Periphere Arterielle Verschlusskrankheit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. September 2017
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Im Rahmen der Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems treten ganz unterschiedliche Krankheitsbilder auf, welche nicht nur das Herz, sondern ebenfalls die Blut führenden Gefäße und die involvierten Organe betreffen. Dazu gehört auch die periphere Arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die periphere Arterielle Verschlusskrankheit?

Die periphere Arterielle Verschlusskrankheit wird in der Medizin auch als pAVK abgekürzt und basiert auf einer vorwiegend mechanischen Beeinträchtigung des ungehinderten Blutflusses durch die Arterien.

Die periphere Arterielle Verschlusskrankheit wird deshalb so genannt, weil sich im Laufe der Zeit die Arterien verschließen können, was eine Unterbrechung des Blutflusses darstellt. Die pAVK gehört daher zu den lebensbedrohlichen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die sich überwiegend auf die unteren Extremitäten beschränken.

Eher selten kommt es zu einer peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit in den Armen. Im umgangssprachlichen Gebrauch wird die periphere Arterielle Verschlusskrankheit häufig auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet, welche durch ganz typische Symptome erkennbar ist und die Lebensqualität der Betroffenen ganz enorm beschränken kann.

Ursachen

Ein typischer Grund, warum eine periphere Arterielle Verschlusskrankheit entstehen kann, ist eine bestehende Arteriosklerose, innerhalb derer sich die Blutgefäße durch feste Mikroablagerungen zusetzen. Die Arteriosklerose tritt in diesem Zusammenhang nicht nur in den venösen und kapillaren Gefäßen auf, sondern gilt auch als direkter Auslöser für die pAVK.

Zu den vorrangigen Ursachen und Risiken, welche eine periphere Arterielle Verschlusskrankheit auslösen können, gehören dieselben Faktoren, die auch für eine Arteriosklerose relevant sind.

Dies sind neben dem Konsum von Nikotin und Alkohol ebenfalls diverse Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus sowie Übergewicht, welches mit einem zu hohen Cholesterin- und Fettgehalt im Blut verbunden ist. Mangelnde Bewegung sowie einzelne erbliche Faktoren spielen für die periphere Arterielle Verschlusskrankheit ebenfalls eine Rolle.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Arterienverkalkung kann schnell zu einem Herzinfarkt oder zu einem Schlaganfall führen.

Die Beschwerden, welche durch periphere Arterielle Verschlusskrankheit für die Betroffenen selbst merklich ausgelöst werden, bestehen in Schmerzen, einer allgemeinen körperlichen Schwäche und Kraftlosigkeit.

Darüber hinaus weisen Menschen, welche eine pAVK erleiden, eine blasse Haut auf und leiden oftmals unter kalten Füßen. Schmerzen werden durch die periphere Arterielle Verschlusskrankheit meist in den Beinen empfunden und lokalisieren sich vorrangig auf die Wadenmuskulatur. Aus diesem Grund müssen die Patientinnen und Patienten mit einer pAVK beim Laufen ständig stehen bleiben und es scheint, als ob sie die Schaufenster anschauen.

Diese Auffälligkeit tritt durch eine periphere Arterielle Verschlusskrankheit erst dann auf, wenn bereits das fortgeschrittene Stadium erreicht ist. Die pAVK kann mit einer Basis- und einer anschließenden Differentialdiagnostik genau erkannt werden.

Diagnosedaten & Häufigkeit

Relative Häufigkeit je 100.000 Einwohner pro Bundesland (ICD-10: I73 Sonstige periphere Gefäßkrankheiten) (2012)
Quelle: GBE des Bundes (Diagnosedaten der Krankenhäuser)

Komplikationen

Die Entstehung und der Verlauf der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) wird von mehrere Faktoren begünstigt. Prinzipiell handelt es sich um eine Arteriosklerose, die zu Durchblutungsstörungen führt und besonders in den Beinen – in sehr viel geringerem Maß auch an den Armen - Folgeschäden verursacht. Falls die verursachenden Faktoren, die zur Ausbildung der Arteriosklerose geführt haben, nicht beseitigt werden, stellen sich neben heftigen und zum Teil krampfartigen Schmerzen an den Waden und der übrigen Bein- und Gesäßmuskulatur weitere Komplikationen ein.

