Sehnenschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. November 2017
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Sehnenschmerzen sind für den betroffenen Patienten äußerst unangenehm und können zu einer stark eingeschränkten Bewegungsfähigkeit führen. Da unterschiedlichste Gründe als Auslöser in Betracht gezogen werden müssen, sollten Sehnenschmerzen immer von einem Facharzt untersucht und abgeklärt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Sehnenschmerzen?

Sehnenschmerzen können sowohl in bestimmten Körperregionen – also lokal begrenzt - als auch am gesamten Körper verteilt auftreten. In vielen Fällen liegt den Sehnenschmerzen eine Entzündung im Gelenk oder an der Sehne selbst zugrunde, die die starken Schmerzen erklärt.

Besonders häufig betroffene Stellen sind die Sehnen in stark beanspruchten Gelenken wie beispielsweise im Knie, im Ellbogen oder in der Schulter. Eine Abklärung bei einem Facharzt für Orthopädie oder Rheumatologie ist bei chronischen Sehnenschmerzen unbedingt ratsam.

Sehnenschmerzen können unter anderem eine Begleiterscheinung bei schwerwiegenden Erkrankungen sein. Zu diesen zählen beispielsweise entzündliche rheumatische Erkrankungen oder auch das sogenannte Weichteilrheuma, zu dem auch das Fibromyalgie-Syndrom gehört. In vielen Fällen lässt sich aber eine harmlose Erklärung für die unangenehmen Sehnenschmerzen finden.

Ursachen

Die Ursachen für Sehnenschmerzen können variieren, je nachdem, welche Grunderkrankung den Sehnenschmerzen zugrunde liegt. Einerseits kommt eine Fehl- oder Überbelastung der jeweiligen Sehne in Betracht, andererseits kann auch eine einseitige Belastung der Körperregion zu starken Sehnenschmerzen führen.

Häufig sind die Sehnenschmerzen auf eine Entzündung der Sehne oder des Gelenks zurückzuführen. Muss ein Patient Medikamente wie beispielsweise bestimmte Antibiotika einnehmen, so können Sehnenschmerzen auch als Nebenwirkung der Medikation auftreten. Auch nach einer Schwangerschaft klagen viele Mütter über Sehnen- oder Gelenkschmerzen, was meist auf den veränderten Hormonspiegel in der Stillzeit zurückzuführen ist.

Doch auch ernsthafte Krankheiten wie beispielsweise das Fibromyalgie-Syndrom kommen als Ursache für Sehnenschmerzen in Frage. Eine ärztliche Abklärung ist daher unbedingt erforderlich, um die Ursache für Sehnenschmerzen herauszufinden und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

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Diagnose & Verlauf

In vielen Fällen liegt den Sehnenschmerzen eine Entzündung im Gelenk oder an der Sehne selbst zugrunde, die die starken Schmerzen erklärt.

Um die Ursache für Sehnenschmerzen herauszufinden, wird der Orthopäde oder Rheumatologe zunächst ein Röntgenbild der betroffenen Region anfertigen. In einigen Fällen sind auf diesem Bild kalkähnliche Ablagerungen im Bereich der Sehnen festzustellen, die für die Sehnenschmerzen verantwortlich sind.

Besteht der Verdacht einer rheumatischen Grunderkrankung, so kann die Laboruntersuchung des Blutes Aufschluss über bestimmte Rheumafaktoren im Blut ermöglichen. Darüber hinaus stehen dem Facharzt weitere bildgebende Verfahren bei Sehnenschmerzen wie beispielsweise CT oder MRT zur Verfügung. Vermutet der Facharzt, dass eine Fibromyalgie als Ursache in Frage kommt, so kann er anhand verschiedener Untersuchungen und Symptome die Diagnose stellen.

Sehnenschmerzen gelten als hartnäckige Erkrankung und werden – je nach zugrunde liegender Erkrankung – häufig chronisch. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig bei Sehnenschmerzen zu einem Facharzt zu gehen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Sehnenschmerzen entstehen in den meisten Fällen durch eine ungewohnte Überbelastung bestimmter Körperregionen. Treten Sehnenschmerzen nach einer solchen Tätigkeit auf, dann muss natürlich nicht sofort ein Arzt konsultiert werden. In der Regel klingen diese Schmerzen innerhalb von zwei bis drei Tagen von alleine ab, sodass eine ärztliche oder medikamentöse Behandlung nicht erforderlich ist. In anderen Fällen bleiben die Sehnenschmerzen jedoch auch nach mehreren Tagen weiterhin bestehen, sodass eine selbstständige Genesung nicht möglich ist.

