Schachtelhalm

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2016
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Schachtelhalm, genauer Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense), auch bekannt als Zinnkraut oder Pferdeschwanz, ist eine krautige mehrjährige Pflanze, die in den arktischen und gemäßigten Regionen der nördlichen Hemisphäre zu finden ist.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Schachtelhalm

Schachtelhalm wächst aus einem mehrjährigen weit verzweigten und bis zu 50 cm tief wurzelnden Rhizom. Im Frühjahr entwickeln sich zunächst aus unterirdischen Knospen des vergangenen Jahres mit bis zu 100.000 Sporen je Stamm besetzte nicht-photosynthetische Pflanzenstengel.

Erst nachdem diese fruchtbaren Stengel verwelkt sind, wachsen die charakteristischen sporenfreien Sprosse des Schachtelhalms. Die 10 - 90 cm langen sterilenn Stiele, mit 3 - 5 mm Durchmesser und etwa 2 - 5 cm langen beweglichen Segmenten, erreichen eine Wuchshöhe von bis zu 50 cm. Schachtelhalm bevorzugt feuchten Boden auf Acker- und Grünland.

Einmal etabliert, ist die Pflanze jedoch resistent gegen Trockenheit und neigt zu invasivem Wachstum, weshalb es auch als Unkraut bekämpft wird. Gleichzeitig gilt Schachtelhalm als Indikator schlechter Bodenbearbeitung.

Anwendung & Verwendung

Bis auf Ackerschachtelhalm sind alle anderen Schachtelhalmarten giftig. Ackerschachtelhalm enthält mehrere Substanzen, die medikamentös aufbereitet werden.

Die Pflanze ist reich an den Mineralstoffen Silizium (10%), Kalium und Kalzium sowie Flavonoiden, Pflanzensäuren, Saponoiden und Glykosiden. Diese Bestandteile haben insbesondere eine antioxidative und entzündungshemmende Wirkung. Schachtelhalm verfügt über die Fähigkeit, Gold sowie Cadmium, Kupfer, Blei und Zink in seinem Gewebe zu akkumulieren.

Die Ansammlung von Kieselsäureablagerungen in den Stielen verleiht dem Zinnkraut die grobe und rauhe Textur. Historisch wurde Schachtelhalm daher zum Polieren von Metall, insbesondere Zinn, verwendet. Daher leitet sich auch der Name Zinnkraut ab. Europäischer Schachtelhalm enthält die Anti-Allergie-Verbindung Quercetin, die in Nordamerika und Asien in der Regel nicht enthalten ist. Zudem weist die Pflanze geringe Mengen an Nikotin auf.

Einmal etabliert, ist die Pflanze resistent gegen Trockenheit und neigt zu invasivem Wachstum, weshalb es auch als Unkraut bekämpft wird.

Für die Verarbeitung in Tees, Tinkturen und Umhüllungen sowie in Kosmetika (Wirkstoff Collagen) werden die oberen 2/3 der unfruchtbaren Pflanzentriebe getrocknet, geschnitten und pulverisiert. Um einen Schachtelhalmkrautauszug herzustellen, wird das Kraut überbrüht und gekocht, um die Kieselsäure herauszulösen. Die abgekühlte Essenz wird gefiltert und kann beispielsweise zur Herstellung einer Heilsalbe mit einer Creme auf Basis von Wollwachsalkohol gemischt werden.

Präparate aus Schachtelhalm sind als Kapseln oder in Heilpflanzenkombination als Tabletten, Dragees oder Tropfen verfügbar. In Asien gelten die wie Gemüse zubereiteten Knospen als Delikatesse. Auszüge aus Ackerschachtelhalm ergeben ein wirksames Fungizid zur Bekämpfung von Sternrußtau und Rost auf Rosen und Minze. Im biologisch-dynamischen Anbau wird Schachtelhalm verwendet, um den Boden mit Silizium anzureichern, was die Auswirkungen von Staunässe auf die Pflanzen reduziert.

Bedeutung für Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Schachtelhalm ist als eine der wertvollsten pflanzlichen Quellen von Siliciumdioxid bekannt. Bereits die römische und griechische Medizin kannte die Wirksamkeit des prähistorischen Gewächses und verwendete Schachtelhalm traditionell zum Stoppen von Blutungen, der Heilung von Geschwüren und Wunden sowie der Behandlung von Tuberkulose und Nierenkrankheiten. Das natürliche Silizium stärkt die Knochen und schützt die Haut vor Faltenbildung.

Sie wirkt sich stärkend auf das Bindegewebe aus, ist entzündungshemmend, hautstraffend, durchblutungsfördernd und adstringierend. Eine Schachtelhalmspülung eignet sich ebenfalls für die Pflege von fettigem Haar. Die durch eine medizinische Studie nachgewiesene Verbesserung auf die Knochendichte ist darauf zurückzuführen, dass sich die Kieselsäure im Körper in Kalzium umwandelt. Schachtelhalm wird traditionell als Diuretikum verwendet, um den Körper durch vermehrte Harnausscheidung von überschüssiger Flüssigkeit zu befreien.

Anwendungen beziehen sich auf die Behandlung von Nieren- und Blasensteinen, Harnwegsinfekte, Inkontinenz und allgemeine Störungen von Niere oder Blase. Nahezu jedes pflanzliche Präparat zur Entwässerung enthält inzwischen Bestandteile von Schachtelhalm. Zinnkraut ist ein klinisch bewährtes Antioxidantium und wird zur Behandlung von Ödemen, Arthrose und Osteoporose verwendet.

Eine im Jahr 2010 durchgeführte klinische Studie wies nach, dass ein Extrakt aus Schachtelhalm freie Radikale sowie das Wachstum von Krebszellen unterdrücken kann. In der Hausmedizin kommt Schachtelhalm zur Behandlung chronischen Hustens sowie durch direkte Auflage des gekochten Krautes zur Heilung von Gelenkentzündungen sowie von Rheuma zur Anwendung.

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