Elektrokardiogramm

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Das Elektrokardiogramm, kurz EKG, ist ein medizinisches Gerät zur Messung und Aufzeichnung der verschiedenen elektrischen Aktivitäten des Herzmuskels.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Elektrokardiogramm (EKG)?

Das EKG wird meist im Rahmen der kardiologischen Diagnostik sowie in der Notfallmedizin und im intensivmedizinischen Bereich eingesetzt.

Den Kontraktionen des Herzmuskels gehen schwache elektrische Impulse voraus. Diese werden durch den Sinusknoten erzeugt und über die verschiedenen Zellen an den AV-Knoten weitergeleitet. Es entsteht eine fortlaufende elektrische Aktivität des Herzens.

Durch das EKG lassen sich diese elektrischen Spannungsänderungen in einer genau festgelegten Geschwindigkeit aufzeichnen. Für die Messung werden Elektroden auf verschiedene Stellen des Körpers aufgebracht. Mithilfe des EKG-Gerätes werden die schwachen Impulse des Herzens so verstärkt, dass sie aufgezeichnet werden können.

Da die Abbildungen kurvenförmig verlaufen, werden sie auch Herzstromkurve genannt. Die genaue Aufzeichnung der Summe aller Herzaktivitäten erlaubt einen sehr hohen und genauen Aussagewert.

Funktion, Wirkung & Ziele

Das EKG findet vor allem im kardiologischen Bereich Anwendung. Es ist wesentlicher Bestandteil der kardiologischen Diagnostik, aber auch in der intensivmedizinischen Überwachung von kritischen Patienten. Beispielsweise werden während Operationen die Patienten mittels EKG überwacht.

In der Notfallmedizin ist das EKG eines der wichtigsten Hilfsmittel, gerade bei schwerstverletzten Patienten und Patienten mit akuten Herzbeschwerden. Reanimationen werden hier ebenfalls unter Anwendung eines EKG durchgeführt. Mit einem EKG lässt sich neben Herzfrequenz und Herzrhythmus auch der Lagetyp des Herzens bestimmen.

Das Grundprinzip eines EKG ist stets gleich. Es gibt jedoch verschiedene Methoden und Arten der Aufzeichnung. Die Wahl der passenden Methode hängt vom Ziel der Untersuchung ab. Ein EKG kann in Ruhe, unter Belastung oder in Langzeit erfolgen. Neben diesen meist ambulanten Untersuchungen gibt es das sogenannten Monitoring, also die stetige Überwachung von kritischen Patienten oder in Form von Telemetrie. Hier werden die Daten per Funk an einen Empfänger gesendet.

Darüber hinaus kann ein EKG in verschiedenen Messformen, den Ableitungen, erfolgen. Hierbei werden je nach Ableitungszahl unterschiedlich viele Elektroden angebracht. Mindestens sind jedoch drei Elektroden notwendig, ein Standard-EKG umfasst in der Regel zwölf (12-Kanal-EKG).

Je mehr Ableitungen aufgezeichnet werden, umso aussagekräftiger ist das EKG, da die Ableitungen in verschiedene Richtungen gemessen werden. So entsteht ein umfassendes Bild, welches die Grundlage für weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen bildet.

Das Elektrokardiogramm (EKG) ist die Aufzeichnung der elektrischen Impulse der Herzmuskelfasern. Jede Bewegung des Herzens geht eine elektrische Erregung voraus. Diese kann mit dem EKG graphisch oder digital gemessen und dargestellt werden. Hier ein Belastungs-EKG auf dem Ergometer.

Das EKG dient jedoch nicht nur diagnostischen Zwecken. Vielmehr ist es eine unverzichtbare Methode, akute Gefährdungen wie einen Herzinfarkt zu erkennen. Durch die verschiedenen Messmöglichkeiten kann zudem der Ort des Infarktes festgestellt werden, da im Bereich des Infarktes keine elektrische Aktivität mehr stattfindet. Dies ist für Operationen oder minimalinvasive Eingriffe wie beispielsweise Herzkatheter wichtig.

Herzmuskel- oder Herzbeutelerkrankungen können mithilfe eines EKG ebenso erkannt werden wie die Überdosierung einiger Medikamente oder ein Mineralstoffmangel beziehungsweise Überschuss, da sie sich auf die Reizleitung auswirken. Über die Mehrbelastung einer Herzseite kann ebenfalls ein EKG Aufschluss geben.

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Risiken & Gefahren

Das Schwierigste an einem EKG ist die Auswertung. Diese sollte immer durch einen Facharzt geschehen. Moderne Geräte zeigen zwar mittlerweile schon erste Diagnoseoptionen, sie ersetzen jedoch nicht das analytische und erfahrene Auge eines Facharztes. Da die Geräte strengen Qualitätskontrollen unterliegen, kommen hier nur selten Fehler oder Ausfälle vor.

Im schlimmsten Fall kann ein Patient auf dem OP-Tisch landen, ohne dass es hierfür einen Grund gäbe. Selbstverständlich kommt das sehr selten vor, doch das Risiko besteht nicht nur durch Gerätefehler, sondern insbesondere durch Interpretationsfehler. Diese stellen das größte Risiko dar.

Ein weiteres Risiko besteht beim Belastungs-EKG. Hier kann es beispielsweise bei stark verengten Gefäßen durch die Belastung im schlimmsten Fall zu einem akuten Infarkt kommen. Da dieser Test jedoch immer unter Aufsicht von Fachpersonal erfolgt, werden im Falle solcher Komplikationen sofort entsprechende Notfallmaßnahmen eingeleitet.

Das Ruhe-EKG ist hingegen ungefährlich. Trotz möglicher Risiken ist das EKG eines der zuverlässigsten Methoden zu frühzeitigen Erkennung von Herzerkrankungen. So lassen sich schwerwiegende Folgen wie ein Herzinfarkt oftmals vermeiden.

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Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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