Harnröhrenentzündung (Urethritis)
Bei der Harnröhrenentzündung, in der medizinischen Fachsprache auch als Urethritis bezeichnet, handelt es sich um eine Entzündung der Harnröhrenschleimhaut. Männer und Frauen können von dieser Erkrankung gleichermaßen betroffen sein.
Definition Harnröhrenentzündung
Ausfluss sowie Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen sind meist eindeutige Symptome einer Harnröhrenentzündung. Wird diese jedoch frühzeitig erkannt und richtig behandelt, sind die Chancen auf vollständige Heilung recht gut.
Nicht verwechseln sollte man die Harnröhrenentzündung mit einer Blasenentzündung. Beide zählen zwar zu den unteren Harnwegsinfekten, sind jedoch deutlich voneinander abzugrenzen.
Ursachen für Harnröhrenentzündung
Die unspezifische Harnröhrenentzündung wiederum wird durch Chlamydien, Korynebakterien, Mykoplasmen oder Trichomonaden ausgelöst. Eine Harnröhrenentzündung ist sexuell übertragbar und in diesem Fall auch ansteckend. Doch auch andere Ursachen kommen für den Ausbruch der Harnröhrenentzündung in Frage.
Mechanische Reizungen beispielsweise können die Erkrankung ebenso auslösen wie allergische Reaktionen. Selbst Gleitmittel kann der Auslöser für die Harnröhrenentzündung sein. Besonders bei stark gewürzten oder gesalzenen Speisen ist eine Harnröhrenentzündung in Folge ebenfalls keine Seltenheit.
Typische Symptome bei Harnröhrenentzündung
- grünlicher bis weißlicher Ausfluss aus der Harnröhre
- Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
- Juckreize
Diagnose und Verlauf bei Harnröhrenentzündung
Die Diagnose der Harnröhrenentzündung kann meist anhand der vorliegenden Symptome eindeutig genannt werden. Ein weißlicher bis grüner Ausfluss aus der Harnröhre zählt zu diesen Symptomen ebenso wie ein Jucken und Brennen der Harnröhre. Der Ausfluss ist meist schleimig und wird von den Medizinern auch als Urethralfluor bezeichnet.
Die meisten betroffenen Patienten klagen zudem über Schmerzen beziehungsweise Brennen beim Wasserlassen. Die Öffnung der Harnröhre ist sichtbar rot und geschwollen. In etwa 25 Prozent der Fälle verursacht eine Harnröhrenentzündung wiederum überhaupt keine Symptome und bleibt völlig unbemerkt. Vor allem weibliche Patienten bemerken die Erkrankung häufig nicht. Die Symptome einer Harnröhrenentzündung sind denen einer Blasenentzündung nicht unähnlich - zählen doch beide Erkrankungen zu den unteren Harnwegsinfekten.
Um jedoch eine eindeutige Diagnose stellen zu können, wird der behandelnde Arzt einen Abstrich aus der Harnröhre entnehmen. Eine Untersuchung dieses Abstriches unter dem Mikroskop wird dann den genauen Erreger der Harnröhrenentzündung bestimmen. Auch eine Urinprobe kann Aufschluss über mögliche Erreger geben. Der Verlauf der Erkrankung hängt vom jeweiligen Auslöser ab: oft bricht die Erkrankung erst nach einigen Tagen oder gar Wochen aus. Wird diese dann aber fachgerecht behandelt, heilt sie ohne Folgeschäden.
Unbehandelt jedoch können sich aus einer Harnröhrenentzündung durchaus schwere Komplikationen entstehen. Die Erreger können sich auf andere Organe ausbreiten - dies können beim Mann etwa die Nebenhoden oder auch die Vorsteherdrüse sein; bei einer Frau wiederum können Eileiter und Eierstöcke betroffen sein. Schlimmstenfalls kann diese Entzündung des Eileiters oder der Eierstöcke sogar zur Unfruchtbarkeit führen. Auch Schwangere sollten bei einer Harnröhrenentzündung vorsichtig sein, denn die Erreger können sich auf das Kind übertragen, was wiederum eine Bindehautentzündung auslösen kann.
Behandlung von Harnröhrenentzündung
Unterstützend sollten die Patienten ausreichend trinken und sich warm kleiden. Vor allem kalte Füße sollten bei der Erkrankung Harnröhrenentzündung vermieden werden.
Auch einige Hausmittel wie Johannisbeer- oder Cranberrysaft haben sich im Rahmen der Behandlung bereits gut bewährt. Auf Geschlechtsverkehr sollte man so lange verzichten, bis die Harnröhrenentzündung vollständig abgeklungen ist, um seinen Partner nicht anzustecken.
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Vorbeugung von Harnröhrenentzündung
Da die Harnröhrenentzündung in vielen Fällen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr entsteht, sollte man vor allem hier vorsichtig sein. Die Verwendung von Kondomen kann also durchaus helfen, einer Harnröhrenentzündung vorzubeugen.
Vielen Säuglingen werden nach der Geburt vorbeugend erregerabtötende Augentropfen gegeben, um die durch eine Harnröhrenentzündung möglicherweise entstehende Bindehautentzündung zu verhindern.
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