Tachypnoe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 7. November 2017
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Die Medizin bezeichnet einen erhöhten Sauerstoffbedarf des Menschen als Tachypnoe. Die Gründe und Ursachen, weshalb eine Tachypnoe auftritt, sind unterschiedlich. Eine akute Tachypnoe kann, bei einer zu späten Diagnose und Behandlung, Komplikationen sowie Spätfolgen mit sich ziehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Tachypnoe?

Die Tachypnoe ist das Verlangen nach mehr Sauerstoff. Charakteristisch ist eine erhöhte Atemfrequenz des Patienten. Experten sprechen dann von einer akuten Tachypnoe, wenn der Patient mehr als 20 Atemzüge in der Minute tätigt. Während der Frequenzbestimmung (wie viele Atemzüge pro Minute), darf der Patient keine anstrengende Tätigkeit ausüben.

Wichtig ist, dass der Mediziner die Ursache der Tachypnoe klärt, um etwaige Komplikationen oder Spätfolgen zu vermeiden. Ebenfalls ist die Klärung der Ursache, für den weiteren Behandlungsverlauf, von wesentlicher Bedeutung.

Ursachen

Für die Tachypnoe sind mehrere unterschiedliche Faktoren verantwortlich. Wesentlich ist die Anstrengung des Patienten. Eine erhöhte Atemfrequenz tritt vor allem durch eine hohe Belastung des Körpers ein. Aber nicht nur ein hohes Maß an Anstrengung ist der Grund; auch die Psyche kann eine Tachypnoe auslösen.

Viele Personen leiden, nach einer traumatischen Erfahrung, an der Tachypnoe. Aber nicht nur Traumata, sondern auch pathologische Ursachen, rufen eine erhöhte Atemfrequenz hervor. Spontan auftretendes Fieber kann auch eine Tachypnoe auslösen. Pro steigenden Grad, erhöht sich die Atemfrequenz um sieben Atemzüge - in der Minute. Deshalb ist es wichtig, dass auch Saunaliebhaber immer wieder, während des Saunabesuchs, auf ihre Atemfrequenz achten.

Auch die Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder auch ein sehr starker Blutverlust lösen eine Tachypnoe aus. Bei beiden Komponenten leidet der Kreislauf unter einer Blutunterversorgung. Aus diesem Grund tritt eine Unterversorgung mit Sauerstoff ein und die Tachypnoe entsteht. Eine weitere Ursache sind bösartige Tumore. Diese lösen aber nur in den wenigsten Fällen eine Tachypnoe aus.

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Diagnose & Verlauf

Bevor der Mediziner mit der Behandlung und Therapie beginnt, muss er sich über die Ursache der Tachypnoe bewusst sein. Wichtig ist jedoch, dass die Gabe von Sauerstoff sofort erfolgt.

Komplikationen und Spätfolgen kann der Patient nur dann vermeiden, wenn der Mediziner die Tachypnoe rechtzeitig diagnostiziert und behandelt. Der Mediziner kann, um die Tachypnoe festzustellen, verschiedene Diagnoseverfahren anwenden.

In erster Linie untersucht der behandelnde Arzt das Blut des Patienten. Bei der Blutuntersuchung stellt der Arzt fest, wie hoch die Blutgaswerte sind. Hier erkennt er, wie hoch der Sauerstoff oder das Kohlendioxid im Blut ist. Neben einer Blutuntersuchung im Labor, gibt es auch die Möglichkeit einer apparativen Diagnostik. Hier stellt der Mediziner die Diagnose mittels eines Elektrokardiogramms. Mit Hilfe des Elektrokardiogramms ist es dem Mediziner möglich, dass er etwaige Herzrhythmusstörungen feststellt.

Herzrhythmusstörungen treten immer wieder dann auf, wenn das Herz mit einer Unterversorgung konfrontiert wird. Die Unterversorgung tritt in der Regel dann auf, wenn der Körper zu wenig Sauerstoff bekommt. Des Weiteren kann der Arzt eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs anfertigen und eine Lungenentzündung - als weitere Ursache für die Tachypnoe - ausschließen oder bestätigen. Leidet der Patient unter der akuten Tachypnoe, klagt der Patient im Anfangsstadium über eine innere Unruhe sowie einen Druck auf dem Brustkorb. Auch leidet der Patient unter Bewusstseinsstörungen sowie Schweißausbrüchen.

