Überanstrengung

Letzte Aktualisierung am 22. März 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Überanstrengung ist eine Folge verstärkter Belastung bei zu geringer Erholung. Diese kann den Körper oder einen Teil des Körpers betreffen. Auch im mentalen Bereich oder in der Psyche kann Überanstrengung entstehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Überanstrengung?

Unter dem Begriff „Überanstrengung" wird eine Vielzahl unterschiedlicher Formen körperlicher und geistiger Überlastungen zusammengefasst. Die Ursachen sind individuell verschieden. Überanstrengung kann sich durch Konzentrationsschwäche, erhöhten Blutdruck, Zittern, Übelkeit, Schmerzen, Magensymptome und Druck im Kopf und Nacken zeigen.

Mentale oder geistige Erschöpfung bei fehlender Ruhezeit führt ebenfalls zur Überanstrengung. Überanstrengung passiert nach einer Zeit übermäßiger Arbeit bei fehlendem Energie-Ausgleich. Überanstrengung kann mit einem Zusammenbruch des vegetativen Nervensystems einhergehen. Nachlassende Spannung in den Gefäßwänden ist eine der Folgen. Eine Überlastung des Körpers geht immer mit einer Übersäuerung einher. Übermäßige Muskelanspannung ohne Erschlaffung der Muskulatur erzeugt Säure im Körper.

Schmerzen in den Gelenken und Muskeln sind die Folge. Die Überanstrengung entsteht durch eine Belastung über ein akzeptables Maß hinaus. Burnout oder Depression können Formen oder Folgen der Überanstrengung sein. Durch Zivilisation und Wohlstand ist das Ausmaß der Überanstrengung gestiegen. Mentale und körperliche Erschöpfung geschehen häufig zusammen.

Ursachen

Die Überanstrengung ist oft die Folge einer Überarbeitung. Auch Überlastung im Sport ist nicht selten. Auch mentale, psychologische und physische Gründe als Ursachen kommen infrage. Im Falle der Arbeitsüberlastung ist der Druck der zu erledigenden Dinge ein wichtiges Indiz.

Die Überbelastung führt zu einem gestörten Schlaf und notwendiger Entspannung. Bei fehlender Entspannung kommen oft Magen-Darm-Symptome hinzu. Diese können Magenbrennen, Gastritis oder Durchfälle sein. Ein Ruhebedürfnis des Körpers und Geistes wird ignoriert. Der Körper reagiert mit erhöhter Insulin-Ausschüttung. Der Körper reagiert auf die Überbeanspruchung mit Blutdruckanpassung.

Flüssigkeitsverlust und ungenügende Nahrung kommen hinzu. Anstrengung und Anspannung in Form von Stress können zum Burnout-Syndrom führen. Oft kommen körperliche Belastung mit anderen Sorgen zusammen. Der Druck der anstrengenden Arbeit bei gleichzeitig wenig Ressourcen zur Entspannung brennt den Menschen aus. In der Führungsebene resultiert eine Erschöpfung häufig aus Überidentifikation mit der Position.

Trotz materieller Unabhängigkeit gibt es dann ungenügend Freizeit. Dadurch kommt auch hier der tiefe, entspannende Schlaf zu kurz. Eine weitere Ursache kann ein Wunsch nach Perfektion sein. Mental kann der Betroffene zu wenig abschalten. Körperlich gesehen brennt die Überanstrengung den Körper aus. Überanstrengung in der Schwangerschaft ist eine häufige Form.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Eine Überanstrengung des menschlichen Körpers kann aufgrund vieler unterschiedlicher Faktoren entstehen und hervorgerufen werden. Bei älteren Personen reicht oftmals schon eine kleine körperliche Aktivität aus, um den Körper zu überanstrengen. In den meisten Fällen macht sich der menschliche Körper durch ziemlich eindeutige Symptome bemerkbar, die auf eine Überanstrengung hindeuten.