Bevor an dieser Stelle ein Arzt aufgesucht wird, kann die betroffene Person natürlich auch zuerst eigene Maßnahmen zur Heilung ergreifen. Bei Muskel- oder Sehnenverletzungen trägt Wärme zu einer effektiven Besserung bei. Ein Körnerkissen oder eine Wärmflasche auf der betroffenen Stelle kann durchaus eine Wirkung zeigen. Wenn diese Maßnahme keine Besserung erzielt, dann ist ein Besuch natürlich unausweichlich.

Wenn die Schmerzen nämlich über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleiben, dann liegt mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine Überdehnung oder sogar vielleicht ein Sehnenriss vor. Nur durch eine ärztliche Behandlung bzw. mit Hilfe entsprechender Medikamente kann eine schnelle und wirkungsvolle Genesung erzielt werden.

Wenn die betroffene Person auf eine solche Behandlung verzichtet, dann kann sich das Krankheitsbild natürlich auch erheblich verschlimmern. Somit gilt: Sehnenschmerzen sollten spätestens nach drei bis vier Tagen von einem Arzt begutachtet werden.

Komplikationen

Sehenschmerzen können bei unzureichender Behandlung schwer wiegende Krankheiten hervor rufen. Wie stark und intensiv diese Verschlechterung ist, hängt davon ab, wo sich der betroffene Patient die Schmerzen eingeholt hat. Bei ausreichender Prävention, zum Beispiel durch Faszientraining, werden die Sehnen nachhaltig gestärkt.

Sie sind dann widerstandsfähiger und nicht all zu sehr anfällig beim Trainieren zu reizen. Patienten sollten bei einer Prävention darauf achten, dass die Sehnen nicht überdehnt werden. Dann kann der Prävention genau so viel schaden wie das Übertraining. Nach einer Verletzung sollte der Patient die Faszien nur mit einem geübten Trainer bearbeiten.

Faszientraining kann die Sehnenschmerzen lindern, indem die Faszien wieder befeuchtet werden. Kraftsportler haben sehr oft damit zu kämpfen, dass durch den sehr intensiven Kraftsport die Faszien ausgetrocknet werden. Sollte der Patient nach einer Verletzung das Faszientraining und die restliche Prävention selber durchführen wollen, so ist darauf zu achten, dass keine harten Faszienrollen gekauft werden. Diese können die Sehen noch mehr beschädigen und sind am Anfang nach einer Verletzung, wie auch Schmerzen, zu vermeiden.

Behandlung & Therapie

Sehnenschmerzen werden je nach zugrunde liegender Ursache behandelt. Eine Möglichkeit, die starken Sehnenschmerzen zu lindern, besteht darin, Lokalanästhetika in die Ansätze der betroffenen Sehne zu spritzen. Wenn größere Bereiche betroffen sind, so kann es zudem helfen, die umliegenden Nerven zu betäuben, um eine Linderung der Sehnenschmerzen zu erzielen.

Selbstverständlich sollte immer eine Behandlung mit Schmerzmitteln erfolgen, wobei es bei starken Sehnenschmerzen durchaus erforderlich sein kann, dass der Patient Opioide zur Schmerzlinderung benötigt. Liegt den Sehnenschmerzen eine rheumatische Erkrankung zugrunde, so sollte diese mit Hilfe geeigneter Antirheumatika behandelt werden. Zudem kann eine Verbesserung durch physiotherapeutische Anwendungen oder Massagen erzielt werden.

Besonders erfolgreich sind beispielsweise die Ultraschall- oder Elektrotherapie sowie Akupunktur. In schweren Fällen ist eine vorübergehende Ruhigstellung des Gelenks angezeigt, um eine Verbesserung der Sehnenschmerzen zu erzielen. Generell bedürfen Sehnenschmerzen meist einer längeren Behandlung, um einen dauerhaften Erfolg zu erzielen. Auch die Kombination verschiedener Behandlungsmethoden kann, vor allem bei chronischen Sehnenschmerzen, hilfreich sein.

