Stirnbein

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Das Stirnbein (lat. Os frontale ) zählt zu den menschlichen Schädelknochen. Es ist aufgrund seiner frontalen Lage markant für die Optik des menschlichen Gesichtes und erfüllt auch anatomisch vielfälitge wichtige Funktionen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Stirnbein

Das Stirnbein sitzt im oberen frontalen Teil des menschlichen Schädels und umschließt somit teilweise das Gehirn. Ebenso funktioniert es partiell als Knochengrundlage für das menschliche Gesicht. Seine wissenschaftliche Bezeichnung Os frontale leitet sich aus den lateinischen Begriffen os (Knochen) sowie frons (Stirn) ab. Das Os frontale ist sowohl an der Bildung der vorderen Schädelgrube als auch des Orbitaldaches beteiligt und liegt beim erwachsenen Menschen nach Verwachsen der Schädelknochen im Bereich der Fontanellen üblicherweise unpaarig vor. Die Stirnhöhlen als Teil der Nasennebenhöhlen sind ebenfalls innerhalb des Stirnbeins enthalten.

Anatomie & Aufbau

Das Stirnbein ist anatomisch grob in drei Teile gegliedert: Die Squama frontalis, auch Stirnbeinschuppe genannt, die Pars orbitalis, sowie die Pars nasalis.

  • Die Squama frontalis, welche wiederum in die Facies externa sowie die Facies interna aufgeteilt wird, ist in Entsprechung zur menschlichen Stirn vertikal angelegt. Bei der Facies externa handelt es sich um die äußere Fläche, die Facies interna bezeichnet die auf der Schädelinnenseite liegende Fläche der Squama frontalis.

Kennzeichnend für den menschlichen Schädel sowie den von Primaten sind außerdem die auf der Facies externa liegenden so genannten Augenbrauenwülste (Arcus superciliares). Diese sind bei Männern typischerweise stärker ausgeprägt als bei Frauen.

  • Die Pars orbitalis bildet den horizontal angelegten Teil des Stirnbeins und besteht aus zwei dreiecksförmigen, dünnen Knochenplatten, den Orbitalplatten. Beide Orbitalplatten sind von einer längsseitigen Naht durchbrochen. Dieser Teil des Knochens formt das Dach der menschlichen Augenhöhlen sowie Nasenhöhle.
  • Die Pars nasalis bildet den kleinsten Abschnitt des Stirnbeins und zugleich die Verbindung zwischen den beiden Partes orbitales. Aus ihm ragt die Spina nasalis hervor, welche zusammen mit dem Oberkiefer (Maxilla) sowie dem Nasenbein (Os nasale) die Nasenwurzel formt. Die Nasenhöhle wird durch den Knochenteil des Pars nasalis begrenzt.

Funktion & Aufgaben

Der menschliche Schädels dient vornehmlich dazu, das empfindliche Gehirn zu schützen sowie die Knochengrundlage für das menschliche Gesicht zu bilden. Demzufolge wird dieser auch in den Hirnschädel (Neurocranium) sowie den Gesichtsschädel (Viscerocranium) aufgeteilt.

Eine Besonderheit des Stirnbeins besteht darin, dass die Squama frontalis als Teil des vorderen Schädeldachs dem Hirnschädel zugerechnet wird, während Pars orbitalis sowie Pars nasalis unter die Definition des Gesichtsschädels fallen. Dementsprechend sind die Funktionen des Stirnbeins beiden Aufgabenbereichen zugeordnet.

Die Squama frontalis bedeckt einerseits das menschliche Gehirn an der Frontalseite des Kopfes und schützt somit vor äußerer Gewalteinwirkung und damit einhergehenden Verletzungen des empfindlichen Organs. Ebenso beinhaltet dieser Teil des Stirnbeins die Stirnhöhle (Sinus frontalis), eine der Nasennebenhöhlen. Bei dieser handelt es sich um einen innerhalb des Knochens liegenden, paarig angelegten Hohlraum.