Übermäßiges Schwitzen ist beispielsweise ein ziemlich eindeutiges Symptom, das auf eine Überanstrengung hindeutet. Der Schweissfluss ist dann an Stellen zu erkennen, die ziemlich untypisch für eine Schweissbildung sind. Damit ist der Rücken, der Bauch oder auch die Oberfläche der Arme gemeint. Der Blutdruck erhöht sich bei einer Überanstrengung natürlich auch erheblich, sodass betroffene Personen unter Herzrasen leiden können.

Ein Zittern einzelner Gliedmaßen kann ebenfalls ein ziemlich eindeutiges Symptom einer Überanstrengung sein. Häufig klagen Personen außerdem über eine langanhaltende Übelkeit, Kopfschmerzen oder auch Durchfall. Wer die auftretenden Symptome lindern möchte, der sollte unmittelbar eine Ruhepause einlegen. Bleiben danach die oben genannten Symptome weiterhin bestehen, dann sollte so schnell wie möglich ein entsprechender Arzt aufgesucht werden.

Die Gefahr einer ernstzunehmenden Grunderkrankung besteht, sodass ein Besuch beim Arzt unerlässlich wird. Wer auf eine ärztliche beziehungsweise medikamentöse Behandlung verzichtet, der muss mit einer erheblichen Verschlimmerung der oben genannten Symptome rechnen.

Diagnose & Verlauf

Eine Überlastung der mentalen und körperlichen Kräfte passiert normalerweise schleichend. Der manifestierte Zustand ist durch eine Summe diverser Diagnosemerkmale zu erkennen. Diagnostisch fällt oft eine Unterzuckerung auf.

Überanstrengung kann mit einem Kreislaufkollaps oder Bluthochdruck einhergehen. Erste Anzeichen sind Schlafmangel, Konzentrationsmangel und Stress-Symptomatik. In diesem Zustand fällt die Diagnose leicht. Der Betroffene hat Augenschatten und wirkt fahrig und unkonzentriert. Der Atemrhythmus ist verkürzt und leicht schnaufend. Übelkeit und Kopfschmerzen sind zu beachtende Symptome. Darauf ist entsprechend zu reagieren.

Der Blutdruck kann über ein Normalmaß ansteigen. Aus einer Erschöpfung kann eine plötzliche Ohnmacht passieren. Unterschieden werden muss zwischen der körperlichen und geistig-mentalen Überarbeitung. Die körperliche Überanstrengung findet man oft infolge eines sportlichen Wettkampfes. Die geistige Überarbeitung passiert eher im Firmenalltag. Der Krankheitsverlauf ist in diesem Fall langsamer. Im Firmenalltag zeigt sich der Krankheitsverlauf durch Stress und übermäßiges Engagement. Die Folge einer Nichtbeachtung könnte ein kompletter Burnout sein.

Komplikationen

Akute Überanstrengung hat meist keine längerfristigen Komplikationen zur Folge. Der Betroffene fühlt sich meist abgeschlagen und übermüdet und leidet womöglich unter einem erhöhten Puls. Werden diese Beschwerden nicht behandelt, nimmt relativ rasch auch das Wohlbefinden massiv ab und es entwickeln sich psychische Beschwerden. Hinzukommen akute Beschwerden wie Dehydration oder Kopfschmerzen, die bei fehlender Behandlung zu ernsten Komplikationen führen können.

Anhaltende Erschöpfung kann zu einer plötzlichen Ohnmacht führen, die mit Komplikationen und der Gefahr eines Sturzes verbunden ist. Liegt bereits eine körperliche Erkrankung vor, kann Überanstrengung im schlimmsten Fall zum Herzinfarkt führen. Bei länger andauernden Phasen der Überanstrengung droht das Burnout-Syndrom, das mit Kraftlosigkeit, Angstgedanken und einer zunehmenden seelischen Abgeschlagenheit einhergeht.

Wird die chronische Überanstrengung spätestens dann nicht behandelt, kann dies schwere psychische Krankheiten nach sich ziehen und den Betroffenen dauerhaft schädigen. Die Behandlung birgt, von etwaigen Neben- und Wechselwirkungen der verordneten Medikamente einmal abgesehen, keine größeren Risiken. Allerdings kann ein plötzlicher Rückgang des Stresses zur sogenannten Leisure Sickness führen – eine Erkrankung, die sich an Grippe, Infektionen und andere Beschwerden äußert.

