Pfortaderthrombose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. Oktober 2017
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Die Pfortaderthrombose ist eine Erkrankung, welche in der Regel nicht sofort zu Beschwerden führt und daher durch einen eher schleichenden Verlauf gekennzeichnet ist. Im akuten Zustand ist bei der Pfortaderthrombose sofortiger Handlungsbedarf angesagt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pfortaderthrombose?

Die Bezeichnung Pfortaderthrombose ist ein zusammengesetztes Wort, welches als Pfortader und Thrombose besteht. Im Zusammenhang mit der Lokalisation der Thrombose ist bei diesem Krankheitsbild die Venae portae betroffen. Die Venae portae ist ein spezielles Blutgefäß, welches für die Beförderung von Blut zur Leber verantwortlich ist.

Von einer Thrombose wird in der Medizin gesprochen, wenn es sich wie bei der Pfortaderthrombose um einen Verschluss der Pfortader durch ein sogenanntes Gerinnsel handelt, welcher sich im Gefäß festsetzt und die Blutzu- oder Blutabfuhr beeinträchtigt oder verhindert. Die Pfortaderthrombose ist eine seltene Ausprägung einer Thrombose, welche bereits von anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt ist.

Ursachen

Zu einer Pfortaderthrombose kommt es in der Regel dann, wenn bereits ungünstige Grunderkrankungen vorliegen. Diese sind das Wachstum von Tumoren in der Bauchspeicheldrüse oder im Gewebe der Leber.

Eine weitere Ursache für die Pfortaderthrombose kann ein entzündlicher Prozess in der Bauchspeicheldrüse sein. Dieser geht wie eine Hepatitis mit einer Schwellung des betroffenen Organs einher und kann zu einer Pfortaderthrombose führen. Menschen, welche unter einer erhöhten Neigung leiden, Blutgerinnsel zu bilden, durch zu wenig Flüssigkeitsaufnahme "ausgetrocknet" sind oder sich vergiftet haben, können ebenso eine Pfortaderthrombose entwickeln.

Dies gilt gleichermaßen für Patientinnen und Patienten, welche bestimmte Medikamente einnehmen und mit einem erhöhten Risiko leben, eine Venenthrombose auszubilden. Eine Pfortaderthrombose kann auch durch eine bestehende Schwangerschaft oder einen Funktionsverlust der Leber (Leberzirrhose) begünstigt werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Meist sind bei einer Pfortaderthrombose keine typischen Symptome sofort zu erkennen. Hämorrhoiden, Ösophagusvarizen und eine Vergrößerung der Milz zählen jedoch zu den gängigen Beschwerdebildern. Auch eine Leberstörung kommt häufig vor.

Diagnose & Verlauf

Für eine gezielte, präzise Erkennung der Pfortaderthrombose stehen den Medizinern ganz unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Diese kommen insbesondere nach der Begutachtung der Patienten zum Einsatz, wenn diese ihre zum Teil unspezifischen Beschwerden schildern.

Die einzelnen Verfahrenstechnologien für die Diagnose der Pfortaderthrombose beruhen auf einer bewährten und hoch komplizierten Medizintechnik, welche als Ultraschall des Oberbauchs, Computer- und Kernspintomografie sowie eine sogenannte Farbdoppleruntersuchung geeignet sind. Komplettiert werden diese einzelnen Verfahren bei der Pfortaderthrombose durch umfangreiche Tests im Labor. Diese betreffen beispielsweise die sogenannten Leberwerte im Serum und die Bestimmung der Gerinnungsfaktoren im Plasma.

Der Verlauf der Pfortaderthrombose geht mit einer Schmerzhaftigkeit und Schwellung des Oberbauches einher. Durchfälle, anhaltendes Völlegefühl und Übelkeit, in seltenen Fällen Erbrechen begleiten die Pfortaderthrombose.