Aussicht & Prognose

In vielen Fällen können die Sehnenschmerzen das Leben des Patienten stark einschränken. Das Durchführen von bestimmten Arbeiten, Tätigkeiten und sportlichen Aktivitäten ist dabei oft nicht möglich, sodass auch die Bewegung des Patienten eingeschränkt ist. In diesen Fällen ist der Betroffene auf die Hilfe von anderen Menschen oder Geräten ausgewiesen.

Bei kurzzeitigen Sehnenschmerzen ist eine Behandlung durch Schmerzmittel möglich. Diese sollte allerdings nicht über einen langen Zeitraum durchgeführt werden, da die Schmerzmittel den Magen beschädigen können. Bei langanhaltenden Schmerzen ist auch das Durchführen einer Schmerztherapie möglich. Die weitere Behandlung findet mit Massagen und mit Wärme statt. Es sind ebenso Behandlungen mit Hilfe von Akupunktur oder einer Ultraschalltherapie möglich.

In den meisten Fällen verschwinden die Sehnenschmerzen nicht sofort und müssen über einen längeren Zeitraum behandelt werden. Es kann mehrere Monate dauern, bis die Sehnenschmerzen verschwinden oder erste Erfolge sichtbar werden. Dabei ist es in vielen Fällen ratsam, mehrere Methoden zu kombinieren, damit die Beschwerden schneller abklingen.

Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass die Sehnenschmerzen im weiteren Verlauf des Lebens wieder auftreten werden. Hier sollte der Patient keine schweren körperlichen Belastungen auf sich nehmen oder zumindest vor diesen die Muskeln und Sehnen durch Dehnübungen erwärmen.

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Vorbeugung

Um Sehnenschmerzen vorzubeugen, ist es empfehlenswert, sich vor körperlicher Belastung beispielsweise vor dem Sport hinreichend aufzuwärmen. So wird das Risiko für eine Überlastung der Sehnen und Sehnenansätze minimiert. Gleichzeitig sollten Patienten versuchen, eintönige Bewegungen zu vermeiden, da diese ebenfalls ein Risikofaktor für Sehnenschmerzen sind.

Das können Sie selbst tun

Bei Sehnenschmerzen helfen eine Reihe von Hausmitteln und Maßnahmen. Bei akuten Beschwerden sollte zunächst die sportliche Aktivität oder Bewegung eingestellt werden. Die Beschwerden lassen sich zumeist lindern, indem das betroffene Körperteil hochgelegt und gekühlt wird. Anschließend hilft ein Druckverband dabei, die Schwellung zu reduzieren.

Ein warmes Bad mit Hausmitteln wie Apfelessig oder Nelkenöl betäubt die Muskeln und lindert die Schmerzen. Bei entzündlichen Sehnenschmerzen versprechen Knoblauch und Anwendungen mit Quark oder Joghurt eine Besserung der Beschwerden. Sehnenschmerzen im Rahmen einer Sehnenscheidenentzündung können ebenfalls durch Schonung und Kühlung gelindert werden. Daneben empfehlen sich Packungen mit Rettich oder Moor-Balsam sowie Naturheilmittel mit analgetischen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Bewährt haben sich unter anderem Cayennepeffer, Bittelsalz und verschiedene Schüßler-Salze.

Bei Sehnenschmerzen in Folge von Muskelkater empfehlen sich leichte Massagen mit Menthol- oder Pfefferminzöl sowie ausreichend Schonung. Bei Zerrungen helfen Arnika- und Ringelblumen-Extrakte, etwa in Form von Salben oder Gels. Sehnenschmerzen bei einer rheumatischen Erkrankung oder nach einem Unfall sollten zunächst mit dem Hausarzt besprochen werden. Ein Beschwerde-Tagebuch, in welchem Art und Schwere der Schmerzen festgehalten werden. ermöglicht eine zielführende Behandlung.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
  • Niethard, F.U., Pfeil, J.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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