Glaukom (Grüner Star)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. August 2017
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Die Erkrankung Glaukom, die im umgangssprachlichen Gebrauch ebenfalls als Grüner Star bekannt ist, gehört zu den Augenkrankheiten und wird augenärztlich sowohl ambulant als auch stationär behandelt. Grüner Star ist von der Erkrankung Grauer Star abzugrenzen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist grüner Star?

Die Definition des Glaukoms, beziehungsweise Grüner Star, geht dahin, dass insbesondere der für das Sehen verantwortliche Sehnerv durch unterschiedliche Einflüsse geschädigt wird und seine Funktion nicht mehr ausüben kann.

Das gemeinsame Kennzeichen des Glaukoms sind außerdem eine Einengung des Seh- und Gesichtsfelds sowie ein über dem normalen Limit liegender Innendruck der Augen.

Beim Glaukom oder grünen Star werden variierende Krankheitstypen unterschieden. Diese abweichenden Formen beim Glaukom weichen untereinander von deren Symptomatik mehr oder weniger stark voneinander ab. Bei den meisten Patienten, die unter einem Glaukom leiden, wird ein sogenanntes Offenwinkelglaukom diagnostiziert.

Neben diesem Glaukom spielen ebenfalls das Winkelblock-, das Engwinkel- und das Sekundärglaukom eine wichtige Rolle. Eine Sonderform vom Glaukom ist das Normaldruckglaukom.

Ursachen

Nicht nur eine einzige Ursachen kommen für die Entstehung vom Glaukom in Frage. Eine Vielzahl unterschiedlicher Komplexe von Auslösern können zu einem Glaukom, bzw. Grünem Star führen. Grundsätzlich hängt das Glaukom eng mit dem veränderten Innendruck im Auge zusammen.

Darüber hinaus ist eine unzureichende Versorgung des Sehnervs mit Blut ebenfalls eine Voraussetzung, die ein Glaukom bedingen kann. Diese Ursachen sind die sogenannten Risikofaktoren, die ein Glaukom begünstigen. Vorrangig ein Missverhältnis zwischen der Bereitstellung und dem Abfließen des in der Augenkammer benötigten Augenwassers ist die Basis für einen abnormalen Augeninnendruck.

Es entsteht eine anhaltender Druck auf den Sehnerv, der diesen einengt und zu einer Verschlechterung der Sehfähigkeit beiträgt. Außerdem sind ein unregelmäßiger und zu niedriger Blutdruck, ein fortgeschrittenes Lebensalter, eine kurz- und Weitsichtigkeit, Stoffwechselerkrankungen sowie eine dünnschichtige Hornhaut weitere Ursachen. Darüber hinaus kann ebenfalls eine genetische Vorbelastung vorhanden sein, die als Grund für ein Glaukom in Frage kommt.

Typische Symptome & Anzeichen

Krankheitsverlauf

Infogramm zur Anatomie und Aufbau des Auges bei Grünem Star. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Der Verlauf und die Entwicklung beim Glaukom (Grüner Star) sind individuell variabel und weichen in ihren Beschwerdebildern voneinander ab.

Die betroffenen Patienten leiden unter einer Beeinträchtigung, die dazu beiträgt, dass das Kammerwasser des Auges nicht in genügendem Umfang abfließen kann.

Durch den ansteigenden Augeninnendruck kommt es zu einem akuten Glaukom. Intensive Kopfschmerzen, Rötungen der Augen, Schwindel, Erbrechen, Übelsein, Schüttelfrost und Fieber treten auf.

Weitere klassische Begleitsymptome beim Glaukom sind ein eingeschränktes, stark begrenztes Sehfeld, sogenannte Gesichtsausfälle und ein verschwommenes Wahrnehmen von Bildern. Einige Patienten geben ein Sehen bunter Ringstrukturen um helle Lichter herum an. Beim Glaukom ist das Sehfeld neblig verschleiert.

Komplikationen

Da es bei einem Glaukom oder Grünem Star erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium zu Symptomen in Form von Sehstörungen oder einem Sehverlust kommt, wird die Erkrankung meist erst sehr spät bemerkt und behandelt. Dadurch liegen dann bereits erhebliche Schäden an den Sehnerven vor. In vielen Fällen sind spezielle Augentropfen das Behandlungsmittel der Wahl.

Je nach Stadium der Erkrankung kann es jedoch auch notwendig sein, eine Glaukom-Operation durchzuführen, um die verbliebene Sehfähigkeit zu erhalten. Wir das Glaukom nicht behandelt, kann das betroffene Auge vollständig erblinden. Bei zahlreichen Patienten mit Grünem Star kann die Erkrankung mittels Augentropfen behandelt werden.

