Ellenbogenschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Dezember 2017
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Schmerzen im Ellenbogen können auf verschiedenen Ursachen beruhen und unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Ellenbogenschmerzen sollten, wenn sie länger als drei Tage andauern, von einem Arzt untersucht werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Ellenbogenschmerzen?

Schmerzen im Ellenbogen entstehen häufig bei starker oder fehlerhafter Belastung sowohl durch alltägliche Bewegungen als auch durch Sport. Ellenbogenschmerzen können aber auch nach einer längeren Phase der Ruhigstellung (z. B. durch einen Gipsverband) auftreten. Je nach Ursache können sich Schmerzen stechend, ziehend oder drückend bemerkbar machen.

Der Ellenbogen stellt ein aus drei Teilgelenken zusammengesetztes Gelenk dar, die über eine gemeinschaftliche Gelenkkapsel verfügen. Der Oberarmknochen (Humerus) und die Unterarmkochen Elle (Ulna) und Speiche (Radius) sind jeweils über ein Teilgelenk miteinander verbunden. Über das Ellenbogengelenk lässt sich der Unterarm beugen, strecken und drehen. Zum Gelenkbereich gehören neben den Knochen auch Knorpel, Gelenkflüssigkeit sowie Bänder und Sehnen.

Bei einer Gelenkentzündung ist eine Erwärmung des Ellenbogens zu spüren. Zudem ist die Beweglichkeit des Gelenks bei Schmerzen im Ellenbogen häufig eingeschränkt.

Ursachen

Die unterschiedlichsten Beanspruchungen können Schmerzen im Ellenbogen auslösen. Falsche oder zu starke Belastungen können ebenso ursächlich sein wie vorangegangene Ruhigstellungen oder Verletzungen.

Zu den entzündlichen Ursachen von Ellenbogenschmerzen gehören die Arthritis, das auf einer Fehlsteuerung des Immunsystems beruhende Gelenkrheuma, die Entzündung von Gelenkschleimbeuteln und eine Sehnenscheidenentzündung. Der sogenannte Tennisarm und der Golferellenbogen können auf entzündliche oder abnutzungsbedingte (degenerative) Veränderungen im Ellenbogen zurückzuführen sein, beruhen jedoch trotz ihrer Bezeichnung zumeist auf Belastungen während der Arbeit. Gelenkverschleiß, der ebenfalls zu Gelenkschmerzen führen kann, wird als Arthrose bezeichnet.

Die Reizung des Ellennervs (beispielsweise aufgrund eines Stoßes des sog. Musikantenknochens gegen eine Kante), eine Luxation (Gelenkausrenkung), Verletzungen von Sehnen, Bändern oder des Gelenks selbst, Knochenbrüche und Muskelverletzungen oder Muskelverspannungen können gleichermaßen Schmerzen im Ellenbogen bewirken.

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Diagnose & Verlauf

Schmerzen im Ellenbogen entstehen häufig bei starker oder fehlerhafter Belastung sowohl durch alltägliche Bewegungen als auch durch Sport.

Da Schmerzen im Ellenbogen auf verschiedensten Ursachen beruhen können, ist eine sorgfältige Diagnose wichtig, um die geeigneten Maßnahmen zur Schmerzlinderung ergreifen zu können.

In vielen Fällen gehen die Schmerzen von alleine zurück, ohne dass es weiterer Maßnahmen bedarf. Dazu gehören die nach einem Stoß auf den Musikantenknochen oder die nach einer vorübergehenden starken Belastung des Ellenbogens auftretenden Beschwerden. Halten die Schmerzen im Ellenbogen jedoch länger an, ist eine (auf eine Entzündung hindeutende) Schwellung zu erkennen oder eine Erwärmung des Gelenks festzustellen, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Um die Krankheitsursache einzugrenzen, wird zunächst die Krankheitsgeschichte einschließlich eventueller Vorerkrankungen abgeklärt. Neben einer genauen Lokalisierung des Schmerzes sind der bisherige Schmerzzeitraum und eine möglicherweise stattgefundene Überbelastung des Gelenks von Bedeutung. Sollte zuvor bereits eine Arthrose diagnostiziert worden sein oder ging den Schmerzen ein Unfall voraus, muss der Ellenbogen zunächst gründlich auf etwaige Schwellungen und auf seine Beweglichkeit hin untersucht werden.

Bei vermuteten Knochenbeschädigungen erfolgt eine Röntgenuntersuchung. Möglich ist auch eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung), eine Kernspintomografie (MRT) oder eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss auf einen etwaigen Entzündungsherd. Bei Gelenkergüssen kann bei Schmerzen im Ellenbogen eine Gelenkpunktion zweckmäßig sein.

Komplikationen

Ellenbogenschmerzen, ganz gleich welcher Genese, können zu mehr oder weniger schweren Komplikationen führen. Eine frühzeitige Behandlung (spätestens nach drei Tagen) ist deshalb anzuraten.