Die Stirnhöhle ist vollständig mit Schleimhaut ausgekleidet und mit Luft gefüllt. Sie dient in erster Linie zur Erwärmung der Atemluft sowie für die Resonanz von Nasallauten. Ebenso ist ihre Funktion als Pneumatisationsraum (Luftgefüllter Hohlraum im Knochen) eine Erweiterung der Schleimhautfläche und somit Infektabwehr. Durch diesen Pneumatisationsraum im Stirnbein wird außerdem am Stirnbein ähnlich wie an anderen Schädelknochen Gewicht eingespart.

Die Pars orbitalis wird als Teil der Augenhöhlen (Orbita) zum Gesichtsschädel gezählt. Die Orbita bilden eine Grube am Schädel von etwa 4-5 Zentimetern Tiefe, in welche das menschliche Auge sowie seine Anhangsorgane eingebettet sind. Sie dienen als knöcherner Schutz der empfindlichen Sehorgane. Ebenso ermöglichen die Öffnungen im Inneren den Durchtritt von Nerven, Blutgefäßen und Tränengang.

Die Pars nasalis ist dem Dach der Nasenhöhle zugehörig, welche wiederum zu den oberen Atemwegen zählt. Dieser Innenraum der Nase ist durch die Nasenlöcher mit der Außenwelt verbunden und ermöglicht somit die Zuführung von lebenswichtiger Atemluft.

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Krankheiten & Beschwerden

Schmerzen im Bereich des Stirnbeins können auf eine Vielzahl von Beschwerden hinweisen. Sehr häufig handelt es sich dabei um Überlastungskopfschmerz aufgrund von zu viel Stress und fehlender Zeit für körperliche wie auch geistige Ruhepausen. Durch kurze Entspannungseinheiten im Alltag kann den Symptomen jedoch meist problemlos entgegengewirkt werden.

Ebenso gehören Kopfschmerzen im Stirnbereich auch bei Patienten von Migräne und Cluster-Kopfschmerz oft zu den Hauptbeschwerden. Die genauen Ursachen letzerer beider Erkrankungen sind bis heute ungeklärt, meist lassen sich jedoch sogenannte „Trigger“ feststellen, Auslöser für die wiederkehrenden Kopfschmerzattacken. Diese unterscheiden sich von Person zu Person stark, lassen sich jedoch nach ihrer Feststellung gezielt vermeiden.

Augenprobleme können ebenfalls die Ursache für genannte Schmerzen darstellen. Sehschwächen oder andere Augenkrankheiten sind ein häufiger Auslöser von Kopfschmerzen im Stirn- und Augenbereich und können ohne Abklärung durch einen Facharzt von Betroffenen unbemerkt bleiben.

Im Rahmen von Erkältungskrankheiten besteht fernerhin immer die Gefahr einer Sinusitis, einer entzündlichen, durch Bakterien oder Viren hervorgerufenen Veränderung der Nasennebenhöhlenschleimhaut. Die Stirnhöhle als Teil der Nasennebenhöhlen kann von dieser Erkrankung betroffen sein und dem Patienten bohrende, von einem Druckgefühl begleitete Schmerzen bereiten.

Eine Sinusitis kann in akuter oder chronischer Form vorliegen und bedarf je nach Schweregrad unterschiedlicher Behandlungsmethoden. Diese können von einer simplen Gabe pflanzlicher Arzneimittel bis hin zur notwendigen Operation reichen.

Sollten nach äußerlicher Gewalteinwirkung wie etwa einen Stoß oder Schlag Schmerzen im genannten Bereich auftreten, so kann dies der Hinweis auf ein Schädel- oder Schädel-Hirn-Trauma sein. Der Schweregrad kann auch hier stark variieren. Je nach Art und Dauer der Schmerzen sowie eventuell zusätzlich auftretender Symptome wie beispielsweise Übelkeit oder Bewusstseinsstörungen kann dies nicht weiter behandlungsbedürftige bis hin zu lebensgefährlichen Verletzungen umfassen. Das Einholen ärztlichen Rates nach Kopfverletzungen ist grundsätzlich empfohlen.

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