Gleichgewichtsorgan zu schonen und einen Sturz zu vermeiden. Bei akuten Anfällen kann eine Besserung durch Infusionen erreicht werden, die die Durchblutung des Innenohres anregen. Durch die zunehmende Beeinträchtigung der Hörfähigkeit wird die Versorgung mit einem Hörgerät notwendig.

Sollten die Schwindelanfälle unerträglich werden und keines der Medikamente ausreichend zur Linderung beitragen, ist ein operativer Eingriff zur Linderung der Symptome möglich. Bei der Saccotomie wird das Innenohr geöffnet, um die Flüssigkeit nach außen abzuleiten. Zusätzlich gibt es bei der Menière-Krankheit weitere Eingriffe, die jedoch selten oder nur nach völliger Ertaubung des Patienten durchgeführt werden.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Eine aktive Vorbeugung gegen die Menière-Krankheit gibt es aufgrund der ungeklärten Ursache der Erkrankung nicht. Betroffene Patienten können die Wucht ihrer Anfälle lediglich durch die sofortige Einnahme von Medikamenten zur Minderung von Schwindel und Übelkeit sowie Erbrechen mindern. Außerdem sollte auf Kaffee, Nikotin und Alkohol sowie zu viel Salz nach Möglichkeit verzichtet werden, um keine Anfälle der Menière-Krankheit zu provozieren.

Das können Sie selbst tun

Bei der Menière-Krankheit stehen dem Betroffenen verschiedene Möglichkeiten zur Selbsthilfe zur Verfügung. In der Regel sollten Genussmittel wie Alkohol, Kaffee oder Nikotin vermieden werden, um die Schwindelanfälle nicht zu provozieren. Auch salzreiches Essen kann sich dabei negativ auf den Verlauf der Erkrankung auswirken und sollte ebenfalls vermieden werden.

Bei einem akuten Anfall können die Beschwerden mit Hilfe von Medikamenten gelindert werden. Dabei ist es sinnvoll, diese Medikamente immer parat zu haben. Sollte der Betroffene aufgrund der Menière-Krankheit das Bewusstsein verlieren, so ist ein Notarzt zu verständigen. Bis zum Eintreffen des Notarztes sollte die Atmung des Betroffenen kontrolliert und der Patient in eine stabile Seitenalge gebracht werden. Bei Hörbeschwerden eignet sich das Tragen eines Hörgerätes. Dadurch kann ein weitere Hörsturz durch laute Geräusche vermieden werden. Weiterhin wirkt sich eine ruhige und gleichmäßige Atmung in Stresssituationen sehr positiv auf die Erkrankung aus. Allerdings sollten anstrengende und stressige Situationen im Allgemeinen vermieden werden.

Bei einem akuten Anfall sollte sich der Betroffene in eine liegende Position begeben und sich beruhigen. Auch eine Massage des Kopfes oder der Schläfen kann die Übelkeit oder den Schwindelanfall bekämpfen.

Bücher über Gleichgewichtsstörungen

Quellen

  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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