Magen-Darm-Blutung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Oktober 2017
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Überall, wo sich durchblutetes Gewebe befindet, können Blutungen entstehen, so auch im Magen-Darm-Bereich, was Mediziner dann unter dem Sammelbegriff Magen-Darm-Blutung zusammenfassen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Magen-Darm-Blutung?

Der Magen-Darm-Trakt gehört zu den komplexesten und größten Organen des Menschen. Allein der Darm hat eine Länge von etwa zehn Metern. Es gibt somit genügend Fläche für eine Magen-Darm-Blutung.

Das, was die Magen-Darm-Blutung von gewöhnlichen Blutungen bzw. Verletzungen der (Schleim-)Haut unterscheidet, ist der Umstand, dass der Magen mit seiner Magensäure sowie der Darm mit seiner aus einer Vielzahl an Bakterien bestehende Darmflora eine ganz andere Umgebung schaffen, die den Fall einer Blutung um ein Stück weit brisanter machen.

Entstehen erst einmal Verletzungen der Magenschleimhaut oder der Darminnenwand, können die dort lebenden Keime einerseits ungewollt in die Blutlaufbahn gelangen sowie andererseits die Heilung der verletzten Fläche verzögern. Je nachdem, was die Ursache der Magen-Darm-Blutung ist, unterscheiden Ärzte verschiedene Arten von Blutungen.

Ursachen

Die Magen-Darm-Blutung ist kein charakteristisches Symptom einer einzigen Krankheit. Vielmehr kommen eine Reihe unterschiedlichster Ursachen in Betracht.

Möglich ist beispielsweise eine mechanische Verletzung des Magen-Darm-Traktes, die zu den Blutungen führt, indem der Betroffene versehentlich einen festen, spitzen Gegenstand über die Mahlzeit verzehrt hat. Insbesondere die Schleimhaut des Dünndarms ist besonders dünn und damit anfällig für Verletzungen mechanischer Art.

Eine weitere Ursache einer Magen-Darm-Blutung kann auch im Vorliegen einer Grunderkrankung liegen. Denkbar sind hier chronische Darmentzündungen, wie der Morbus Crohn oder die Colitis ulcerosa. Betroffene dieser Erkrankungen leiden aufgrund einer dauernden und fehlgeleiteten Reaktion ihres Immunsystems an einem permanent entzündeten Darm.

Die durch die Entzündung hervorgerufenen Läsionen der Darmschleimhaut beginnen, zu bluten, was letztlich in dem Ausscheiden blutigen Stuhls endet. Im schlimmsten Fall kann eine Magen-Darm-Blutung auch ein Zeichen eines bestehenden Karzinoms, also einem Krebs (z.B. Magenkrebs oder Darmkrebs) sein.

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Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der Magen-Darm-Trakt gehört zu den komplexesten und größten Organen des Menschen. Allein der Darm hat eine Länge von etwa zehn Metern. Es gibt somit genügend Fläche für eine Magen-Darm-Blutung.

Was die Ursache einer Magen-Darm-Blutung ist, kann nicht von äußerlicher Betrachtung der Magen-Darm-Gegend festgestellt werden. Röntgenaufnahmen oder der weniger belastende Ultraschall können hier keine verlässliche Antwort auf die Ursache und vor allen Dingen Ausmaß der Magen-Darm-Blutung liefern.

Allein der Nachweis von Blut im Stuhl gibt keinen Hinweis auf die Ursache. Deshalb ist es grundsätzlich unumgänglich, den Magen und den Darm von innen mittels Sonden zu untersuchen, was im Rahmen einer Magen- bzw. Darmspiegelung erfolgt. Hierbei wird eine Sonde in den Mund bis in den Magen des Patienten bzw. anal bis in Dickdarm sowie terminalen Dünndarm (die letzten Darmstücke, die an den Dickdarm münden) eingeführt.

Die Sonden sind mit einer Videokamera und chirurgischen Instrumenten ausgestattet, die dem behandelnden Arzt ermöglichen, nicht nur zu begutachten, sondern auch Gewebeproben zu entnehmen. Liegen tumorähnliche Gewebestücke vor, kann der Arzt diese entnehmen und später histologisch, also labormedizinisch untersuchen lassen und so die Ursache der Magen-Darm-Blutung ausfindig machen.

Komplikationen

Blutungen im Magen oder Darmbereich sind ein stets ernstzunehmendes Warnzeichen des Körpers. Eine ärztliche Kontrolle ist selbst bei scheinbar kleinen Blutmengen am Stuhlgang unerlässlich. Zwar können reine Schleimhautentzündungen, bestimmte Schmerzmittel oder harmlose Hämorriden Blutungen auslösen, aber auch gefährliche Grunderkrankungen oder Tumore können sich hinter derartigen Symptomen verbergen.