Schwellungen, die auch auf eine Entzündung im Gelenk hindeuten können, gehören genauso zu den Komplikationen wie eine (starke) Erwärmung des Ellenbogengelenks und sind umgehend zu behandeln. Abnutzungserscheinungen korrelieren nicht immer mit den Beschwerden und werden deswegen häufig erst sehr spät erkannt, was zu einer Steigerung der Schmerzen führen kann. Eine Ellenbogensteife gehört zu den gravierenden Komplikationen einer verfehlten oder zu spät eingeleiteten Therapie.

Wurde die Diagnose Epikondylitis humeri radialis (Tennisarm) gestellt, ist nach erfolglos verlaufender konservativer Therapie eine Operation notwendig. Diese kann eine Verletzung des Ringbandes, dass um das Speichenköpfchen angelegt ist, mit schmerzhaften Bewegungseinschränkungen zur Folge haben. Schmerzen und Missempfindungen sowie eine überschießende Narbenbildung können postoperativ nicht ausgeschlossen werden. Dank moderner Operationsmethoden wie die minimalinvasiven Techniken sind Infektionen, Nachblutungen und die Verletzung von Nerven und Blutgefäßen sehr selten geworden. Auszuschließen sind sie aber nicht.

Es besteht auch die Gefahr, dass sich ein Serom (“Abkapselung von Wundsekret als örtliche prallelastische Schwellung im Operationsbereich“) bildet. Eine nicht behandelte Arthrose oder rheumatoide Arthritis kann dazu führen, dass im späteren Verlauf eine Ellenbogenprothese benötigt wird. Dies gilt auch für den Knochenbruch und die Knochenentzündung, wenn es zu Beschädigungen an der Knorpelschicht kommt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ellenbogenschmerzen sind nicht zwingend ein Grund, sofort einen Arzt aufzusuchen. Häufig gibt es für sie einen banalen Grund und sie gehen rasch wieder vorüber. Ein typischer Auslöser für Ellenbogenschmerzen ist das Anstoßen des sogenannten Musikantenknochens. Ein weiterer Auslöser von Schmerzen ist eine Überlastung des Ellenbogens. Schwillt das Ellenbogengelenk jedoch an und ist überwärmt, ist der Arztbesuch zu empfehlen. Ebenso ist es ratsam, zum Arzt zu gehen, wenn Ellenbogenschmerzen länger als drei Tage bestehen.

Als Verbindungsstelle von Oberarm und Unterarm ist das Ellenbogengelenk grundsätzlich einer besonderen Belastung ausgesetzt. Ellenbogenschmerzen äußern sich vor allem als Ziehen, Stechen oder Druck. Neben einer Überbeanspruchung des Gelenks können Ellenbogenschmerzen weitere Ursachen zugrunde liegen, darunter eine Sehnenscheidenentzündung, ein Tennisarm, entzündete Schleimbeutel und Gelenkverschleiß. Auch verspannte oder verletzte Muskeln lösen Schmerzen im Ellenbogen aus. Erwähnenswert ist auch die Möglichkeit von Arthritis oder Rheuma als Ursache für Ellenbogenschmerzen.

Der Arzt stellt seinem Patienten zu Anfang der Behandlung bei Ellenbogenschmerzen gezielte Fragen nach den Beschwerden, Gewohnheiten und Vorerkrankungen. Es folgen Bewegungskontrollen und weitere Untersuchungen, welche sich nach den gewonnenen Erkenntnissen daraus richten. Sonografie, Kernspintomografie und Röntgen können ebenso dabei sein wie Blutuntersuchungen, Gelenkspiegelungen oder eine Gelenkpunktion bei Flüssigkeitsansammlung. Bei ausgeprägtem Ellenbogenschmerz kann ein Arztbesuch dauerhaften Spätschäden am Ellenbogen vorbeugen.

Behandlung & Therapie

Aus den festgestellten Ursachen der Schmerzen im Ellenbogen ergeben sich die therapeutischen Maßnahmen. Schmerzen aufgrund vorübergehender Über- oder Falschbelastungen gehen in der Regel ohne besondere Therapie zurück. Ist dagegen eine Ruhigstellung des Ellenbogengelenkes angezeigt, kann eine Gipsschiene oder ein Salbenverband erforderlich werden.

Eine Schmerzbehandlung lässt sich durch entzündungshemmende Schmerzmittel (zumeist in Salben- oder Tablettenform) vornehmen. Auch Gelenkspülungen oder Gelenkinjektionen unter Verabreichung kortisonhaltiger Medikamente sowie eine lokale Betäubung können zu einer Linderung von Gelenkschmerzen beitragen.

Liegen chronische Ellenbogenschmerzen vor oder befindet sich der Patient ohnehin stationär in einem Krankenhaus, können über einen in der Nähe der Achselhöhle gelegten Katheter Betäubungs- und Schmerzmedikamente unmittelbar zu den Armnerven gebracht werden („Plexus-brachialis-Blockade“).

Wenn mildere (konservative) Mittel nicht zur Schmerzbeseitigung ausreichen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Viele Schmerzursachen lassen sich mittels einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) des Ellenbogengelenks beseitigen. Bei durch Arthrose ausgelösten Schmerzen hilft unter Umständen eine sog. Osteotomie, bei der Knochen durchtrennt oder Knochenteile entfernt werden.

