Moxifloxacin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 29. November 2016
Symptomat.deWirkstoffe Moxifloxacin

Bei Moxifloxacin handelt es sich um einen antibiotischen Wirkstoff, der zur Untergruppe der Fluorchinolone zählt. Konkret gehört der Wirkstoff zu den Fluorchinolonen der vierten Generation. Fluorchinolone sind antibiotische Gyrasehemmer und eignen sich zur Therapie von verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden. Das Arzneimittel ist nur nach der Verschreibung durch einen Arzt zu verwenden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Moxifloxacin?

Der Arzneistoff Moxifloxacin zählt zur Wirkstoffgruppe der Antibiotika. Dabei hemmt es die sogenannte Gyrase. Moxifloxacin ist im medizinischen Handel unter verschiedenen Namen erhältlich, da es von diversen Pharmaherstellern vertrieben wird. Bekannte Monopräparate von Moxifloxacin sind zum Beispiel Avalox®, Vigamox®, Actira® und Avelon®. Darüber hinaus existieren verschiedene Generika des Wirkstoffs Moxifloxacin.

Aus chemischer Perspektive handelt es sich bei dem Medikament Moxifloxacin um einen Stoff, dessen Schmelzpunkt im Bereich zwischen 204 und 208 Grad Celsius liegt. Voraussetzung dafür ist, dass die Substanz in ihrer reinen Form vorliegt. Handelt es sich bei Moxifloxacin jedoch um ein Hydrochlorid, so liegt der Schmelzpunk bei circa 325 Grad Celsius.

Pharmakologische Wirkung

Der Arzneistoff Moxifloxacin zeichnet sich durch einen typischen Wirkmechanismus aus und ist aus diesem Grund zur Behandlung von ganz bestimmten Krankheitserregern geeignet. Grundsätzlich handelt es sich bei dem Wirkstoff Moxifloxacin um ein Antibiotikum. Die Moleküle der Substanz Moxifloxacin binden sich an ein spezielles Enzym. Dabei handelt es sich um die sogenannte Gyrase, die infolge der Einwirkung von Moxifloxacin keinen Einfluss mehr auf die DNS nimmt. Es kommt zum Absterben der entsprechenden Bakterienzelle.

Der Wirkstoff Moxifloxacin zählt zu den sogenannten Chinolonen und beeinträchtigt damit die Bildung der DNS bei Bakterien. Grundsätzlich ist der Wirkungsmechanismus von Moxifloxacin jenem von anderen Fluorchinolonen sehr ähnlich. Ein Unterschied besteht darin, dass sich die Substanz Moxifloxacin an zwei Topoisomerasen bindet. Dadurch greift das Medikament an zwei verschiedenen Stellen an.

Prinzipiell binden sämtliche Arten von Chinolonen das Enzym Gyrase, sodass das Enzym gehemmt wird und nicht in der Lage ist, seine Wirkung zu entfalten. Indem sich die Fluorchinolone an die Gyrase binden, bilden sich relativ stabile Verbindungen. Diese sind in der Lage, zahlreiche verschiedene enzymatische Reaktionen in Gang zu setzen. Einige dieser Reaktionen bewirken letztendlich, dass die Bakterienzelle abstirbt.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Das Arzneimittel Moxifloxacin kommt im Zusammenhang mit der Behandlung von diversen Krankheiten zum Einsatz. Dabei wird das Medikament in erster Line entweder oral als Tablette oder aber intravenös verabreicht. Für diesen Zweck stehen entsprechende Injektionslösungen oder Infusionen bereit. Prinzipiell wirkt das Medikament Moxifloxacin vor allem gegen sogenannte anaerobe und grampositive Erreger.

Eine Verwendung des Medikaments Moxifloxacin ist bei zahlreichen verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden indiziert. Dazu gehört zum Beispiel eine Bronchitis, die chronisch verläuft und sich zunehmend verschlimmert. Auch zur Behandlung von Sinusitis und Infektionen der Haut hat sich das Arzneimittel bewährt. Ebenfalls sind Pneumonien, Infektionen der Weichteile sowie das diabetische Fußsyndrom mit dem Antibiotikum Moxifloxacin therapierbar.

Das Medikament zeigt eine gute Wirksamkeit gegen zahlreiche Erreger, zum Beispiel gegen Mykoplasmen und Legionellen. Im Fall einer Bronchitis oder einer Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) ist ein Einsatz des Medikaments Moxifloxacin nur dann angezeigt, wenn bereits andere Antibiotika verabreicht wurden und sich der Gesundheitszustand des betroffenen Patienten dennoch nicht verbessert hat. Denn bei den entsprechenden Erkrankungen geht Moxifloxacin unter Umständen mit erheblichen Nebeneffekten einher.

Moxifloxacin eignet sich auch zur Therapie von Lungenentzündungen und komplizierten Infektionen auf der Haut und dem Weichgewebe. Darüber hinaus hilft das Arzneimittel gegen Chlamydien und weitere atypische Erreger. Zudem wirkt das Medikament sehr gut gegen Moraxella catarrhalis und Haemophilus influenzae. Auch gegen Pneumokokken zeigt Moxifloxacin eine hohe Wirksamkeit. Jedoch ist das Arzneimittel wirkungslos gegen Pseudomonas aeruginosa.




Risiken & Nebenwirkungen

Die Einnahme von Moxifloxacin geht unter Umständen mit diversen unerwünschten Nebenwirkungen und Beschwerden einher, die von Person zu Person und je nach Einzelfall verschieden ausfallen. Zu häufigen Nebeneffekten durch den Wirkstoff zählen Störungen des Verdauungstrakts, die sich zum Beispiel in Erbrechen, Durchfall oder Übelkeit äußern. Außerdem sind während der Einnahme des Medikaments Benommenheit und Kopfschmerzen möglich.

Eine gefürchtete Komplikation stellen sogenannte Superinfektionen dar, die von resistenten Pilzen oder Bakterien ausgelöst werden. Auch sind QT-Verlängerungen möglich, die die Gefahr von ernsthaften Herzrhythmusstörungen bergen. Dies kommt vor allem bei einer bestehenden Hypokaliämie und erhöhten Leberwerten vor.

Weitaus seltener zeigen sich durch das Medikament Moxifloxacin psychiatrische Symptome oder Veränderungen des Blutbilds. Mitunter kommt es zu allergischen Reaktionen gegenüber dem Wirkstoff. In sehr seltenen Fällen tritt eine schwerwiegende Hepatitis auf, die bis zu einem Versagen der Leber mit lebensbedrohlichem Verlauf führen kann. Auch zeigen sich in einigen Fällen bullöse Reaktionen auf der Haut, etwa das Stevens-Johnson-Syndrom. Darüber hinaus ist eine epidermale Nekrolyse möglich.

Bedingt durch die zahlreichen potenziellen Nebenwirkungen des Medikaments Moxifloxacin wird es aktuell lediglich in solchen Fällen verabreicht, in denen andere Antibiotika keine Wirkung gezeigt haben. Treten während der Einnahme des Wirkstoffs Moxifloxacin unerwünschte Nebenwirkungen auf, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen.

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