Normaldruckglaukom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
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Das Glaukom ist eine Erkrankung des Auges, die umgangssprachlich auch als "Grüner Star" bekannt ist. In den meisten diagnostizierten Fällen handelt es sich um sogenannte Hochdruckglaukome, die mit einem erhöhten Augeninnendruck einhergehen. Es kann aber auch ein Normaldruckglaukom (auch Niederdruckglaukom genannt) vorliegen, bei dem der Augendruck nicht erhöht ist. Das Normaldruckglaukom unterscheidet sich in einigen Punkten deutlich vom häufiger beobachteten Hochdruckglaukom, weshalb es besonderer Aufmerksamkeit bedarf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Normaldruckglaukom?

Das Normaldruckglaukom oder Niederdruckglaukom ist eine chronisch auftretende Erkrankung des Auges. Unerkannt kann es zu schweren, irreversiblen Schäden des Auges mit dauerhaften Folgen wie Sehnervschädigung, Sichtfeldeinschränkung und Erblindung führen. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten.

In manchen Fällen ist das Glaukom auch angeboren, hier liegt zum Beispiel ein fehlentwickelter Kammerwinkel vor. Auch wenn das Hochdruckglaukom deutlich häufiger diagnostiziert wird, nämlich in 70 bis 90 Prozent der Fälle, gehen Experten inzwischen davon aus, dass fast jedes zweite Glaukom in Europa ein Normaldruckglaukom ist.

Viele Patienten wissen demnach nicht, dass sie an dieser Erkrankung leiden. Häufig wird sie aus diesem Grund erst dann erkannt, wenn bereits schwerwiegende Folgen eingetreten sind.

Ursachen

Im Gegensatz zum deutlich häufiger festgestellten Hochdruckglaukom, das sich durch erhöhten Augeninnendruck auszeichnet und auf diesem Wege den Sehnerv schädigen kann, hat das Normaldruckglaukom andere, weniger offensichtliche Ursachen. Meist sind diese vaskulärer (gefäßbedingter) Natur. Verschiedene Formen eines schwankenden, tendenziell niederen Blutdrucks (Hypotonie) können das Normaldruckglaukom auslösen.

Auch das Flammer-Syndrom kann eine Ursache sein, eine Fehlregulierung der Blutversorgung. So können neben vielen weiteren Organen vor allem die empfindlich kleinen Gefäße des Auges betroffen sein. Durch die Blutdruckschwankungen kommt es zu einer mangelnden Nährstoffversorgung des Auges. Vor allem Schlafapnoe-Patienten, die nachts unter ständigen Atemaussetzern leiden, sind Risikopatienten für die Entwicklung eines Normaldruckglaukoms.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Normaldruckglaukom macht zunächst keine Beschwerden, da beide Formen des Glaukoms keine Schmerzen verursachen. Auch bei Vorsorgeuntersuchungen, die in der Messung des Augendrucks bestehen, welche häufig mit einem sogenannten Tonometer durchgeführt werden, werden sie zunächst nicht erkannt.

Alle Glaukomformen können den Sehnerv schädigen und schleichend zu Sichtfeldeinschränkungen bis hin zum vollständigen Sehverlust führen. Ein Symptom ist daher die Sehverschlechterung, die durch ihren langsam fortschreitenden Verlauf vom Patienten selbst allerdings meist gar nicht oder erst sehr spät erkannt wird.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Tonometrie, bei der der Augendruck des Patienten mit Hilfe eines kleinen Luftstoßes gemessen wird, der ins Auge abgegeben wird, eignet sich nur zur Erkennung des Hochdruckglaukoms und ist daher zur Diagnosestellung des Normaldruckglaukoms nicht angezeigt. Der Augenarzt hat zusätzlich die Möglichkeit mit Hilfe der Opthalmoskopie den Augenhintergrund zu untersuchen.

Hierbei kann er typische Glaukomschäden erkennen, auch wenn der Augendruck in der Tonometrie unauffällig war. Typische Schäden sind zum Beispiel Eindellungen und Papillenrandblutungen. Weiter kann die Perimetrie, die sogenannte Gesichtsfelduntersuchung, wichtige Hinweise zur Diagnosestellung liefern. Hierbei kann erkannt werden, ob typische Ausfälle im Randbereich des Gesichtsfeldes vorliegen.

Die Messung des Sehnervs durch den sogenannten Heidelberger Tomographen (Scanning-Laser-Tomographie) ist ebenfalls möglich. Bei spät erkannten Glaukomen kann sich dies durchaus als sinnvoll erweisen. Weitere Diagnoseverfahren sind die OCT (Optische Kohärenztomografie), die GDx (Scanning-Laser-Polarimetrie) sowie die RTA (Netzhautdickenmessung).

All diese bildgebenden Verfahren liegen im Bereich der individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) und müssen bis auf wenige Ausnahmen vom gesetzlich versicherten Patienten selbst gezahlt werden. Da das Niederdruckglaukom von einem schwankenden Blutdruck ausgelöst werden kann, wird vom Arzt häufig eine 24-Stunden-Blutdruckuntersuchung angeordnet. Hierfür tauschen sich der behandelnde Augenarzt und der Hausarzt des Patienten mittels Überweisung aus.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung des Normaldruckglaukoms besteht vor allem in der Suche nach der eigentlichen Ursache und deren Therapie. Dies setzt eine enge Zusammenarbeit von Augenarzt und behandelndem Allgemeinmediziner beziehungsweise Internisten voraus. Eine salzreiche Kost kann zur Steigerung des Blutdruckniveaus führen, was je nach Grunderkrankung derzeit ein üblicher Behandlungsansatz ist.

Dies eignet sich allerdings nicht für alle Patienten, vor allem dann nicht, wenn weitere Grunderkrankungen bestehen. Während die Therapie des Hochdruckglaukoms generell in der Senkung des Augeninnendrucks mittels Augentropfen besteht, wird diese Methode teilweise auch bei Normaldruckglaukomen angewendet, auch wenn der Augeninnendruck hier grundsätzlich nicht erhöht ist.

Das kommt daher, dass ein niedriger Augendruck zu einer besseren Versorgung des Auges mit Nährstoffen führt. Häufig verordnete Medikamente sind hier Miotika, die die Pupille verengen und so die Gefäße weiten, sodass das druckerzeugende Kammerwasser ablaufen kann. Prostaglandinderivate, unter anderem unter dem Handelsnamen Latanoprost (R) bekannt, verbessern ebenfalls die Fließfähigkeit des Kammerwassers.




Vorbeugung

Dem Normaldruckglaukom kann nur sehr schwer vorgebeugt werden. Eine gezielte Prophylaxe kann hier kaum erfolgen. Die Vorbeugung liegt daher in der Beobachtung der möglicherweise als Grunderkrankung vorliegenden Ursachen. Schlafapnoe-Patienten, Patienten mit Blutdruckschwankungen und solche mit dem Flammer-Syndrom gelten als besonders gefährdet und sollten regelmäßig augenärztlich überwacht werden.

Weiter bietet sich die regelmäßige Glaukomvorsorge beim Augenarzt an, die allerdings nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird, die Kosten liegen hier beim Patienten. Eine Häufung von Glaukomen innerhalb der Familie ist ein weiterer Risikofaktor, selbst am Glaukom zu erkranken, weshalb auch hier eine intensive Vorsorge ratsam ist. Je besser der Patient über seine Grunderkrankung informiert ist, umso eher kann das Normaldruckglaukom erkannt werden.

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