Morbus Crohn (chronische Darmentzündung)

Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)

Morbus Crohn ist eine chronische Darmentzündung im Bereich des Magen-Darm-Trakts bzw. Verdauungstrakts. Dabei kommt es zu typischen Schüben von Beschwerden und Symptomen, wie Durchfall, schmerzhafte Magenkrämpfe und starkem Gewichtsverlust. Allerdings sind diese Symptome zunächst unpsezifisch, sodass nicht immer als erstes Morbus Crohn diagnostiziert wird. Daher sollte der Arzt bei Verdacht auf eine chronische Darmentzündung immer eine Darmspiegelung, Röntgenuntersuchung, Laboruntersuchungen und Ultraschall bei der Diagnose und Behandlung vornehmen.

Inhaltsverzeichnis

Definition Morbus Crohn (chronische Darmentzündung)

Der Morbus Crohn (chronische Darmentzündung) ist neben der Colitis ulcerosa eine der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, die häufig in Krankheitsschüben auftritt. Der Häufigkeitsgipfel liegt zwischen dem 16. und dem 35. Lebensjahr. Bei älteren Menschen über 60 Jahren kann es zu einem so genannten Alterscrohn kommen. Es liegt eine familiäre Häufung vor, insgesamt ist die Krankheitshäufigkeit steigend.

Die Symptome sind nicht selten unspezifisch (Krämpfe, Übelkeit, Gewichtsverlust), auch Verläufe ohne den richtungweisenden Durchfall sind möglich. Kennzeichnend ist die Bildung von Granulomen in der Darmwand. Im Gegensatz zu der Colitis ulcerosa kann der Morbus Crohn im gesamten Gastrointestinal-Trakt auftreten, von der Mundhöhle bis zum Rektum. Oft liegt ein diskontinuierlicher Befall vor, d.h. betroffene Abschnitte werden von gesundem Darm unterbrochen.

Typisch ist allerdings der Befall des letzten Dünndarmabschnittes, dem terminalen Ileum. Beschwerden außerhalb des Magen-Darm-Trakts sind häufig, meist liegen Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen, schmerzhafte Hautveränderungen oder Augensymptome vor. Die Diagnose wird über eine Darmspiegelung (Koloskopie) mit Entnahme von Gewebeproben gestellt.

Ursachen von Morbus Crohn (chronische Darmentzündung)

Über die Ursachen von Morbus Crohn (chronische Darmentzündung) wird viel spekuliert, keine der Thesen konnte bis jetzt bewiesen werden. Einzig das Rauchen ist als Risikofaktor identifiziert worden. Zurzeit wird der Morbus Crohn als Autoimmunerkrankung eingestuft. Diese Einteilung ist keinesfalls gesichert, allein das gute Ansprechen auf immunsuppressive Therapie liegt dem zu Grunde. Ebenfalls wird vermutet, dass bei den Betroffenen eine Barrierestörung der Darmwand vorliegt, so dass Bakterien ungehindert eindringen können und eine teilweise überschießende Abwehr provozieren.

Auch eine genetische Komponente wird wegen der familiären Häufung diskutiert. Unklar ist, ob eine übertriebene Hygiene, Ernährungsumstände oder Infektionen mit Mykobakterien eine entscheidende Rolle spielen. Lange wurde der Morbus Crohn für eine psychosomatische Erkrankung gehalten. Das konnte mittlerweile als alleinige Ursache widerlegt werden, obwohl ein psychosomatischer Einfluss anzunehmen ist. So ist die Erkrankungsstärke und Schubhäufigkeit in stressreichen Zeiten deutlich erhöht.

Symptome

Behandlung von Morbus Crohn (chronische Darmentzündung)

Morbus Crohn

Im akuten Schub bei Morbus Crohn wird der Darm durch parenterale Ernährung entlastet. Medikamentös ist der Einsatz von Cortison an erster Stelle.

Dieses kann entweder systemisch oder bei tiefem Befall als Klysma oder Rektalschaum angewendet werden. Eine Linderung der Symptome ist die Regel, oft ist sogar ein Nachlassen von Krankheitssymptomen zu erreichen. Auch Salazosulfapyridin und Mesalazin können eingesetzt werden, allerdings ist die Wirksamkeit relativ gering.

Eine antibiotische Therapie kann bei Komplikationen sinnvoll sein. Zu einer sehr jungen Wirkstoffgruppe gehören die Antikörper gegen TNF-alpha (Tumornekrosefaktor), welche bis dato auch bei schweren Verläufen eine viel versprechende Wirkung zeigen.

Zur Remissionstherapie (also zur Verhinderung von neuen Schüben) werden Immunsuppressiva und TNF-alpha-Blocker eingesetzt. Oft ist eine Erhaltungsdosis von Cortison nicht zu vermeiden.

Die chirurgische Therapie sollte so sparsam wie möglich erfolgen und in der Regel nur auf Behandlung von Komplikationen beschränkt bleiben. Indikationen sind z.B. Verengungen des Darms (Stenosen) bis hin zum Darmverschluss, Durchbruch durch die Darmwand (Perforation), Tunnelbildung zwischen Darmschlingen, zu anderen Organen oder zur Hautoberfläche (Fisteln), entzündliche Einschmelzungen (Konglumerattumor) und Abszesse.

Begleitend ist eine Psycho- Stressbewältigungs- und Körperwahrnehmungstherapie zu empfehlen.

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Vorbeugung von Morbus Crohn (chronische Darmentzündung)

Da bis heute keine Ursache für den Morbus Crohn gesichert werden konnte, ist eine spezifische Vorbeugung nicht möglich. Lediglich Risikofaktoren können gemieden werden (vor allem das Rauchen). Komplikationen können durch eine frühzeitige Diagnostik und anschließende adäquate Therapie vermieden oder rausgezögert werden. Auch die Vorbeugung von Mangelerscheinungen als Folge der gestörten Resorption aus dem Darm (z.B. Mangel der fettlöslichen Vitamine, Osteoporose durch Calciummangel, massiver Gewichtsverlust durch Fettverluste über den Darm) ist einer der Bausteine in der Therapie des Morbus Crohn.

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