Komplikationen

Eine gesteigerte Atemfrequenz beziehungsweise Tachypnoe entsteht beispielsweise durch körperliche Anstrengung. Diese legt sich jedoch wieder nach einigen Minuten und zieht keine weiteren Komplikationen mit sich. Psychogen verursachte Tachypnoe kann zu einer verstärkten Abatmung von Kohlendioxid führen. Dadurch werden vermehrt Säuren aus dem Körper ausgeschieden und der pH des Blutes steigt an.

Dies hat zur Folge, dass sich Calcium im Blut an Proteine bindet. Daraus können dann Krämpfe entstehen, die zu einer typischen Pfötchenstellung der Extremitäten führt. Außerdem verschließen sich aufgrund des Mangels an CO2 im Blut die zerebralen Gefäße, so dass das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird und es so zu Schwindel bis hin zu einem Ohnmachtsanfall kommen kann.

Eine weitere Ursache für die erhöhte Atemfrequenz ist Fieber im Rahmen einer Infektionserkrankung. Die Infektion kann im schlimmsten Falle zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führen. In dem Fall breiten sich die Erreger mit dem Blutstrom aus und verteilen sich über den gesamten Menschen. Dies kann in einen septischen Schock führen, wodurch multiple Organe absterben können und dies für den Menschen lebensgefährlich sein kann.

Daneben kann eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) Herzrhythmusstörungen auslösen. Dazu zählen unter anderem Vorhofflimmern oder Kammerflimmern. Diese können unbehandelt schnell in einen Kreislaufstillstand führen, was schließlich in einen Herztod endet.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Erst bei einem Auftreten der Symptome über den Verlauf eines oder mehrerer Tage ist die ärztliche Konsultation grundsätzlich angeraten. Die Erhöhung der Atemfrequenz ist auf einen vergrößerten Sauerstoffbedarf zurückzuführen. Dieser wiederum ist die Folge einer anderen Grunderkrankung, die professionell diagnostiziert und behandelt werden sollte.

Auch wenn scheinbar simple Erkältungskrankheiten zu einer länger anhaltenden Tachypnoe führen, ist es empfehlenswert, einen Arzt hinzuzuziehen. Dieser kontrolliert den Verlauf und eventuelle Verschlechterungen des Gesundheitszustandes. Sobald die akute Erkrankung überwunden ist, normalisiert sich die Atemfrequenz in der Regel wieder. Sollte dies nicht eintreten, ist eine nochmalige Konsultation notwendig. Kurzzeitige tachypnoische Zustände sind meist unbedenklich. Insbesondere, wenn die erhöhte Atemfrequenz auf Stress, andere Umwelteinflüsse oder psychogene Ursachen zurückzuführen ist, ist kein Arztbesuch notwendig. Der Übergang zur stressbedingten Hyperventilation ist mitunter fließend und sollte beobachtet werden.

Tritt die Tachypnoe häufiger in Zusammenhang mit psychischer Belastung auf, kann der Besuch eines Psychiaters oder Psychologen zur Abklärung dienen, ob eine tieferliegende Beeinträchtigung zum Beispiel in der Stressbewältigung oder in Form einer Angststörung vorliegt. Auch die gehäuft auftretende Kombination mit anderen Symptomen wie Konzentrationsschwierigkeiten, Kaltschweißigkeit, Herzrasen oder Bluthochdruck sollte bei einem Arzt vorgestellt werden.

Behandlung & Therapie

Bevor der Mediziner mit der Behandlung und Therapie beginnt, muss er sich über die Ursache der Tachypnoe bewusst sein. Wichtig ist jedoch, dass die Gabe von Sauerstoff sofort erfolgt. Befindet sich die akute Tachypnoe schon im fortgeschrittenen Stadium, ist oftmals nur eine operative Behandlung die einzige Möglichkeit, um dem Patient zu helfen.

Liegt eine Grunderkrankung vor, welche die Tachypnoe auslöst, behandelt der Mediziner somit die Ursache und nicht das Symptom. Das bedeutet, dass der Patient Analgetika verordnet erhält. Durch die Vergabe von Analgetika, ist es möglich, dass die Schmerzen des Patienten gelindert werden. Ebenfalls werden dadurch auch die Ängste des Patienten und die innere Unruhe gelindert.