Heute verwendet man hierfür meist Prostaglandine oder Alpha-Agonisten, die sehr effektiv den Augeninnendruck senken können. Reichen die Augentropfen jedoch nicht aus, wird im Rahmen einer Augenoperation ein künstlicher Abfluss zum dauerhaften Druckausgleich im Auge geschaffen. Bei der Operation können in seltenen Fällen Blutungen in der vorderen Augenkammer auftreten, welche aber von selbst wieder abklingen.

Es gibt auch laserchirurgische Behandlungsmethoden bei Grünem Star, diese senken den Augeninnendruck jedoch nur gering und nicht dauerhaft. Bei einer Sonderform des Grünen Star, dem angeborenen Glaukom, gibt es bei Erwachsenen frühe Anzeichen wie tränende Augen, Lichtempfindlichkeit oder getrübte Hornhaut. Diese geerbte Form kann nur mittels Operation behandelt werden, um zunehmende Sehstörungen zu vermeiden.

Behandlung & Therapie

Das akute Glaukom wird wie ein Notfall behandelt. Eine entsprechende Diagnostik und eine möglichst frühzeitige Erkennung können die Behandlungserfolge beim Glaukom wesentlich verbessern. Zunächst ist eine medikamentöse Therapie möglich, die durch einen medizinischen Eingriff mittels Lasertechnik und anderer operativer mehr oder weniger invasiver Verfahren ergänzt werden kann.

Im Mittelpunkt der Medikamente stehen Augentropfen als Betablocker, Cholinergika, Prostaglandine und andere Wirkstoffgruppen. Die Medikamente sollen den Augeninnendruck senken, die Transparenz des Ziliarkörpers erhöhen und den Abfluss des Kammerwassers begünstigen. Vielfach werden diese Arzneimittel in einer Kombination verabreicht.

Als Laseroperationen kommen bei der Behandlung vom Glaukom Verödungen des Ziliarkörpers, eine Argonlasertrabekuloplastik und lasergestützte Optimierungen der Durchtrittspforte des Kammerwassers zwischen der Augenhinterkammer und der Augenvorderkammer in Frage.

Eine weitere lasertechnische Variante, um das Glaukom zu therapieren, ist die Iridektomie.

Operative Techniken, die am Ziliarkörper, an der Lederhaut und der Augenbindehaut vorgenommen werden, verbessern die Sehtüchtigkeit beim Glaukom und verlängern den Verlauf der Krankheit. Auch die operative Behandlung der Regenbogenhaut und eine sogenannte Kataraktoperation können eine Reduzierung des Augeninnendrucks realisieren.

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Vorbeugung

Eine individuelle Prophylaxe gegen den Grünen Star ist kaum möglich, nur eine gute Wahrnehmung der Sehfähigkeit und eine schnelle Reaktion bei Verschlechterungen können eine rechtzeitige Früherkennung ermöglichen.

Eine Diagnostik beim Glaukom ist nur durch den Facharzt realisierbar und ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie, die bereits im frühen Stadium beginnen kann.

Gerade bei Erkrankungen, die mit Durchblutungsstörungen verbunden sind wie die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus ist eine regelmäßige Kontrolle der Augen beim Augenarzt mit einer Messung des Augeninnendrucks unerlässlich.

Das können Sie selbst tun

Ein Glaukom kann nicht selbstständig behandelt werden. Einmal diagnostiziert, kann der geschädigte Sehnerv meist nur noch mit Hilfe von operativen Maßnahmen oder Medikamenten wiederhergestellt werden.

Im Frühstadium kann die Ausbreitung des Grüner Stars durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten hinausgezögert oder gar verhindert werden. Experten empfehlen vor allem eine umfassende Augenpflege, regelmäßige Bewegung und eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Betroffene sollten zuckerhaltige Lebensmittel sowie Koffein, Alkohol und Nikotin meiden. Stattdessen sollten Lebensmittel verzehrt werden, die den Körper reinigen und entschlacken, etwa Obst und Gemüse sowie Sprossen und Keimlinge. Besonders wirksam ist regelmäßiges Heilfasten. Begleitend dazu gilt es, Stress zu reduzieren und vor allem die Belastung auf die Augen zu reduzieren.

Wer täglich am Computer arbeitet, kann das Risiko für ein Glaukom durch gezieltes Augentraining erheblich senken und gleichzeitig auch für psychische Entlastung sorgen. Eine wirksame Übung: den Arm mit aufgerichtetem Daumen ausstrecken, diesen in verschiedene Richtungen bewegen und dabei dem Daumen mit den Augen folgen, während der Kopf sich nicht bewegt.

Zuletzt sollten regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt durchgeführt werden. Vor allem Risikogruppen (Menschen ab 40, Patienten mit einer anderweitigen Erkrankung der Augen, u.a.) sollten diese Maßnahmen ergreifen und dadurch dem Grünen Star effektiv entgegenwirken.

Bücher über Glaukom (Grüner Star)

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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