Begleitend kommt auch eine krankengymnastische Behandlung in Betracht. Kälte- oder Wärmebehandlung, eine die Muskeln kräftigendes und dehnendes Training und das Betreiben wenig gelenkbelastender Sportarten ergänzen die therapeutischen Möglichkeiten bei Schmerzen im Ellenbogen.

Aussicht & Prognose

Das Ellenbogengelenk wird im Alltag stark belastet, daher sind Überlastungsschmerzen häufig. Die erste Therapie bei Überlastungsschmerzen ist Ruhigstellung. Patienten sollten den Arm so weit wie möglich schonen, weder schwer heben noch einseitige Tätigkeiten ausüben.

Eine typische Erkrankung ist der "Tennisarm". Er bildet sich bei exzessivem Tennis- und Tischtennisspiel, aber auch bei handwerklichen Tätigkeiten wie dem kraftvollen Eindrehen von Schrauben. All das muss nun unterbleiben.

Ähnlich häufig verursachen Verspannungen der Nackenmuskulatur oder Probleme mit der Halswirbelsäule Ellenbogenschmerzen. Beides führt zu Fehlhaltungen mit ausstrahlenden Schmerzen in den Arm, die teilweise bis zu den Fingerspitzen reichen. Hier muss die Grunderkrankung behandelt werden. Verspannte Muskulatur muss gelockert werden. Dabei helfen zum Beispiel Infrarotbestrahlung, warme Wickel und Massagen.

Entstanden die Schmerzen nach einem Sturz, sollte eine Röntgenaufnahme sicherstellen, dass keine Verletzung des Knochens vorliegt. Auch eine Prellung kann stark Beschwerden verursachen und benötigt viel Zeit zur Heilung.

Schmerzhafte Verschleißerkrankungen der Sehnen entstehen häufig im fortgeschrittenen Alter und zeigen sich mit ähnlichen Symptomen. Der Verschleiß lässt sich zwar nicht aufhalten, kann aber durch sanfte Gymnastik und eine gesunde Ernährung positiv beeinflusst werden. Kühle Umschläge und entzündungshemmende Salben können entzündliche Beschwerden lindern. Auch hier ist die Ruhigstellung wichtig. Gegebenenfalls muss der Arm in einer Schlinge getragen werden.

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Vorbeugung

Nicht gegen alle Ursachen von Schmerzen im Ellenbogen ist eine Prophylaxe möglich. Allerdings können z. B. Sportarten ausgewählt werden, die möglichst geringe Belastungen für das Ellenbogengelenk mit sich bringen. Einseitige Belastungen etwa des Ellenbogengelenkes sollten vermieden werden.

Bei gefahrengeneigten Berufen oder Sportarten können Ellenbogenschoner die Gefahr einer Gelenkverletzung reduzieren. Eine möglichst frühzeitige Behandlung auffälliger Symptome wie Schwellungen oder Erwärmungen vermag einer Ausdehnung eventueller Entzündungen im Gelenk sowie dem Entstehen möglicher Komplikationen bei Schmerzen im Ellenbogen entgegenzuwirken.

Das können Sie selbst tun

Mithilfe verschiedener Maßnahmen können Ellenbogenschmerzen gelindert werden. Die Schmerzen können mit einem Eisbeutel gekühlt und somit gelindert werden. Dabei sollte ein Stück Stoff zwischen Haut und Eisbeutel gelegt werden. Die Kühldauer sollte etwa 20 bis 30 Minuten betragen. Zwischen den Anwendungen sollte mindestens eine Stunde vergehen.

Schmerzlindernd können auch Umschläge mit Quark oder Weißkohl sein. Die Binden können über Nacht am Arm gelassen werden, tagsüber sollten sie gewechselt werden, sobald sie warm geworden sind. Auch homöopathische Mittel wie Arnika oder Bryonia D4 oder D6 können Ellenbogenschmerzen lindern.

Personen mit Ellenbogenschmerzen sollten Bewegungen vermeiden, die Schmerzen auslösen oder verstärken. Sinnvoll können Dehnübungen sein. Dabei sollte der Ellenbogen gestreckt sein und der Unterarm behutsam nach innen gedreht werden. Dann wird die schmerzende Hand langsam zur Seite gedrückt, so dass die Finger nach außen zeigen. Diese Position sollte etwa 15 Sekunden lang gehalten werden. Sinnvoll ist es, die Übung mehrmals täglich durchzuführen.

Eine elastische Binde um Handgelenk und Unterarm - eine sogenannte Epicondylitis-Spange - entlastet die Muskulatur und die Sehnen. Sie ist in Apotheken, Sanitätshäusern und Sportgeschäften erhältlich. Empfehlenswert ist auch eine ergonomisch richtige Haltung am Arbeitsplatz. Hierzu gehören u.a. eine bequeme und aufrechte Sitzhaltung und die Einstellung des Monitors auf Augenhöhe.

Bücher über Gelenkschmerzen

Quellen

  • Engelhardt, M.: Sportverletzungen. Urban & Fischer, München 2006
  • Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013
  • Niethard, F.U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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