Herpangina bei Baby und Kind

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 22. November 2017
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Die Herpangina ist eine Infektionserkrankung, die vorwiegend bei Babys und Kindern unter 7 Jahren auftritt. Eine komplikationsarme Heilung erfolgt meist selbstständig.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Herpangina?

Bei der Herpangina bei Baby und Kind handelt es sich um eine virale Infektionskrankheit, bei der Gaumen und Hals lokal infiziert sind. Von Medizinern wird Herpangina bei Baby & Kind unter anderem auch als Zahorsky-Krankheit bezeichnet.

Gehäuft kommt es zu einer Herpangina in der Regel während der Sommer- und Herbstmonate. Vor allem in öffentlichen Einrichtungen wie Krippen oder Kindergärten besteht in der Regel ein erhöhtes Risiko, dass sich die Herpangina während dieser Zeiten unter Babys und Kindern ausbreitet.

Nach außen sichtbare Zeichen für eine möglicherweise vorliegende Herpangina sind Bläschen bildende Entzündungen der Schleimhäute. Weitere Symptome, die in Verbindung mit einer Herpangina bei Baby & Kind auftreten können, sind beispielsweise Kopfschmerzen, Fieber in Höhe von bis zu 40°C und Halsschmerzen, die von Schluckbeschwerden begleitet werden.

Ursachen

Die Ursache einer Herpangina, die bei Babys & Kindern auftreten kann, ist eine Infektion mit den sogenannten Coxackie-Viren. Übertragen werden kann die Herpangina bei Baby & Kind sowohl über eine Tröpfchen- als auch über eine Schmierinfektion.

Das bedeutet, dass Viren von an Herpangina infizierten Babys und Kindern zunächst über Sekrete aus Rachen und Nase auf andere Kinder übertragen werden können. Da die Viren, die für eine Herpangina verantwortlich sind, aber auch mit dem Stuhl infizierter Kinder ausgeschieden werden, kann eine Herpangina bei Baby & Kind außerdem durch Kontakt mit Ausscheidungen auftreten.

Eine Ansteckungsgefahr durch andere Kinder, die an Herpangina erkrankt sind, besteht bis zur Abheilung der Erkrankung.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine vorliegende Herpangina-Erkrankung kann bei Babys und Kindern häufig bereits aufgrund typischerweise auftretender Symptome vermutet werden. Neben den genannten Symptomen wie entzündlichen Bläschen, Kopfschmerzen und Schluckbeschwerden kann sich eine Herpangina bei Baby & Kind äußern durch ein allgemeines Krankheitsgefühl, Bauchschmerzen, Übelkeit und/oder Appetitlosigkeit.

Zwar kann zur Absicherung der Diagnose Herpangina auch der auslösende Virus im Rachen oder im Stuhl eines infizierten Babys oder Kindes festgestellt werden; meist ist dies aber nicht notwendig.

Der Verlauf einer Herpangina ist bei Babys & Kindern in der Regel komplikationsfrei; die Erkrankung heilt nach spätestens zwei Wochen selbstständig wieder ab; meist erstreckt sich die Herpangina nur über wenige Tage. Gelegentlich kann es dazu kommen, dass sich aus auftretenden Bläschen bei der Herpangina Geschwüre entwickeln, die schmerzhaft sein können.

Komplikationen

Durch die Herpangina bei Baby und Kind kommt es in der Regel nicht zu besonderen Komplikationen oder Beschwerden. Die Krankheit heilt in den meisten Fällen von selbst ab, sodass keine ärztliche Behandlung notwendig ist. Es kommt dabei in erster Linie zu einer starken Schwellung der Schleimhaut im Rachen und im Mundraum. Damit treten auch Schluckbeschwerden auf, die zu einer Nahrungsverweigerung führen können.

Auch die Aufnahme von Flüssigkeiten ist beim Patienten in der Regel eingeschränkt, sodass es dadurch zu Mangelerscheinungen und zu einer Dehydrierung kommen kann. Vor allem bei Kindern wird die körperliche und geistige Entwicklung des Kindes durch diese Beschwerden stark verlangsamt. Weiterhin tritt auch Fieber auf und der Betroffene leidet in der Regel an einer Müdigkeit und an einer Abgeschlagenheit.

Nicht selten kommt es auch zu Kopfschmerzen, die vor allem bei Kindern zu einer Gereiztheit führen können. Eine besondere Behandlung der Herpangina bei Baby und Kind ist nicht notwendig. Die Beschwerden können mit Hilfe von Schmerztabletten oder Halstabletten gelindert werden. Weiterhin muss sich das Kind ausruhen. Nach einigen Tagen verschwinden die Beschwerden von alleine.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn das Kind ein stark auffälliges Verhalten zeigt. Weinerlichkeit, Apathie, Teilnahmslosigkeit oder ein besonders aggressives Auftreten sind untersuchen zu lassen. Kommt es zu Rötungen oder Bläschenbildung an den Schleimhäuten im Mund oder am Zahnfleisch, sollte ein Arzt die Auffälligkeiten abklären. Wird die Zahnreinigung verweigert oder klagt das Kind über Schmerzen, ist dies kontrollieren zu lassen. Bei Symptomen wie Erbrechen, Übelkeit oder einer erhöhten Körpertemperatur ist ein Arzt aufzusuchen.