Komplikationen

Die Pfortaderthrombose ruft in den meisten Fällen keine Symptome hervor. Komplikationen entstehen in der Regel durch die auslösenden Erkrankungen. Allerdings kann es zu Ansammlung von Wasser in der Bauchhöhle kommen. Des Weiteren treten in der Speiseröhre und im Magen Krampfadern auf, die in ungünstigen Fällen sogar platzen und dabei starke Blutungen hervorrufen können. Da die Pfortader verstopft ist, steigt in dieser auch der Blutdruck.

Durch diese lokale Blutdrucksteigerung kann sich die Milz sehr stark vergrößern und zerreißen. Eine Pfortaderthrombose beeinträchtigt oft aber auch die Leberfunktion sehr stark, wenn diese nicht mehr genügend mit Blut versorgt wird. Die meisten Komplikationen werden, wie bereits erwähnt, aufgrund der zugrunde liegenden Erkrankungen hervorgerufen.

So führt eine Pfortaderthrombose, die von einer Leberzirrhose ausgelöst wird, sehr viel häufiger zu Speiseröhren- und Magenblutungen oder einer Bauchwassersucht (Aszites). Eine Aszites ist bei anderen Ursachen ansonsten nicht sehr häufig. Deshalb stellt eine Pfortaderthrombose im Zusammenhang mit einer Leberzirrhose eine lebensgefährliche Komplikation dar.

Auch eine schwere Pankreatitis, ein bösartiger Pankreastumor oder ein Nierenkrebs kann Ursache für eine Pfortaderthrombose sein. Auch hier rufen die zugrunde liegenden Erkrankungen die Mehrzahl der Komplikationen hervor. Daher ist die Diagnose der Grundkrankheiten sehr wichtig, um eine Komplikation, die im Rahmen einer Pfortaderthrombose auftritt, wirksam behandeln zu können.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Pfortaderthrombose eröffnet im Zuge der modernen medizinischen Verfahren und Eingriffe verschiedene Varianten. Grundlegend ist es bei der Pfortaderthrombose so, dass dieselbe Therapie zum Einsatz kommt, welche auch bei einer anderen Thrombose adäquat ist.

Es geht in diesem Bezug vorrangig darum, den Thrombus aufzulösen und die Pfortader wieder frei zu machen. Dies geschieht bei der Pfortaderthrombose, welche entweder die gesamte Pfortader oder nur einen Teilbereich betreffen kann, durch gezielt ausgesuchte Medikamente. Diese werden in der Thrombosetharpie auch als Antikoagulantien bezeichnet und basieren bei der Pfortaderthrombose ebenfalls auf Marcumar und Heparin.

Im Gegensatz zu Thrombosen, welche sich an verschiedenen anderen Blutgefäßen im Körper ausprägen können, besteht bei einer Pfortaderthrombose kein Risiko einer Lungenembolie. Dennoch ist es wichtig, möglichst schnell zu handeln, um Schädigungen des Lebergewebes durch eine Mangeldurchblutung zu vermeiden. Darüber hinaus basiert die Behandlung der Pfortaderthrombose gleichermaßen auf der Linderung der Beschwerden und Ursachen durch die vorliegenden Grunderkrankungen.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung gegen eine Pfortaderthrombose liegt insbesondere darin, dass eine entsprechende Behandlung der ursächlichen Erkrankungen vorgenommen wird. Darüber hinaus ist es wichtig, falls diese Vorerkrankungen vorhanden sind, eine regelmäßige fachärztliche Kontrolluntersuchung vornehmen zu lassen und dabei vor allen Dingen ein hohes Augenmerk auf die Gerinnungsfaktoren zu legen.

Diese sollten nach einem labortechnischen Befund nicht über dem normal zulässigen Parameter liegen. Nur so kann eine sinnvolle Prävention gegen eine Pfortaderthrombose eingeleitet werden. Darüber hinaus ist es wichtig, zur Vermeidung einer Pfortaderthrombose ausreichend zu trinken. Dies betrifft insbesondere ältere Menschen, welche häufig unter einem eingeschränkten Durstgefühl leiden.

Bücher über Thrombose

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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