Pankreaszyste

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 6. Oktober 2017
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Pankreaszysten sind krankhafte Wucherungen in der Bauchspeicheldrüse. Solche Wucherungen treten in Blasenform auf. Man unterscheidet dabei zwischen Pseudozysten und echten Zysten. Sie können entfernt werden ohne dass eine Operation nötig ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pankreaszyste?

Die echten Zysten bestehen aus Epithel. Epithel ist eine der vier Grundgewebearten, die an vielen verschiedenen Stellen im Körper vorkommt und völlig normal ist. Epithel enthält keine Blutgefäße und auch keine Pankreasenzyme wie Lipase und Amylase und besteht aus sehr kleinen, dicht gelagerten Zellen.

Echte Zysten kommen seltener vor als Pseudozysten. Es gibt drei verschiedene Formen von echten Zysten: Die so genannten kongenitalen Zysten sind angeborene, also erblich bedingte Zysten. Die Retentionszysten treten gern bei einer chronischen Pankreatitis auf und bilden sich aus Verengungen und Aufstülpungen von Gängen des Pankreas.

Die dritte Form, die so genannten neoplastischen Zysten bestehen aus Tumorgewebe und lassen sich nur durch nähere Untersuchung und eine Entnahme von Gewebe von Pseudozysten unterscheiden. Durch abbildende Verfahren wie beispielsweise eine Sonographie sind sie nicht zu beurteilen.

Ursachen

Die Pseudozysten, die durch Verletzungen des Pankreas oder durch eine akute Pankreatitis entstehen, sind durch narbenartiges Gewebe begrenzt. Sie enthalten Pankreasenzyme (Lipase und Amylase), die dafür sorgen, dass sich das Pankreasgewebe selbst verdauen kann. In ihrem Inneren befindet sich Serum oder Blut manchmal in Verbindung mit totem Gewebe.

Pankreaszysten können in manchen Fällen erblich bedingt sein.

Echte Zysten sind entweder angeboren, entstehen aus einer chronischen Pankreatitis oder bilden sich aus Aufstülpungen des Pankreas.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Anzeichen für eine Pankreaszyste können unspezifische Symptome wie allgemeine Schwäche, Schwäche des Herzens, Blähungen, Ohnmacht, Schüttelfrost, Fieber, Erbrechen und Übelkeit, das Erbrechen von Blut, Schmerzen im Rücken bis hin Bewusstseinstrübungen sein.

Bei größeren Zysten können nicht selten Bauchschmerzen auftreten, die bis hin zu Koliken führen. In manchen Fällen entstehen aus Pankreaszysten Tumore, die auch über den Bauch zu ertasten sind. In vielen Fällen zeigen sich aber auch überhaupt keine Symptome.

In den meisten Fällen sind Pankreaszysten über das bildliche Verfahren einer Sonographie nachzuweisen. Manchmal ist eine Computertomographie, ERCP oder eine Angiografie nötig. Im Fall einer Verletzung des Pankreas kann durch eine Bauchspülung, eine so genannte Lavage, die Lipase und die Amylase bestimmt werden.

Komplikationen

Besteht in der Bauchspeicheldrüse eine Pankreaszyste, kann dies mitunter schwerwiegende Komplikationen nach sich ziehen. Als besonders groß gilt das Risiko, wenn die Pseudozyste akut ist oder einen ausgeprägten Umfang einnimmt. Zu den häufigsten Folgeerscheinungen der Pankreaszyste zählen Infektionen.

Diese rufen nicht selten Abszesse hervor. Dabei handelt es sich um abgekapselte Hohlräume, die mit Eiter gefüllt sind. Erhöht ist zudem die Gefahr, dass es zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommt. Eine Begleiterscheinung ist die Entstehung eines sogenannten Wasserbauches, der aufgrund einer massiven Ansammelung von Flüssigkeit im Bauchraum hervorgerufen wird. Ärzte sprechen in diesem Fall von einem Aszites.

Des Weiteren können die Infektionen zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung (Sepsis) führen. Eine weitere häufige Komplikation stellen Blutungen dar. Im schlimmsten Fall bewirken die Blutungen einen Hämoglobin-Abfall, was wiederum akute lebensgefährliche Auswirkungen hat. Ebenfalls zu den Folgeerscheinungen der Pankreaszyste zählt die obstruktive Cholestase.

Kommt es zu einer Kompression des Gallengangs, ruft eine Pankreaspseudozyste, die im Pankreaskopf angesiedelt ist, mitunter eine Gelbsucht (Ikterus) hervor. Außerdem füllt sich die Gallenblase prall auf. In der Medizin gilt eine pralle Gallenblase, die mit einer schmerzlosen Gelbsucht einhergeht, auch als Verdachtsmoment für einen Pankreastumor (Bauchspeicheldrüsenkrebs). Eine andere bedenkliche Komplikation der Pankreaszyste ist das Entstehen eines Pankreaskarzinoms. So steigt mit zunehmendem Lebensalter die Gefahr, dass die Pankreaszyste bösartig entartet.

Behandlung & Therapie

Entstehen Zysten durch eine Pankreatitis, so ist zunächst eine eingehende Beobachtung der unerwünschten Wucherung angezeigt. In vielen Fällen bilden die Zysten sich von ganz alleine zurück und verschwinden nach einiger Zeit wieder ohne weitere Beschwerden zu verursachen.

Klagt der Patient über Beschwerden wegen der Zyste, kann eine Drainage vorgenommen werden. Durch den Zwölffingerdarm oder den Magen wird in diesem Fall ein Loch geschnitten, durch das ein Gastroskop eingeführt werden kann. Ein solches Loch wird durch einen Stent, ein spezielles Plastikröhrchen, offen gehalten, die Flüssigkeit innerhalb der Zyste kann dann nach und nach ablaufen.

Normalerweise dauert es nicht länger als drei Monate bis die Zyste leer ist, die Außenwände der Zyste miteinander verkleben und sie verschwindet. Erst nach diesem Vorgang kann das Plastikröhrchen wieder entfernt werden. In selteneren Fällen in denen eine Zyste mit Eiter gefüllt ist, muss sie mittels eines Endoskops entleert werden.

Dadurch können auch tote Gewebeteile, die sich eventuell innerhalb der Zyste befinden, entfernt werden. Dank der Vorgehensweise mit Hilfe des Stents oder eines Gastroskops ist es nicht nötig eine Zyste mittels einer Operation zu entfernen.

Durch die Therapie der Pankreaszysten kann es allerdings zu Komplikationen wie unerwünschten Blutungen oder der Bildungen von Abszessen kommen. Auch eine Verlegung des Zwölffingerdarms ist möglich oder ein Ikterus, also eine Gelbsucht.

Die vollständige Wiederherstellung der Gesundheit des Patienten nach der Behandlung einer Pankreaszyste wird mit einer Erfolgsaussicht von etwa 60 Prozent angegeben.

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Vorbeugung

Es gibt keine direkten vorbeugenden Maßnahmen gegen Pankreaszysten. Ärzte empfehlen einzig und alleine einen gesunden Lebensstil durch eine ballaststoffreiche Ernährung und viel Sport und Bewegung.

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Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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