Lokal auftretende Komplikationen können offene, schlecht heilende Wunden sein, mit zum Teil nekrotisierendem Gewebe bei weiter fortschreitenden Stenosen in den entsprechenden Arterien. Unbehandelt kann die pAVK im weit fortgeschrittenen Stadium sogar als letztem Behandlungsschritt eine Amputation erforderlich machen. Die weiteren Komplikationen können auch unabhängig von lokalen Effekten der betroffenen Arterien der Extremitäten sein, weil sich die Grunderkrankung, die Arteriosklerose, auch auf übrige Arterien und auf die arteriellen Kranzgefäße erstrecken kann.

Als Folge erhöht sich dadurch drastisch das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Um das Risiko eines Schlaganfalls eingrenzen zu können, empfiehlt sich daher eine Untersuchung der Halsschlagadern (Arteria carotis) auf arteriosklerotische Veränderungen, die aufgrund von Plaques entstehen. Falls die pAVK in frühem Stadium erkannt wird und die Ursachen der arteriosklerotischen Veränderungen erfolgreich beseitigt werden können, besteht die Chance, dass sich die Symptome zurückbilden und eine Rückkehr zu beschwerdefreiem Leben möglich ist.

Behandlung & Therapie

Die Therapie, welche erfolgreich eine periphere Arterielle Verschlusskrankheit heilen kann, ist überaus umfangreich, da sich die pAVK in mehrere Schweregrade unterteilen lässt. Darüber hinaus gehen mit jedem Schweregrad der peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit diverse Beschwerden und Risiken einher, auf deren Reduzierung es weitgehend ankommt.

Um die pAVK zielgerichtet behandeln zu können, sind mehrere Therapiemethoden in Kombination erforderlich. Diese beziehen sich auf das Aufhören des Nikotinkonsums und eine Verringerung des körperlichen Übergewichts sowie auf eine gesunde, ausgewogene Ernährungsweise gepaart mit regelmäßiger Bewegung. Es gilt bei der peripheren Arteriellen Verschlusskrankheit, Cholesterin und hohen Blutdruck zu senken und die Durchblutung der Arterien wieder zu verbessern.

Um einem Herzinfarkt oder Schlaganfall durch die pAVK vorzubeugen, werden medikamentöse Verfahren sowie sogenannte interventionelle und operative Techniken durchgeführt. Bei den interventionellen Eingriffen für die Therapie der arteriellen Verschlusskrankheit werden die betroffenen Abschnitte der Arterien mit einem chirurgischen Ballon geweitet oder es wird eine Unterbrechung der nervalen Reizleitung vorgenommen.

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Vorbeugung

Für die Vorbeugung gegen eine periphere Arterielle Verschlusskrankheit ist die Ausschaltung aller Risikofaktoren vorteilhaft, welche einen zu hohen Blutdruck, Übergewicht und Diabetes mellitus begünstigen. Liegen diese Erkrankungen bereits vor, sollte eine optimale Behandlung erfolgen.

Regelmäßige Kontrollen und Einstellungen des Blutzuckerspiegels sind ebenso wichtig. Nikotinkonsum und zu wenig körperliche Bewegung sowie ein permanentes Übermaß an Stress sind möglichst auszuschalten, wenn es darum geht, präventiv gegen die pAVK vorzugehen. Nur so kann eine lange Lebenserwartung bei bester Leistungsfähigkeit erreicht werden.

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Quellen

  • Erdmann, E.: Klinische Kardiologie. Springer, Heidelberg 2011
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

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