Die Analgetika wirken sich unter anderem aber auch auf das Atemzentrum des Patienten aus. Eine weitere Behandlungsmöglichkeit findet mit dem Präparat Kortison statt. Mit dem Entfalten des Präparates in den Bronchien des Patienten, können etwaige Entzündungen relativ schnell geheilt werden.

Aussicht & Prognose

Bei einer Tachypnoe ist die Aussicht auf Genesung generell positiv. Wird die Ursache für die gesteigerte Atemfrequenz umfassend behandelt, stellt sich nach einiger Zeit wieder ein normaler Atemtonus ein. Die Tachypnoe selbst kann durch Atemübungen und Arzneimittel behandelt werden und bildet sich dann meist im Verlauf weniger Tage oder Wochen zurück.

Verschlechtert wird die Prognose durch etwaige Komplikationen, wie sie etwa in Folge eines chronischen Sauerstoffmangels oder einer Hyperventilation auftreten können. Typisch sind Bewusstseinsstörungen sowie Schweißausbrüche. Selten kommt es außerdem zu starker innerer Unruhe und der Bildung von Angststörungen.

Liegt der Tachypnoe eine Herz- oder Lungenerkrankung zugrunde, muss diese zunächst behandelt werden. Die Aussicht orientiert sich daran, wie gut die Behandlungsmaßnahmen wirken und wie stark ausgeprägt die Tachypnoe ist. Eine stark überhöhte Atemfrequenz kann operative Eingriffe und andere Therapiemaßnahmen erschweren und somit auch die Aussicht auf eine vollständige Genesung reduzieren.

Bei einer dauerhaften Unter- oder Überversorgung mit Sauerstoff kann es überdies zu Herzrhythmusstörungen und in der Folge auch zu einem Herzinfarkt kommen. Eine rasche und umfassende Behandlung ist deshalb unerlässlich für eine positive Prognose.

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Vorbeugung

Eine direkte Vorbeugung gegen die akute Tachypnoe gibt es nicht. Wichtig ist, dass etwaige Krankheiten und Ursachen, welche die akute Tachypnoe begünstigen, im Auge behalten werden. Diagnostiziert der behandelnde Arzt Asthma, ist es ratsam, dass der Patient die verordnete Therapie einhält. Das bedeutet, dass er seine Medikamente regelmäßig einnimmt, damit er eine Tachypnoe vermeidet.

Auch bei einer Erkältung sowie Grippe ist es wichtig, dass der Patient fiebersenkende Medikamente einnimmt. So agiert der Patient vorbeugend gegen eine akute Tachypnoe. Da die akute Tachypnoe auch immer wieder nach hohen Belastungen und Anstrengungen auftritt, sind Ruhephasen sowie Pausen nach hohen Belastungen unerlässlich.

Das können Sie selbst tun

Eine direkte Prävention gegen eine akute Tachypnoe gibt es nicht wirklich. Die Vorbeugung richtet sich eher auf die zugrunde liegenden Ursachen. Wird seitens des Arztes Asthma diagnostiziert, sollte der Patient die verordnete Therapie einhalten. Um eine Tachypnoe zu vermeiden, sollten verschriebene Medikamente regelmäßig eingenommen werden.

Tritt die Tachypnoe im Rahmen einer Erkältung auf, sollten fiebersenkende Maßnahmen ergriffen werden, um der Atemnot vorzubeugen. Neben eventuell verordneten Medikamenten hat der Betroffene die Möglichkeit auf zahlreiche Hausmittel zurückzugreifen. Dazu gehören bspw. Bein- oder Wadenwickel, Essigstrümpfe, aber auch das Trinken heißer Tees, welche die Schweißproduktion fördern und somit die Abwehrkräfte anfachen.

Weil eine akute Tachypnoe in der Regel im Rahmen körperlicher Belastungen oder hohen Anstrengungen auftritt, sind Ruhepausen oder ausreichende Entspannungsphasen nach hohen Belastungen elementar, um das Auftreten von Symptomen zu vermeiden. Allgemein empfiehlt sich ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung, um Krankheiten, welche eine Tachypnoe begünstigen, zu vermeiden.

Treten die Beschwerden im Zusammenhang mit psychischem Stress auf empfehlen sich für Betroffene Entspannungsübungen um die Atemfrequenz wieder zu senken. Auch das Wechseln der Umgebung in eine entspannte Atmosphäre kann Abhilfe schaffen.

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Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009

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