Tennisarm

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Oktober 2017
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Bei Überbelastung der Armmuskulatur können sich nicht nur Tennisspieler und Golfer den sogenannten Tennisarm (alternativ auch Golferellenbogen genannt) zuziehen. Auch Handwerker und Berufstätige, die viel am Computer arbeiten, riskieren den schmerzhaften Tennisarm.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Tennisarm?

Die Begriffe Tennisarm und Golferellenbogen, übergreifend auch Epicondylitits genannt, bezeichnet eine Entzündung der Sehnen und Muskeln im Bereich des Ellenbogens.

Es handelt sich beim Tennisarm um eine Reizung der äußeren Muskulatur von Hand und Finger, also dem Strecker. Der Golferellenbogen bezieht sich hingegen auf eine Reizung der inneren Muskulatur von Hand und Finger, dem Beuger.

Fachsprachlich werden die beiden Symptome jeweils als Epicondylitis humeri radialis sowie Epicondylitis humeri ulnaris bezeichnet. Ihre populären Namen Tennisarm und Golferellenbogen erhielten die Syndrome auf Grund ihres häufigen Auftretens unter Tennisspielern und Golfern.

Ursachen

Die Ursachen liegen beim Tennisarm vor allem in der Überbelastung der Sehnen, die im Ellenbogenbereich mit den Knochen verbunden sind. Dabei ist nicht nur die chronische Überreizung ursächlich für den Tennisarm, auch eine akute Mehrbelastung kann zu der schmerzhaften Entzündung der Sehnenabschnitte führen.

Bei Sportlern in Sportarten wie Tennis, Golf oder Tischtennis, aber auch bei Volleyballern und Ruderern liegen die Ursachen für den Tennisarm im ständigen Wiederholen monotoner Bewegungsabläufe. Bei einem Großteil der Betroffenen kann der Tennisarm auf eine berufliche Tätigkeit zurückgeführt werden, die einseitige und sich wiederholende Bewegungen beinhaltet.

Dazu gehört beispielsweise auch die ständige Nutzung der Computermaus. Durch die repetitiven Bewegungen werden die entsprechenden Muskeln und Sehnen übermäßig belastet und es kommt zu Entzündungen im betroffenen Gewebe. Dies führt zu den für Tennisarm und Golferellenbogen starken Schmerzen.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Schmerzen im Ellenbogenbereich (Ellenbogenschmerzen)
  • Schmerzen bei Drehung des Unterarms, Ellenbogens oder Handgelenks

Krankheitsverlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie des Armes bei Tennisarm bzw. Tennisellenbogen. Klicken, um zu vergrößern.

Eine Tennisarm-Erkrankung verläuft meist positiv. Zunächst verspürt der Betroffene vor allem bei Drehbewegungen und starken Beanspruchungen von Hand und Arm starke Schmerzen, die meist vom Ellenbogen in Richtung Hand ausstrahlen.

Bleiben diese Tennisarm-Symptome unbeachtet kommt es langfristig zu einer Verschlimmerung der Schmerzen. Selbst leichte Tätigkeiten, wie das Halten kleiner Gegenstände oder das Tragen leichter Taschen können dann überaus schmerzhaft für den Betroffenen sein.

Darüber hinaus verschlechtert sich durch den Tennisarm die Kraft in Arm und Hand, sodass ein festes Zugreifen zusehends unmöglich wird. Ohne eine langfristig angelegte Behandlung werden die Schmerzen des Tennisarms und Golferellenbogens zu ständigen Begleitern der Betroffenen und führen zu starken Einschränkungen im Alltag. Nur eine entsprechende Therapie kann die Entzündung abklingen lassen und den Tennisarm heilen.

Komplikationen

Ein Tennisarm tritt häufig bei Personen auf, die einen oder beide Arme dauerhaft stark belasten. Die Bänder und Sehnen im Ellbogen leiern aus, sodass es zu ersten Schmerzen unmittelbar nach der Belastung kommt. Wird der entsprechende Arm weiterhin stark belastet, werden die Schmerzen zunehmen und es sind diverse Komplikationen möglich.

Die Schmerzen können auch im Ruhezustand auftreten und es kann zur Bildung eines Abszesses kommen. Wenn dieses Krankheitsbild nicht fachmännisch behandelt wird, ist mit weiteren Komplikationen zu rechnen. Wenn die Eiterflüssigkeit in den Blutkreislauf gelangt, besteht sogar die Gefahr einer Blutvergiftung. Gleichzeitig tritt ein starkes Unwohlsein auf, sowie eine erhöhte Temperatur. Eine Behandlung von einem entsprechenden Arzt ist ratsam, da ansonsten sogar Folgeschäden zurückbleiben können.

Wenn bei ersten Schmerzen im Arm jedoch eine Behandlung eingeleitet wird, dann können die oben genannten Komplikationen frühzeitig bekämpft oder sogar vermieden werden. Somit gilt: Wer erste Anzeichen eines Tennisarms hat, der sollte sich frühzeitig in ärztliche und medikamentöse Behandlung begeben. Auf diesem Weise können mögliche Komplikationen frühzeitig abgewendet werden, sodass mit einem deutlich angenehmeren Verlauf zu rechnen ist.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Tennisarm und Golferellenbogen kann durch unterschiedliche Methoden erfolgen. Zum einen bestehen verschiedene Möglichkeiten den Tennisarm nicht-operativ zu therapieren. Bei akuten Schmerzen helfen kurzfristige Maßnahmen wie Kühlen und Wärmen sowie Massagen der Handgelenks- und Armmuskulatur.

Auch entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente können kurzweilig eine Lösung darstellen. Diese Behandlungsversuche können durch die Ruhigstellung des Armes mit Hilfe einer speziellen Schiene unterstützt werden. Langfristig sollten jedoch dauerhafte Maßnahmen gegen den Tennisarm getroffen werden. Hierzu gehört beispielsweise die Krankengymnastik. Diese schließt bestimmte Dehn- und Kräftigungsübungen der Muskulatur ein. Auch das Tragen einer Bandage während der belastenden Tätigkeit kann zum Abklingen der Tennisarm-Symptome führen.

Wird durch diese verschiedenen Methoden keine Besserung erzielt, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Bei der Operation von Tennisarm und Golferellenbogen gibt es verschiedene Ansätze. Zum einen kann der Arzt die entzündete Sehne vom Knochen abtrennen, damit sie an einer anderen Stelle wieder anwächst. Dies führt zu einer Verlängerung und somit zu einer Entlastung des Muskelstranges. Zum anderen kann der Arzt eine Denervierungsoperation durchführen, bei der die Nervenstränge durchtrennt werden. Nach der Operation sollte der Tennisarm physiotherapeutisch behandelt werden.

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Vorbeugung

Um dem schmerzhaften Tennisarm und dem Golferellenbogen vorzubeugen, empfehlen sich verschiedene Maßnahmen. Zum einen sollten monotone Bewegungen vermieden werden. Zum anderen sollten Sportler beim Training auf die richtige Technik achten und auf leichte Symptome möglichst schnell reagieren. Für Nicht-Sportler können ein ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz sowie regelmäßige Dehnübungen zu einer Entlastung der Sehnen und Muskeln führen und einem Tennisarm vorbeugen.

Bücher über Tennisarm

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015

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