Schädelbasis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 8. August 2017
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Der untere Teil des Schädels wird als Schädelbasis bezeichnet. Auf seiner Innenseite liegt das Gehirn auf. Durch Öffnungen in der Schädelbasis treten insgesamt zwölf Hirnnerven und Blutgefäße in den Hals sowie in den Gesichtsschädel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Schädelbasis?

Die Schädelbasis stellt eine Schädelgrube dar, auf welcher das Gehirn aufliegt. Sie wird auch als Basis cranii bezeichnet. Im Englischen heißt sie scull base. Durch die Schädelbasis ist das Gehirn über mehrere Nerven und Blutgefäße mit dem Hals und mit dem Gesichtsschädel verbunden. Dabei wird die innere Schädelbasis (Basis cranii interna) in die vordere, mittlere und hintere Schädelgrube eingeteilt. Sie ist die dem Gehirn zugewandte Seite.

Die äußere Schädelbasis (Basis cranii externa) ist wiederum die dem Gehirn abgewandte Seite. Genau genommen stellt sie den Gesichtsschädel dar. Nach strenger Definition wird nur die Basis cranii interna als Schädelbasis bezeichnet. Insgesamt ist sie aus fünf Knochen aufgebaut, und zwar aus dem Stirnbein (Os frontale), dem Siebbein (Os ethmoidale), dem Keilbein (Os sphenoidale), dem Hinterhauptbein (Os occipitale) und dem Schläfenbein (Os temporale).

Anatomie & Aufbau

Die innere Schädelbasis besteht aus vorderer Schädelgrube (Fossa cranii anterior), mittlerer Schädelgrube (Fossa cranii media) und hinterer Schädelgrube (Fossa cranii posterior). Die Fossa cranii anterior ist aus dem Siebbein sowie dem seitlich angelegten Schläfen- und dem Stirnbein aufgebaut. Die vordere Schädelgrube wird durch den kleinen Keilbeinflügel von der mittleren Schädelgrube (Fossa cranii media) abgegrenzt.

Die Fossa cranii media beherbergt einen Teil des Stammhirns, den mittleren Teil des Gehirns und den Schläfenlappen des Großhirns. Die mittlere Schädelgrube wird durch den sogenannten Türkensattel in zwei Hälften eingeteilt. In der Mitte des Türkensattels (Sella turcica) befindet sich eine Vertiefung für die Hypophyse (Fossa hypophysialis). Die hintere Schädelgrube (Fossa cranii posterior) setzt sich aus den drei Schädelknochen Hinterhauptbein (Os occipitale), Keilbein (Os sphenoidale) und Schläfenbein (Os temporale) zusammen. In der Mitte der Fossa cranii posterior liegt das Hinterhauptsloch (Foramen magnum). Durch das Foramen magnum verlässt die Medulla oblongata das Schädelinnere und geht ins Rückenmark über. In der hinteren Schädelgrube gibt es weitere Durchtrittsstellen für Hirnnerven und Arterien.

Funktion & Aufgaben

Die Schädelbasis hat die Aufgabe, das Gehirn vor äußeren Einflüssen zu schützen. Gleichzeitig besitzt sie viele Durchtrittstellen für Hirnnerven und Blutgefäße, die das Gehirn mit dem übrigen Körper in Verbindung halten. Ohne Schädelbasis würde das Hirn jedoch sehr leicht Erschütterungen erleiden und seine Funktionsfähigkeit einbüßen. Für den Kontakt mit den übrigen Körperorganen sind für Nerven und Blutgefäße insgesamt zwölf Durchtrittsstellen durch die Schädelbasis notwendig.

Der Canalis opticus ist ein Durchtritt im vorderen Keilbein der mittleren Schädelgrube. Durch diese Öffnung treten sowohl der Nervus opticus und die Arteria ophthalmica. Beide sind verantwortlich für die Versorgung der Augen. Der Nervus hypoglossus, welcher für die Motorik der Zunge zuständig ist, tritt durch den Canalis nervi hypoglossi. Durch das Foramen jugulare (das Drosselloch) tritt die innere Drosselvene (Vena jugularis interna) in den Hals. Die Arteria carotis interna (innere Halsschlagader) tritt durch den Canalis caroticus. Ein knöcherner Kanal im Felsenbein, der Canalis musculotubarius, dient als Öffnung für die Eustachi-Röhre. Der rein sensible Nervus maxillaris verlässt die Schädelhöhle durch das Foramen rotundum.

Weitere Durchtrittsstellen in der Schädelbasis sind das Foramen ovale, das Foramen spinosum und das Foramen lacerum für wichtige Nervenstränge sowie der Porus acusticus internus für den Gehörgang und das Foramen alare caudale für die Arteria maxillaris.

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Krankheiten

Eine gravierende Erkrankung der Schädelbasis stellt der Schädelbasisbruch dar. Ein Schädelbasisbruch entsteht immer nach einer starken Gewalteinwirkung im Kopfbereich meist durch Unfälle aber auch durch Schläge oder Tritte. Dabei kommt es zu Knochenbrüchen in der vorderen, mittleren oder hinteren Schädelgrube. Die frontobasale (Nase und Schädelbasis) und die laterobasale Fraktur (Ohr und Schädelbasis) kommt am häufigsten vor.

Dabei treten typischerweise Hirnflüssigkeit und Blut aus Nase und Ohr aus. Durch das eigentliche Trauma oder Einblutungen ins Hirn finden gelegentlich Bewusstseinseintrübungen und neurologische Ausfallserscheinungen statt. Da viele Nerven durch kleine Öffnungen der Schädelbasis durchtreten, kann es zu deren Einklemmung kommen. In der Folge können Lähmungen und Sinnesausfälle entstehen. Ein Schädelbasisbruch ist ein höchst lebensbedrohlicher Zustand, dessen Ausgang nicht vorherzusehen ist. Es gibt jedoch auch Erkrankungen an der Schädelbasis, die durch raumfordernde Wachstumsprozesse in diesem Bereich gekennzeichnet sind. Meist handelt es sich um gutartige Schädelbasistumoren.

Trotz ihrer Gutartigkeit können diese Tumoren aber erhebliche Beschwerden verursachen. So sind sie in der Lage, die knöchernen Strukturen der Schädelbasis zu zerstören und die Hirnnerven oder Blutgefäße zu umwachsen. Wenn Hirnnerven betroffen sind, können solche Symptome wie Sehstörungen, Riech- und Geschmacksstörungen, Lähmungen der Gesichtsmuskulatur, Gesichtsschmerz oder Taubheitsgefühl in Teilen des Gesichtes sowie Hörminderungen auftreten. Des Weiteren kann es auch zu Tinnitus, Schwindel, Schluckstörungen oder Schwäche der Gesichts-, Kopf- und Schultermuskulatur kommen. Nicht immer sind Tumoren an der Schädelbasis für diese Symptome verantwortlich. Auch Entzündungen und Verletzungen in diesem Bereich kommen als Ursache infrage.

Die Untersuchung erfolgt durch bildgebende Verfahren wie MRT oder CT. Bei Verletzungen muss sofort gehandelt werden. Die gutartigen Tumoren sollten nur chirurgisch behandelt werden, wenn die Lebensqualität stark eingeschränkt ist. Manchmal können wachstumshemmende Medikamente den Wachstumsprozess des Tumors zum Stillstand bringen.

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