Bei intensiven, akuten Blutungen wie etwa durch verletzte Blutgefäße oder Rissen in der Darmwand gilt es unverzüglich den Notdienst zu informieren. Auch erbrochenes Blut, auffällige Schmerzen oder schwarzer Teerstuhl machen eine zügige Abklärung der Ursache notwendig. Häufig verschwinden die Symptome bei kleineren Blutungen von alleine und es gibt keinen Grund zur Besorgnis.

Unbemerkter Blutverlust kann auf Dauer die Leistungsfähigkeit herabsetzen, zur Blutarmut (Anämie) oder im schlimmsten Fall zum Tod führen. Betroffene riskieren ohne Behandlung zudem die Ausbildung von Geschwüren, die oft lange Zeit unbemerkt heranwachsen und nur gelegentlich durch Blutungen aufgrund passierender Mahlzeiten auffallen. Wie alle operativen Eingriffe unterliegt die Behandlung einem gewissen Grundrisiko.

Dennoch gilt die sehr verbreitete Spiegelung für Magen und Darm als sehr erprobt. Gelegentlich kann es zu leichten Nachblutungen durch Gewebeentnahmen kommen. Selten wird durch Unachtsamkeit mit dem führenden Schlauch die Wand des Magendarmtraktes schwer verletzt, was eine Notoperation zur Folge hat. Die Risiken eines reinen Kontrolleingriffes zur Diagnose sind jedoch sehr gering einzuschätzen und können meist ambulant ohne Einweisung ins Krankenhaus durchgeführt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Sollten Symptome einer Magen-Darm-Blutung auftreten, ist ein Gang zum Arzt ratsam. Das heißt, dass bei Auftreten eines Gefühls von Übelkeit oder sogar einem Bluterbrechen, starken Magenschmerzen und Blut im Stuhl unbedingt ein Arzt aufgesucht werden sollte. Dieser wird zunächst im Rahmen einer Röntgenaufnahme oder mittels Ultraschall feststellen, ob eine Verletzung im Magen-Darm-Trakt vorliegt, welche Ursache für die Blutung sein könnte. Hierbei kann der Arzt ebenso feststellen wie groß das Ausmaß der Blutung im Magen-Darm-Trakt ist.

Hat der Patient Blut im Stuhl ist die Untersuchung des Magen-Darm-Trakts mittels einer Sonde meist unvermeidbar. Im Rahmen einer solchen Magen- oder Darmspiegelung können unter anderem Polypen als Ursache bereits beseitigt werden. Bei einer Magenspiegelung führt der Arzt die Sonde durch den Mund, bei einer Darmspiegelung hingegen anal ein. Besteht der Verdacht auf einen Tumor als Ursache, kann mittels der Sonde ebenfalls eine Gewebeprobe entnommen werden, die anschließend im Labor auf ihre Gut- oder Bösartigkeit untersucht wird.

Behandlung & Therapie

Wie die Magen-Darm-Blutung behandelt werden muss, hängt von der konkreten Ursache ab. Sollte eine mechanische Verletzung des Magens oder des Darmes Ursache der Blutungen gewesen sein, verheilt die Wunde, sofern der die Verletzung verursachende Gegenstand wieder ausgeschieden wurde, von selbst. Bereits im Laufe eines Tages erneuert die Magen-Darm-Schleimhaut mehrere Gramm Gewebe. Eine rasche verheilung der verletzten Stelle ist die Folge.

Als Behandlung kommt hier allenfalls die Gabe von entzündungshemmenden Stoffen infrage oder aber die Empfehlung, auf gerinnungshemmende Arzneimittel zu verzichten, um den Blutverlust zu reduzieren. Bei chronischen Darmentzündungen dagegen muss sich der Betroffene an den allgemeinen Empfehlungen für seine Erkrankung halten und im äußersten Fall über Infusionen ernähren.

Durch die Umgehung des Magen-Darm-Traktes soll dieser verschont werden, bis sich die chronischen Entzündungen wieder beruhigen und die Magen-Darm-Blutung abklingt. Bei Bedarf können hier Immunsuppressiva verabreicht werden, die gegen die Ursache der Entzündungen und damit der Blutungen wirken: dem eigenen Immunsystem. Wie eine Magen-Darm-Blutung zu behandeln ist, lässt sich somit nicht pauschal sagen, sondern hängt von der Art der Blutung sowie der Ursache ab.

