Zistrose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. Dezember 2016
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Die Zistrose, Cistus incanus, gehört zur Familie der Zistrosengewächse. Ihre Heilkraft wird in Südeuropa seit der Antike geschätzt. In Mitteleuropa ist die Heilwirkung der Pflanze erst in den letzten Jahren entdeckt worden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Zistrose

Zistrosen werden rund einen Meter hoch und fallen durch ihre buschigen Sträucher mit starker Verzweigung auf. Sie gedeihen bevorzugt auf trockenen, steinigen Flächen, deren Böden meist kalk- und nährstoffarm sind. Sie kommen im gesamten Mittelmeerraum vor. Die größte Artenvielfalt besteht in ihrer Heimat, und sie wachsen hauptsächlich in der Garigue, einer mediterranen Strauchheidenformation, die insbesondere in Frankreich, Italien und Nordafrika verbreitet ist.

Die Blüten, von weiß über rosa bis lilafarben, blühen oft nur wenige Stunden. Ein einzelner Strauch ist jedoch von hunderten von Blüten übersät, so dass sich zwischen April und Juni eine üppige Strauchblütenpracht entwickelt. Es sind etwa 24 Arten der Gattung Cistus bekannt, dazu noch eine Vielzahl von Hybriden. Zu den bekannteren Zistrosen-Arten gehören die Weißliche Zistrose aus dem westlichen Mittelmeerraum, die Montpellier-Zistrose, die auf den Kanarischen Inseln und östlich von Zypern beheimatet ist, oder die Lack-Zistrose, die in Frankreich, der Iberischen Halbinsel Marokko und Algerien vorkommt.

In Mitteleuropa ist seit einigen Jahren die Graubehaarte Zistrose, Cistus incanus, als Heilpflanze in den Fokus gerückt. Das Besondere an der Pflanze ist das Labdanum, das unter Sonneneinstrahlung aus den Blättern und Zweigen tritt. Labdanum ist ein aromatisch duftendes, öliges Harz. Die Bezeichnung stammt aus dem syrisch-phönizischen Sprachraum, wo die Zistrose als Ladan, klebriges Kraut, bezeichnet wurde. Das Harz wurde als Heilmittel und für die Schönheitspflege verwendet, die alten Ägypter benutzten es zum Räuchern.

Wirkung & Anwendung

In ihrer Heimat rund um das Mittelmeer ist die Zistrose ein seit Jahrhunderten bekanntes Heilmittel. Es wird gegen Infektionen, Bronchialerkrankungen, Augenkrankheiten und zur Blutstillung eingesetzt. In Mitteleuropa ist die Graubehaarte Zistrose von Interesse, denn Untersuchungen zufolge zählt sie zu den polyphenolreichsten Heilpflanzen. Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe mit hoher antioxidativer Wirkung. Besonders diskutiert wird die antivirale Wirkung der Pflanze. Beispielsweise im Zusammenhang mit Borreliose, die durch Zecken hervorgerufen wird.

Selbst in fortgeschrittenem Stadium scheint die Heilpflanze noch ihre Wirkung zu erzielen. Aktuelle Studien deuten auf eine antivirale Wirkung bei Grippeerkrankungen hin. Die Zistrose könnte damit eine Alternative zur Grippeschutzimpfung werden. Und gleichzeitig der Vorbeugung von Vogel- und Schweinegrippe dienen. Die Polyphenole der Zistrose, zu denen Flavonoide und Gerbstoffe zählen, können das Andocken von Viren verhindern. Dabei schließen sie das Virus ein, um so das Eindringen der Krankheitserreger in die Zelle zu verhindern, wo ansonsten ein schädlicher Oxidationsprozess der Zellen starten würde.

Die Blüten, von weiß über rosa bis lilafarben, blühen oft nur wenige Stunden. Ein einzelner Strauch ist jedoch von hunderten von Blüten übersät, so dass sich zwischen April und Juni eine üppige Strauchblütenpracht entwickelt.

Der hohe Polyphenolgehalt hält nicht nur die oxidativen Prozesse auf, sondern wirkt auch entzündungshemmend und krebsvorbeugend. Außerdem wird der Zistrose eine immunsteigernde Abwehr nachgesagt. Neben der antiviralen Wirkung kämpft die Heilpflanze gegen Bakterien und Pilze, dämmt Entzündungen ein, ist bei Allergien, Hautproblemen und Ekzemen hilfreich. Andere Inhaltsstoffe, wie die Pflanzenöle Cineol und Eugenol, wirken bei Erkältungen auf die oberen und unteren Atemwege schleimlösend, schmerzstillend und antibakteriell.

Besonders effektiv ist die Zistrose offenbar in der prophylaktischen Anwendung. Sie sollte spätestens jedoch 48 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome eingenommen werden. Auch gegen Schwermetalle entwickelt die Heilpflanze ihre Wirkung. Ebenso wie bei den Viren umschließen die Polyphenole Schwermetalle, wie etwa Kadmium, die in den Magen-Darmtrakt gelangen. Dadurch wird eine Weiterleitung der schädlichen Substanzen in den Blutkreislauf und somit in andere Organe verhindert, und die Substanzen werden stattdessen ausgeschieden. Die Polyphenole können offenbar unterscheiden, welche mineralische Verbindung dem Organismus nützlich sind und welche nicht, denn Eisen wird von ihnen nicht gebunden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Auch wenn die Wirkung der Zistrose seit längerem intensiv erforscht wird und die Heilwirkung unbestritten sind, sind bislang noch keine standardisierten Fertigarzneimittel erhältlich. Und im Vergleich zu anderen Heilpflanzen gibt es nur wenige Studien. Auch die Qualität des Wirkstoffes ist noch nicht durch ein Arzneibuch festgeschrieben. Die breitgefächerte Wirkung ist dennoch hinlänglich bekannt.

Zumindest steht das getrocknete Kraut, das aus Stengeln, Blättern und Blüten besteht, in der Apotheke zur Verfügung, wo auch Lutschtabletten oder andere Tabletten mit dem Wirkstoff angeboten werden. Am einfachsten lässt sich ein Zistrosen-Tee zubereiten, der zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten getrunken wird, gegen Entzündungen im Rachenraum oder zur Ausleitung von Schwermetallen. Dazu wird ein Esslöffel Zistrosenkraut, mit einer Tasse siedend heißem Wasser übergossen. Die Mischung etwa fünf Minuten köcheln lassen, danach abseihen und trinken. Bei Hauterkrankungen empfiehlt sich ein Bad mit einer Zistrosen-Abkochung. Auch Umschläge oder Waschungen mit dem Sud sind empfehlenswert.

Dazu zehn Gramm Tee in 200 ml Wasser etwa fünf Minuten köcheln lassen, danach den Sud zweimal täglich mit einem Schwamm auftragen und trocknen lassen. Dazu mindestens einmal am Tag eine Tasse Zistrosen-Tee trinken. Bislang hat die Therapie mit der Zistrose erstaunliche Wirkung bei Neurodermitis gezeigt, ebenso lässt sich Akne damit behandeln. Erfolgreich ist die Heilpflanze auch im Kampf gegen Herpes-Simplex-Viren, die sich gerne bei Erkältungskrankheiten rund um Mund und Nase ausbreiten. Zur Stärkung des Immunsystems empfiehlt sich eine vierwöchige Kur. Über den Tag verteilt einen Liter Tee trinken, die erste Tasse morgens auf nüchternen Magen.

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