Knochenentzündung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. Oktober 2017
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Eine Knochenentzündung ist eine Infektion mit oft sehr bösartigen Mikroorganismen. Offene Frakturen und sogar Operationen sind immer mit dem Risiko einer Osteitis verbunden. Radikale Operationen sind meistens die einzige Behandlungsmöglichkeit bei Knochenentzündung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Knochenentzündung?

Die Knochenentzündung ist ein Begriff, der im engeren Sinne eine spezielle Infektion des Knochens bezeichnet. Der Mediziner spricht von einer Ostitis oder Osteitis. Beide Termini sind parallel gebräuchlich und benennen eine Infektion der kompakten Knochensubstanz und zwar:

1. Einen Erregerbefall der Havers-Kanäle. Das sind mikroskopisch kleine, in Längsrichtung angeordnete Versorgungsleitungen des kompakten Knochens. Hier verlaufen Kapillaren und Nerven.

2. Einen Erregerbefall der Volkmann-Kanäle. Diese Bahnen entsprechen den Havers-Kanälen und verbinden diese in Querrichtung.

Die Knochenentzündung tritt oft in Kombination mit einer Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis) auf. Weil beide Krankheitsbilder ineinander übergehen, werden die Begriffe Osteitis, Ostitis und Osteomyelitis oft synonym gebraucht. Osteomyelitis bezeichnet damit in der Praxis auch die Knochenentzündung.

Ursachen

Eine Knochenentzündung ist immer die Folge einer Infektion. Selten sind es Infektionsherde im Körper, die auf den Knochen übergreifen. Meistens jedoch gelangen die Erreger besonders durch offene Frakturen in den Knochen, wo sie das entzündliche Geschehen auslösen.

Aber auch bei Operationen ist es nicht ausgeschlossen, dass Keime durch unsterile Instrumente in den Knochen eingebracht werden. Pilze und Viren können die Erreger der Osteitis sein, vor allem aber verursachen Bakterien die ernste Entzündung. Hier spielen neben den Streptokokken diejenigen Bakterien eine Rolle, die im Zusammenhang mit den nosokomialen Infektionen auftreten. Das sind Ansteckungen, die in Krankenhäusern und Pflegeheimen geschehen.

Typisch sind hier multiresistente Keime, also Mikroorganismen, die auf mehrere Antibiotika nicht mehr ansprechen. Zu diesen problematischen Erregern zählen manche Stämme von Staphylococcus aureus, ein Hauptverursacher auch der Knochenentzündung.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Knochenentzündung äußert sich an den 5 klassischen Entzündungssymptomen, die gemeinsam auftreten (Hitze, Rötung, Schwellung, Schmerz, Funktionseinschränkung).

An offenen Wunden oder Fisteln tritt Eiter zutage. Der Arzt erkennt am Blutbild eine heftige Entzündungsreaktion des Körpers mit stark erhöhten Leukozyten-Werten (Weiße Blutkörperchen). Eine Kernspintomographie offenbart die Veränderungen am Knochen, wo bereits nekrotische Prozesse im Gang sein können. Das heißt, es kommt zum Absterben von Knochensubstanz.

Radikale Operationen sind erforderlich, die zwar riskant aber unumgänglich sind. Es kann zur Keim-Infiltration benachbarter Organe oder des gesamten Körpers kommen. Die Heilungschancen sind je nach Schweregrad unterschiedlich, oft droht aber eine unphysiologische Konstellation am Skelett-Apparat. Behinderungen sind dann die Folge einer Knochenentzündung.

Komplikationen

In der Regel handelt es sich bei einer Knochenentzündung um eine sehr schwerwiegende Krankheit, die auf jeden Fall von einem Arzt untersucht und behandelt werden muss. Kommt es nicht zu keiner Behandlung oder zu einem direkten operativen Eingriff, so könnend daraus irreversibel Folgeschäden für den Betroffenen entstehen. In den meisten Fällen leiden die Patienten dabei an starken Knochenschmerzen und an Schwellungen.

Die betroffenen Regionen können dabei auch gerötet sein. Durch die Knochenentzündung kommt es in der Regel auch zu Fieber und zu einer allgemeinen Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Die Belastbarkeit des Patienten sinkt dabei drastisch an. Weiterhin schmerzen auch andere Glieder und Gelenke. Sollte es nicht zu einer Behandlung der Knochenentzündung kommen, so können daraus Knochenbrüche entstehen.

