Gipsverband

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. September 2017
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Ein Gipsverband ist eine sogenannte konservative Behandlungsmethode für einen Knochenbruch. Dabei wird der betroffene Knochen mithilfe des Verbands ruhiggestellt, bis er wieder zusammengewachsen ist. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Verletzungen der Extremitäten, die auf diese Weise behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gipsverband?

Unter einem Gipsverband verstehen Mediziner einen festen, starren Verband aus Gips, der eingesetzt wird, um einen Körperteil ruhig zu stellen. Dies wird unter anderem dann nötig, wenn eine Verletzung stattgefunden hat und der Heilungsprozess absolute Ruhe und Unbeweglichkeit des betroffenen Bereichs erfordert.

Meist handelt es sich dabei um Knochenbrüche, aber auch schwere Zerrungen oder Bänder- und Sehnenrisse können mit einem Gipsverband fixiert werden. Diese Verletzungen finden häufig an den Extremitäten statt, daher machen diese auch einen Großteil der Fälle aus, bei denen eine Behandlung mit einem Gipsverband erfolgt.

Je nach Art der Verletzung und Geschwindigkeit des Heilungsprozesses verbleibt der Verband mehrere Wochen am Arm oder Bein des Patienten.

Anwendung, Funktion & Ziele

Ein Gipsverband wird immer dann angelegt, wenn nach einer Verletzung oder einem operativen Eingriff sichergestellt werden muss, dass die betroffene Körperregion ruhiggestellt wird.

Nach einem Knochenbruch etwa findet eine selbstständige Heilung statt, indem der Knochen von alleine wieder zusammenwächst. Dies dauert allerdings einige Wochen und kann nur dann vollständig und ohne Komplikationen erfolgen, wenn der betroffene Bereich für diesen Zeitraum fixiert und somit unbeweglich ist. Sonst besteht die Gefahr, dass sich der Knochen an der Bruchstelle verschiebt und es zu Schwierigkeiten beim Zusammenwachsen kommen kann.

Der Gipsverband zählt zu den sogenannten konservativen Behandlungsmethoden für Knochenbrüche, Zerrungen oder Bänder- bzw. Sehnenrisse. Er ist keine Therapie im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr ein Hilfsmittel, um die körpereigene Heilung zu unterstützen. Er wird nach einer umfassenden Untersuchung der Verletzung angelegt, wenn die zu diesem Zweck angefertigten Röntgenaufnahmen keine Verschiebungen, Splitterungen oder ähnliche Komplikationen zeigen.

Abhängig von der Art und Schwere der Verletzung und den individuellen Selbstheilungskräften muss ein Gipsverband meist mehrere Wochen an der betroffenen Stelle verbleiben, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Nach einiger Zeit kann der Verband vorübergehend zu Untersuchungszwecken vom Arzt entfernt werden, um den Fortschritt der Heilung zu begutachten.

Ein Gipsverband ist eine sogenannte konservative Behandlungsmethode für einen Knochenbruch. Dabei wird der betroffene Knochen mithilfe des Verbands ruhiggestellt, bis er wieder zusammengewachsen ist.

Unter Umständen kann es notwendig werden, dass der Patient nach endgültigem Entfernen des Gipsverbands eine Zeit lang an einer krankengymnastischen Therapie teilnehmen muss, um die Funktion der betroffenen Extremität wieder vollständig herzustellen.

Da die herkömmliche Kombination aus Baumwollbandagen und Gips recht schwer ausfällt und die Bewegungsfähigkeit des Betroffenen teils deutlich beeinträchtigen kann, werden heutzutage auch vermehrt Kunststoffe eingesetzt. Diese sind leichter und feuchtigkeitsbeständiger; allerdings fallen hierfür auch höhere Kosten an.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Ein Gipsverband wird von den meisten Patienten als hinderlich für die alltägliche Bewegungsfähigkeit empfunden. Während des gesamten Zeitraums, über den der Gipsverband getragen wird, ist die gewohnte Bewegung der betroffenen Extremität deutlich eingeschränkt.

Werden Gelenke und Muskeln über mehrere Wochen nicht richtig oder gar überhaupt nicht bewegt, stellen sich oftmals Versteifungen oder ein Abbau der Muskulatur ein. Diese können in vielen Fällen durch die nach der Behandlung stattfindende normale Bewegung beseitigt werden, ohne dass dabei therapeutische Unterstützung stattfinden muss. Unter Umständen kann aber die Teilnahme an Rehabilitationsmaßnahmen oder einer regelmäßigen Krankengymnastik notwendig werden.

Durch auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Übungen können steife Gelenke ihre Beweglichkeit wiedererlangen bzw. verringerte Muskelmasse wieder aufgebaut werden. Eine wochenlange Ruhigstellung von Extremitäten birgt außerdem ein Thromboserisiko. Gefährdete Personen sollten daher regelmäßig untersucht werden. Wenn nötig, kann ein Gerinnungshemmer gespritzt werden, der eine Thrombosebildung verhindern soll.

Ein wochenlanges Fixieren kann auch für die Haut des Patienten eine zusätzliche Belastung bedeuten. Nicht selten kommt es unter dem Gipsverband zu einem unangenehmen Juckreiz unter dem Verband, der mit einem Ausschlag verbunden sein kann. Treten Schmerzen, Schwellungen oder ähnliche Beschwerden auf, sollte in jedem Fall der behandelnde Arzt aufgesucht werden.

Krankheiten mit Knochenbrüchen


Bücher über Knochenbrüche, Verletzungen & Unfälle

Quellen

  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethardt, F.U.: Kinderorthopädie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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