Behandlung & Therapie

Das wirksamste Mittel gegen Überanstrengung scheint der Weg der Mitte zu sein. Erste Anzeichen einer mentalen und körperlichen Erschöpfung sind frühzeitig wahrzunehmen. Im akuten Zustand der Erschöpfung sind Schlaf, Flüssigkeit, Nahrung, Ruhe und Raum die beste Therapie.

Auf eine Unterzuckerung ist sofort zu reagieren. Gleiches gilt für eine eventuelle Ohnmacht. Bei der Unterzuckerung müsste für eine baldige Flüssigkeitszufuhr und leichter Nahrungszufuhr gesorgt werden. Bei der Ohnmacht wird der Betroffene in die stabile Seitenlage gelegt und der Notarzt wird verständigt.

Die wirksamste Behandlung ist entsprechend der Vorlaufzeit der Erkrankung kurz oder lang. Eine langfristige Überarbeitung im Arbeitsleben muss auch langfristig therapiert werden. Da kommen eventuelle manuelle Therapien zusammen mit einer notwendigen Medikamentengabe. Auch psychologische Betreuung zur Umstellung des Lebensrhythmus kann indiziert sein.

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Vorbeugung

Regelmäßige Pausen einhalten. Für ausreichenden Schlaf sorgen. Früh schlafen gehen. Täglich 20 Minuten spazieren gehen. Arbeiten auf Kollegen deligieren. Zeiten mit Freunden und Familie verbringen. Auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Auf Zeiten der Anspannung Zeiten der Entspannung folgen lassen. Positiven Stress genießen und negativen Stress meiden. Die eigenen Grenzen kennen. Auf die Bedürfnisse des Körpers hören. Um einer künftigen Überbürdung vorzubeugen ist eine psychologische Betreuung angeraten. Der Betroffene muss mit seinen Kräften haushalten lernen.

Das können Sie selbst tun

Eine Überanstrengung kann plötzlich auftreten, oder aber sich über Wochen hinweg ankündigen. Sie kann im Einzelfall vorkommen oder immer wiederkehren. Liegt keine Vorerfahrung mit dieser Erkrankung vor, kann sie den Betroffenen ohne vorherige Ankündigung befallen. Eine offene Kommunikation mit seinen Mitmenschen ist hier von äußerster Wichtigkeit, damit die Überanstrengung ernst genommen wird. Jetzt hilft nur Ruhe, Schlaf und Abstand von den auslösenden Faktoren, beispielsweise der Arbeit.

Unter Umständen kann die Begleitung eines Therapeuten hilfreich sein. Überanstrengte Menschen sind oft auch überempfindlich gegenüber lauten Geräuschen oder großen Menschenmengen. Diese sollten gemieden werden. Leidet man chronisch unter dieser Erkrankung oder tritt sie häufiger auf, so sind die ersten Symptome meist zeitig abzusehen. Die Betroffenen können handeln, bevor es zum Zusammenbruch kommt. Zeichnet sich eine Überanstrengung ab, ist es hilfreich, sofort eine Entlastung für den Alltag zu suchen. Des Weiteren kann der Betroffene überlegen, ob er grundlegende Dinge seines Lebens ändern sollte, da diese mehr Belastung als Bereicherung darstellen.

Eine Überanstrengung sollte ernst genommen werden. Dabei ist es wichtig, dass sich Betroffene nicht mit Anderen vergleichen. Bestimmte Lebensformen oder ein bestimmtes Arbeitspensum wirkt unterschiedlich belastend auf die Menschen. Rücksicht auf die eigenen Bedürfnisse und Selbstannahme spielen hier eine wichtige Rolle.

Quellen

  • Arolt, V., Reimer, C., Dilling, H.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg 2007
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015
  • Payk, T., Brüne, M.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013

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