Sexualhormone

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2016
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Im menschlichen Körper sorgen zahlreiche Hormone dafür, dass lebenswichtige Prozesse ablaufen. Zu diesen gehören auch die Sexualhormone. Während Frauen vor allem Östrogene und Gestagene aufweisen, sind Androgene die Sexualhormone des Mannes. Die Funktion der Hormone kann durch bestimmte Störungen eingeschränkt sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Sexualhormone?

Die Sexualhormone haben Einfluss auf verschiedene Mechanismen im Körper. Dabei kann das Auftreten von zu viel Testosteron bei Frauen zu Beschwerden führen, ebenso wie ein Mangel an Östrogen Erkrankungen beim Mann hervorruft. Sexualhormone wirken sich insbesondere auf die körperliche Entwicklung aus.

Bei Frauen sorgen sie beispielsweise dafür, dass sich das Fett an Hüften und Brust anlagert, wodurch typisch weibliche Kurven entstehen. Darüber hinaus spielen sie im Rahmen der Sexualität und somit ebenfalls bei der Erzeugung von Nachkommen eine Rolle. Insbesondere bei Frauen treten im Verlauf des Lebens teilweise sehr starke Hormonschwankungen auf. Diese machen sich vor allem in einer Schwangerschaft sowie in den Wechseljahren bemerkbar. Sexualhormone werden bereits bei der Ausprägung des Geschlechts in der embryonalen Entwicklung aktiv. Bei Männern wird die stärkste Testosteronproduktion jedoch erst ungefähr im 20. Lebensjahr erreicht.

Anatomie & Aufbau

Die Sexualhormone der Frau werden zum größten Teil in den Eierstöcken gebildet. Nebennierenrinde und Plazenta übernehmen die Produktion der Hormone ebenfalls, jedoch zu einem wesentlich geringeren Prozentsatz. Besonders wichtig bei Frauen sind Östrogene und Gestagene. Hinter diesen stecken weitere Hormone.

In der Klasse der Östrogene existieren zudem Östradiol, Öströn und Östriol. Östradiol stellt das wichtigste Östrogen dar. Im Rahmen der Gestagene ist vor allem das Progesteron von Bedeutung. Dieses wird ebenfalls in den Eierstöcken hergestellt. Die Hauptproduktion sitzt im so genannten Gelbkörper. Das wichtigste Sexualhormon der Männer ist Testosteron. Testosteron kommt ebenfalls im weiblichen Körper vor, allerdings in weitaus geringeren Dosen. Bei Männern werden die Androgene insbesondere im Hoden erzeugt. Wie auch bei Frauen übernimmt ebenfalls die Nebennierenrinde einen kleinen Teil der Produktion.

Funktion & Aufgaben

Die Funktionen der Sexualhormone sind vielfältig. So ist Östrogen beispielsweise bei dem Wachstum und der Ausprägung der Geschlechtsteile von Bedeutung. Insbesondere Östradiol wirkt sich auf die Entwicklung von Gebärmutter, Eierstöcken und Vagina aus. Es bereitet den weiblichen Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Die Ausbildung der Geschlechtsorgane setzt dabei erst durch Eintreten der Pubertät ein.

Gleichzeitig sorgen Östrogene für die Entwicklung der weiblichen sekundären Geschlechtsmerkmale. Im Rahmen der Pubertät kommt es zu einem Längenwachstum. Östrogene beenden das Wachstum der Knochen, wodurch sie eine weitere wichtige Funktion übernehmen. Die Gruppe der Östrogene ist somit insbesondere für Fruchtbarkeit, Zyklus und Nachkommen wichtig. Sie wirkt sich durch die Ausbildung von Sexualorganen auf die Attraktivität der Frau aus. Gleichzeitig besitzen Östrogene aber auch psychische Wirkungen. So steigern sie nach Erreichen der Geschlechtsreife die sexuelle Lust. Östrogene beeinflussen somit indirekt Reproduktion und Arterhaltung.

Progesteron legt die Grundlagen für eine Schwangerschaft: es trifft sämtliche Vorbereitungen für den Fall, dass sich eine Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet. Das Hormon ist essenziell für das Eintreten einer Schwangerschaft. Nach dem Eisprung kann ein erhöhter Progesteronspiegel gemessen werden. Gleichzeitig steigt die Körpertemperatur minimal. Die Brustdrüsen verdichten sich aufgrund von Progesteron. Auf diese Weise soll der Körper auf die Milchproduktion vorbereitet werden.

Bei Männern sorgen Androgene dafür, dass sich im Mutterleib Penis, Hodensack sowie Prostata bilden. Nach Eintritt in die Pubertät bemerken Jungen aufgrund von Testosteron ein Längenwachstum ihrer Geschlechtsorgane. Die Spermien reifen heran und sind dazu in der Lage, eine Eizelle zu befruchten und auf diese Weise Nachkommen zu erzeugen. Gleichzeitig lässt sich die Herausbildung eines männlichen Erscheinungsbildes auf das Testosteron zurückführen. Somit sind die Sexualhormone zur geschlechtstypischen physischen Entwicklung und Erzeugung von Nachkommen wichtig.

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Krankheiten

Schätzungsweise 5 bis 10 Prozent aller Frauen weisen eine ungleiche Verteilung ihrer Sexualhormone auf. Produziert der Körper zuviel Testosteron, so kann sich dies auf sämtliche Prozesse auswirken. Im Rahmen des PCO-Syndroms entwickeln Frauen einen als männlich klassifizierten Haarwuchs, eine unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation, Haarausfall und andere Beschwerden.

Die Erkrankung wird in der Regel durch Unfruchtbarkeit begleitet und ist für ein erhöhtes Risiko von Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen verantwortlich. PCO kann nicht geheilt, jedoch therapiert werden. Forschungen haben mittlerweile ergeben, dass Östrogen das Wachstum von Brustkrebs fördern kann. Der erste Verdacht resultierte aus Bevölkerungsstudien mit einem hohen Umfang. Mittlerweile konnten Wissenschaftler herausfinden, dass Brustkrebszellen oft Rezeptoren aufweisen, mit denen Östrogene sich verbinden können. Auf diese Weise werden bestimmte Signale gesendet, welche zu einem vermehrtem Wachstum der Krebszellen führen.

Ein Ungleichgewicht der Hormone sorgt auch bei Männern für Beschwerden. So kann beispielsweise ein Testosteronmangel vorliegen. Ein niedriger Testosteronspiegel führt oft zu einer verminderten Östrogenproduktion. Liegt zu wenig Östrogen vor, äußern sich weitere Beschwerden. Männer berichten von chronischer Müdigkeit, Muskelschmerzen, einem Nachlassen der Leistungsfähigkeit, Hitzewallung, Abnahme von Bartwuchs und psychischen Komponenten wie Depressionen und Gereiztheit.

Die Reduktion von Testosteron und Östrogen löst im zunehmenden Alter häufig eine als stark vermindert wahrgenommene Libido aus. Ein Testosteronmangel ist in der Regel das Resultat der physischen Alterung. Des Weiteren können individuelle Lebensumstände wie Übergewicht, ungesunde Ernährung, Alkohol und permanenter Stress die Entstehung einer Mangelerscheinung fördern. Bei Bedarf kann ein Mangel zum Beispiel durch Spritzen behandelt werden.

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