Aussicht & Prognose

Sind mechanische Verletzungen für die Magen-Darm-Blutung verantwortlich, hängt der weitere Verlauf stark von der Ursache und dem Ausmaß der Verletzung ab. Das Verschlucken glatter metallischer Gegenstände führt meist zu nur zu leichten Verletzungen, die schnell wieder abklingen. Der Fremdkörper wird auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden. Gefährlich sind dagegen scharfe und spitze Gegenstände sowie Glasstücke und Glasscherben. Solche Fremdkörper können lebensgefährliche innere Verletzungen verursachen und eine Notoperation erforderlich machen.

Sind die Ursachen für die Magen-Darm-Blutungen nicht bekannt, muss der Patient damit rechnen, dass umfangreiche Untersuchungen auf ihn zukommen. Der Magen-Darm-Bereich wird dann von Innen mit Sonden im Rahmen einer Darmspiegelung untersucht. Werden dabei krankhafte Veränderungen festgestellt, leitet der Arzt geeignete Therapien ein.

Bei Magen- und Darmgeschwüren bestehen gute Therapiechancen. Häufig sind aber auch chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa für die Beschwerden ursächlich. Bei chronischen Erkrankungen ist nicht immer eine Heilung möglich, der Arzt kann aber die damit verbundenen Symptome lindern.

Magen-Darm-Blutungen können jedoch auch ein Anzeichen für Krebs sein. Die einzige Methode, mit der Darmkrebs derzeit geheilt werden kann, ist die Operation. Andere Maßnahmen wie die Chemotherapie oder Bestrahlungen können lediglich den Langzeiterfolg der Behandlung sichern.

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Vorbeugung

Da eine Magen-Darm-Blutung keine eigenständige Erkrankung ist, sondern stets in Verbindung mit einer Grunderkrankung bzw. einer Verletzung der Magen-Darm-Gegend einhergehen, lassen sie sich nur durch die Prävention anderer Grunderkrankungen vermeiden. Freilich sind einige Ursachen der Magen-Darm-Blutung nicht vorhersehbar, vor allem solche, deren eigentliche Ursachen medizinisch noch nicht nachgewiesen sind, wie es beispielsweise beim Morbus Crohn der Fall ist. Eine gesunde, faser- und abwechslunsgreiche Ernährung sowie viel Sport und Bewegung helfen aber außerordentlich einen gesunden Magen-Darm-Trakt zu bewahren.

Das können Sie selbst tun

Die Ursache einer Magen-Darm-Blutung sollte in jedem Fall medizinisch abgeklärt werden, ebenso ob die Blutungen den Magen, den Darm oder womöglich beide Bereiche des Körpers betreffen. Ursächlich sind zumeist entzündliche Prozesse im Körper. Selbsthilfe ist bei Magenblutungen auszuschließen. Jedoch lässt sich der eigene Verdauungsprozess verbessern.

Egal ob der Magen oder der Darm betroffen sind – beide Bereiche sind am Verdauungsprozess beteiligt. Bei bestehenden Blutungen sollten daher reizende Speisen – zu scharfe Gewürze – und zu heiß verzehrte Mahlzeiten vermieden werden. Ebenso feuert Alkohol die entzündlichen Prozesse im Körper an. Auch der Verzehr von zu großen Portionen belasten Magen und Darm. Zumeist wird die Einnahme mehrere kleiner Mahlzeiten, verteilt über den Tag empfohlen. Förderlich für den Verdauungsvorgang ist es, ca. eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten ein Glas Wasser zu trinken und während der Mahlzeit auf Getränke zu verzichten. So wird die nötige Magensäure nicht zusätzlich verdünnt und der Körper nicht angeregt diese vermehrt zu bilden.

Weiterhin sind Phasen der Bewegung und der Entspannung förderlich. Bewegung regt den Verdauungs- sowie den gesamten Stoffwechsel an. Phasen der Entspannung – die auch aktiv durch die Ausübung von Techniken wie Yoga oder Chi Gong gestaltet werden können – reduzieren den Cortisongehalt im Blut und erhöhen die Ausschüttung von Serotonin. Auch die Einnahme von Mikronährstoffen wie Selen, hilft dem Körper entzündliche Vorgänge zu verlangsamen. Gegen Stress im Alltag können zudem alternative Heilmethoden, wie die Bachblütentherapie, ausprobiert werden.

Bücher über Magen-Darm-Erkrankungen

Quellen

  • Battegay, E.: Siegenthalers Differenzialdiagnose. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H. (Hrsg.): Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2011

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