Diese heilen dabei in der Regel nicht von alleine wieder ab. Auch benachbarte Organe können dadurch beschädigt werden. Die Lebensqualität nimmt durch die Knochenentzündung erheblich ab. Die Behandlung einer Knochenentzündung erfolgt meistens mit Hilfe von Antibiotika und anderen Medikamenten. Ein einigen Fällen ist auch ein operativer Eingriff notwendig. Meist kommt es dabei nicht zu besonderen Komplikationen.

Behandlung & Therapie

Eine Knochenentzündung ist meist eine bakterielle Infektion und als solche antibiotikapflichtig. In den meisten Fällen reicht jedoch die Oral- oder Infusions-Medikation alleine nicht, um den Entzündungsherd zu beseitigen. Dann muss der Chirurg die befallenen Regionen des Knochens ausschälen, soweit diese entzündet oder nekrotisch sind.

Wurden zur Frakturbehandlung stabilisierende Elemente wie Nägel und Schrauben eingebracht, müssen diese entfernt werden. Trotzdem muss die Fixierung der Bruchstelle unbedingt mit berücksichtigt werden.

Oft ist auch eine Exzision von Gewebe im Knochenumfeld erforderlich. Desinfizierende Spülungen sollen entzündliche Gewebsflüssigkeiten und Erreger möglichst vollständig austragen. Mit Antibiotika getränkte Tamponaden oder Ketten verbleiben im Operationsgebiet, außerdem wird eine Drainage gelegt, die eitrige Sekrete ableitet. Manchmal wird die Operationswunde nicht verschlossen, sondern für die weitere Behandlung offen gelassen.

Möglicherweise bringt nur eine Operation nicht den gewünschten Erfolg, sodass der Chirurg erneut eingreifen muss. Auch nach der Heilung können Operationen erforderlich sein. Denn die Operationen haben oft zu einem Substanzverlust geführt, der möglichst kompensiert werden muss. Ziel ist es dann, die Mobilität des Patienten wiederherzustellen. Sonst droht eine Behinderung infolge einer Knochenentzündung.

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Vorbeugung

Die Knochenentzündung im Rahmen der Prophylaxe ist überwiegend ein Thema der allgemeinen Krankenhaushygiene. Hier können Maßnahmen zur Optimierung der Qualitätsstandards die Gefährdungen durch multiresistente Keime minimieren. Der Patient selber kann wenig unternehmen. Nur sollte er bei Verdacht auf Infektionsherde im Körper sofort den Arzt aufsuchen. Dies ist immer ratsam, auch zur Infiltration der Knochen kann es kommen und damit auch zur Knochenentzündung.

Das können Sie selbst tun

Bei Verdacht auf eine Knochenentzündung sollte zunächst ein Arzt konsultiert werden. Der Mediziner kann die Erkrankung diagnostizieren und im Anschluss daran therapeutische Maßnahmen einleiten – verschiedene Selbsthilfe-Maßnahmen und Mittel aus Haushalt und Natur unterstützen die Behandlung.

Zunächst gilt es die betroffenen Glieder möglichst wenig bewegen und auf ausreichend Bettruhe und Schonung zu achten. Bei Fieber und erhöhter Temperatur helfen klassische Hausmittel wie kühlende Auflagen und eine schonende Diät. Die Gliederschmerzen werden in erster Linie medikamentös behandelt, können aber auch durch Heilpflanzen wie Arnika oder Beinwell gelindert werden. Ist eine Operation erforderlich, sollte der Erkrankte diese möglichst frühzeitig ansetzen. Nach dem Eingriff ist wieder Ruhe und Schonung angezeigt. Zudem sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, denn nur so lassen sich etwaige Komplikationen und Spätfolgen ausschließen.

Da eine Knochenentzündung die Bewegungsfreiheit erheblich einschränkt, müssen außerdem Hilfsmittel wie eine Gehhilfe oder ein Rollstuhl organisiert werden. Falls keine Angehörigen oder Bekannten die Pflege übernehmen können, sollte vorübergehend ein ambulanter Pflegedienst eingeschaltet werden. Dies ist vor allem bei schwerwiegenden Entzündungen erforderlich. Bei kleineren Entzündungen genügt es meist, den Körper und insbesondere die betroffenen Glieder für einige Tage zu schonen.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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