Hörgeräte

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Als Hörgeräte bezeichnen Experten akustische Hilfsmittel bzw. Medizinprodukte, die dazu eingesetzt werden, einen teilweisen Hörverlust bei Menschen auszugleichen. Da auf diese Weise auch eine erhöhte soziale Eingliederung Schwerhöriger erreicht wird, tragen die Krankenkassen in Deutschland meist die Kosten für ein individuell angepasstes Hörgerät.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hörgerät?

Ein Hörgerät ist ein spezielles Hilfsmittel, das in der Lage ist, am bzw. im Ohr Töne zu verstärken. So ermöglicht es schwerhörigen Menschen, besser und deutlicher zu hören und am Alltagsleben teilzuhaben. Je nach Grad der Schwerhörigkeit und Art der Schädigung können unterschiedliche Modelle zum Einsatz kommen.

Jedes Hörgerät muss individuell angepasst vom Akustiker werden, da sonst keine optimale Funktion gewährleistet werden kann. Heutzutage verfügen Hörgeräte über eine sehr komplexe Elektronik und können dennoch sehr klein gehalten werden, sodass sie oftmals kaum noch sichtbar sind.

Dennoch besteht in der Gesellschaft noch immer eine mangelnde Akzeptanz, was dazu führt, dass längst nicht jeder Hörgeschädigte eine solche akustische Hilfe trägt.

Formen, Arten & Typen

Hörgeräte gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Sie werden grob in zwei Gruppen unterteilt. Sogenannte Hinter-dem-Ohr-Geräte werden, wie der Name bereits verdeutlicht, hinter der Ohrmuschel getragen. Diese verstärken den Schall mithilfe eines Ohrpassstücks, das über einen Schallschlauch verfügt.

Da diese Modelle verhältnismäßig viel Platz für die Elektronik haben, kann so eine vielfache Verstärkung stattfinden, und die Funktion des einzelnen Gerätes kann individuell an den Hörschaden angepasst werden. Im Gegensatz dazu liegen Im-Ohr-Geräte vollständig im Gehörgang der betroffenen Person.

Sie sind dadurch optisch sehr unauffällig, setzen aber auch eine gewisse Größe bzw. Weite des Gehörgangs voraus, um die gesamte Elektronik der kleinen Geräte darin unterbringen zu können.

Aufbau, Funktion & Wirkungsweise

Hörgeräte gibt es in verschiedenen Bauformen. Gängigste Modelle sind meist analoge Hinter-dem-Ohr-Geräte. Hörverluste und Schwerhörigkeit können damit ausgeglichen werden. Sie erleichtern den Alltag Hörgeschädigter enorm.

Der Aufbau eines Hörgeräts hängt maßgeblich davon ab, welches Modell verwendet wird bzw. welches Gerät die individuelle Schwerhörigkeit optimal ausgleichen kann.

Grundsätzlich bestehen aber nahezu alle Hörgeräte aus einer möglichst kleinen technischen Vorrichtung, die den Schall verstärkt. Über einen Akku bzw. eine Batterie wird das Gerät mit notwendigem Strom versorgt (dieser muss regelmäßig erneuert werden). Jedes Hörgerät nimmt den Schall zunächst auf und wandelt ihn in einen verstärkten elektrischen Impuls um, der wiederum an das Ohr weitergegeben wird. Analoge Geräte arbeiten dabei etwa auf der Basis eines Transistors, während digitale Geräte wie ein kleiner Computer funktionieren.

Wird ein Hinter-dem-Ohr-Gerät getragen, befindet sich ein gekrümmtes Gehäuse mit dem Verstärker hinter dem Ohr des Betroffenen. Über einen Schallschlauch ist dieser mit dem Ohrstück verbunden, das im Gehörgang getragen wird. Im-Ohr-Geräte wird nur noch ein zumeist deutlich kleineres Gehäuse benötigt, das sich komplett im Gehörgang befindet.

Allerdings wird dadurch der Gehörgang nahezu vollständig verschlossen, was bei den Betroffenen beispielsweise dazu führen kann, dass sie ihre eigene Stimme als unnatürlich wahrnehmen.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

In erster Linie erfüllen Hörgeräte den Zweck, einen teilweisen leichten bis schweren Hörverlust auszugleichen und das Hörvermögen des Betroffenen partiell bzw. sogar vollständig wiederherzustellen. Sie zählen daher in der Fachsprache nicht nur zu den akustischen Hilfsmitteln, sondern auch zu den sogenannten Medizinprodukten.

Da das Hörvermögen und die damit eng verbundene Sprachfähigkeit einen essenziellen Faktor im menschlichen Zusammenleben darstellt, kommt zu einer Verbesserung des Hörens neben dem rein medizinischen Aspekt auch eine soziale Komponente hinzu. Schwerhörigkeit bedeutet häufig eine gewisse Form von Isolation, da eine Interaktion, wie sie zwischen Menschen normalerweise stattfindet, nur einschränkt möglich ist.

Ein Hörgerät ermöglicht es schwerhörigen Menschen, besser und deutlicher zu hören und am Alltagsleben teilzuhaben.

Davon sind besonders auch Senioren betroffen, da die Hörfähigkeit im Alter oft nachlässt, aber auch junge Leute können unter Schwerhörigkeit leiden. Ihnen wird durch das Tragen eines Hörgeräts die Möglichkeit gegeben, am Alltagsleben teilzunehmen, soziale Kontakte aufzubauen und ihren Platz auf dem Arbeitsmarkt zu finden.

Voraussetzung ist allerdings, dass das Hörgerät fachmännisch angepasst wurde und auch eine regelmäßige professionelle Wartung erfährt. Nur dann kann gewährleistet werden, dass das empfindliche Gerät keine Schäden nimmt und seine Funktion in jeder Situation optimal ausführen kann.

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