Eine medizinische Untersuchung wird benötigt, sobald die Beschwerden über mehrere Tage anhalten sowie in ihrer Intensität zunehmen. Verweigert das Baby oder Kind die Nahrung, besteht Anlass zur Besorgnis. Ein Arzt ist aufzusuchen, sobald es zu einer Gewichtsabnahme kommt oder über einen längeren Zeitraum keine Flüssigkeit aufgenommen wurde. Bei innerer Trockenheit steigt das Risiko einer Dehydration und damit nimmt die Gefahr eines lebensgefährlichen Zustands zu.

Ein Arzt ist vonnöten bei anhaltenden Kopf-, Bauch- oder Halsschmerzen. Treten Schluckbeschwerden auf, ist das Kind heiser oder spricht es nicht mehr, wird ein Arzt benötigt. Bei Schlafstörungen, einer Abnahme der Konzentration oder Problemen der Aufmerksamkeit sollte ein Arzt aufgesucht werden. Sinkt die Teilhabe am sozialen Leben und zeigt das Kind eine allgemeine Schwäche, ist ein Arztbesuch nötig.

Behandlung & Therapie

Eine medizinische Behandlung der Herpangina ist in vielen Fällen nicht notwendig. Allerdings können starke Beschwerden, die in der Verbindung mit einer Herpangina bei Babys & Kindern auftreten, mithilfe verschiedener Maßnahmen gelindert werden: Hohes Fieber bei einer Herpangina kann etwa gesenkt werden durch die Gabe fiebersenkender Arzneien.

Bei starken Halsschmerzen, die während einer Herpangina auftreten können, können Lutschtabletten zu einer Linderung der Beschwerden führen. Gegen entzündliche Prozesse der Mundschleimhaut im Zusammenhang mit einer Herpangina können beispielsweise Mundspülungen angewendet werden, die ein Abklingen der Entzündungen fördern.

Maßnahmen, die im häuslichen Rahmen die Heilung einer Herpangina bei Baby & Kind unterstützen können, sind beispielsweise Schonung des infizierten Babys bzw. Kindes und eine weitestgehende Bettruhe. Um auch bei starken Schluckbeschwerden, die im Rahmen einer Herpangina auftreten können, eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit und Nahrung zu gewährleisten, wird häufig etwa die Gabe von weicher Nahrung und Flüssigkeiten empfohlen, die an den Schleimhäuten kein Brennen verursachen (wie dies beispielsweise bei Obstsäften bzw. Obst geschehen kann).

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Vorbeugung

Vorgebeugt werden kann einer Herpangina bei Baby & Kind, indem direkter Körperkontakt zu infizierten Babys bzw. Kindern möglichst vermieden wird. Hygienische Maßnahmen können außerdem dazu beitragen, dass das Risiko einer Schmierinfektion der Herpangina gesenkt wird.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Herpangina können Eltern ihre Kinder auf vielerlei Art unterstützen. Da die Gabe von Antibiotika bei einer Virusinfektion nicht indiziert ist, erfolgt ausschließlich die Behandlung der Symptome.

Der kindliche Organismus muss den Virus selbst bekämpfen. Wichtig bei hohem Fieber ist die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Erlaubt ist, was dem Kind schmeckt. Idealerweise werden stille Mineralwässer oder ungesüßter Kräutertee getrunken. Temperaturen über 40 Grad Celsius können über Wadenwickel oder eine Ganzkörperkühlung in der Badewanne reduziert werden. Dabei ist ein stabiler Kreislauf jedoch zwingend erforderlich.

Um die Bläschen in Mund und Rachen zu behandeln sind Mundspüllösungen wirksam: diese sind fertig in der Apotheke zu erwerben oder leicht selbst herzustellen. Es empfehlen sich Aufgüsse von Salbei oder Kamille. Sie wirken keimtötend und adstringent. Zuckerfreie Lutschtabletten aus Salbei oder Zistrose können größeren Kindern bereits gegeben werden. Gemieden werden sollten reizende Speisen und Getränke wie Fruchtsäfte und grobe, stark gewürzte Nahrung. Eine kräftigende Hühnerbrühe mit Nudeln wirkt hingegen förderlich und ist leicht zu verzehren. Wichtig ist ebenso die körperliche Schonung, damit sich der Organismus auf den Heilungsprozess konzentrieren kann.

Die Homöopathie empfiehlt bei einer Herpangina die Mittel Acidum muriaticum C30 gegen die Hautausschläge sowie Rhus toxicodendron C9, welches vor allem bei Juckreiz indiziert ist. Mercurius corrosivus unterstützt bei der Heilung entzündlicher Prozesse der Schleimhäute.

Bücher über Kinderkrankheiten

Quellen

  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Kerbl, R. et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2011
  • Koletzko, B.: Kinder- und Jugendmedizin. Springer Medizin Verlag, Berlin 2007

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