Kleinhirnbrückenwinkeltumor

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 25. Oktober 2016
Symptomat.deKrankheiten Kleinhirnbrückenwinkeltumor

Bei einem Kleinhirnbrückenwinkeltumor handelt es sich um einen Tumor, der am Winkel zwischen Kleinhirn und der nahegelegenen Brücke lokalisiert ist. In der Nähe befindet sich auch das sogenannte Felsenbein. Im überwiegenden Teil der Fälle liegt ein Akustikusneurinom vor, jedoch sind auch Epidermoide, Meningeome, Cholesteatome, ein Glomus-Jugulare-Tumor sowie eine Hirnmetastase möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Kleinhirnbrückenwinkeltumor?

Im Bereich zwischen Hirnstamm und Kleinhirn bilden sich verschiedene Tumoren, die in der Regel gutartig sind. Am häufigsten treten dabei Meningeome und Akustikusneurinome auf. Kleinhirnbrückenwinkeltumoren haben unter Umständen Ausfälle bestimmter Hirnnerven zur Folge.

Im späteren Verlauf der Erkrankung kommt es mitunter zu einem Hydrozephalus sowie einer Kompression des Hirnstamms. Seitdem die Kernspintomographie als Untersuchungsmethode zur Verfügung steht, werden Kleinhirnbrückenwinkeltumoren meist zeitiger diagnostiziert als zu früheren Zeiten.

Demzufolge stehen auch die Aussichten auf Heilung deutlich günstiger. Heutzutage ist es das Ziel von chirurgischen Eingriffen, die Funktionen der Hirnnerven so weit wie möglich zu erhalten. Der Kleinhirnbrückenwinkeltumor wird dabei teilweise oder vollständig entfernt.

Ursachen

Über die Ursachen der Entstehung von Kleinhirnbrückenwinkeltumoren sind aktuell kaum gesicherte Aussagen zu treffen. Die medizinische Forschung bemüht sich jedoch um die Aufklärung der Gründe für die Bildung von Kleinhirnbrückenwinkeltumoren.

Symptome, Beschwerden und Anzeichen

Kleinhirnbrückenwinkeltumoren verursachen zahlreiche verschiedene Symptome und gehen mit typischen Anzeichen einher. Die Beschwerden variieren dabei entsprechend dem Schweregrad und der Lokalisation des Kleinhirnbrückenwinkeltumors. Prinzipiell ist die Art des Kleinhirnbrückenwinkeltumors entscheidend.

So bewirken Akustikusneurinome in der Regel Funktionsausfälle des sogenannten Nervus vestibulocochlearis. Dadurch ergeben sich Störungen des Hörvermögens, die meist auf einer Seite auftreten und sich über mehrere Monate oder sogar Jahre erstrecken. Zusätzlich leiden die betroffenen Patienten oftmals unter Schwindelanfällen und Tinnitus.

Wenn der Nervus facialis in Mitleidenschaft gezogen wird, zeigen sich Beschwerden an der Gesichtsmuskulatur. Im Zusammenhang mit Meningeomen kommt es mitunter zu inkonstanten Hörstörungen sowie zu Beeinträchtigungen des Nervus trigeminus und Nervus facialis.

Auch sind Beschwerden am Kleinhirn wie etwa Muskelhypotonie, Adiadochokinese sowie eine seitliche Gangabweichung möglich. In der heutigen Zeit sind sogenannte dekompensierte Kleinhirnbrückenwinkeltumore selten geworden. Zeigen sich im Fall einer solchen Erkrankung Übelkeit, Kopfschmerzen und Störungen des Bewusstseins, ist zwingend eine medizinische Notfallbehandlung erforderlich.

Diagnose und Krankheitsverlauf

Zur Diagnosestellung von Kleinhirnbrückenwinkeltumoren steht eine Vielzahl von möglichen Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Der behandelnde Arzt trifft nach gründlicher Abwägung des Einzelfalls die Entscheidung für den Einsatz der diagnostischen Mittel. So ist zum Beispiel die Durchführung einer MRT-Untersuchung möglich, bei der der Kleinhirnbrückenwinkeltumor von umliegenden Bereichen abzugrenzen ist.

Problematisch sind zum Teil die Epidermoide, die sich mitunter nur schwer von anderen Arealen unterscheiden lassen. Darüber hinaus kommen CT-Untersuchungen zum Einsatz, die routinemäßig vor chirurgischen Eingriffen durchgeführt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Elektrophysiologie.

Hierbei werden zum Beispiel eine Audiometrie sowie eine Kontrolle des Vestibularis durchgeführt. Insbesondere vor Operationen sind diese Untersuchungen angezeigt. Liegen Glomustumoren oder spezielle Akustikusneurinomen vor, ist mitunter eine Laryngoskopie erforderlich.

Die entsprechenden Untersuchungen werden interdisziplinär in Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche durchgeführt. Bei einer Computertomographie wird der knöcherne Teil der Schädelbasis untersucht. Ist der Porus acusticus internus aufgeweitet, gibt dies einen Hinweis auf die Erkrankung. Im Rahmen der Kernspintomographie kommen spezielle Kontrastmittel zum Einsatz. Mit deren Hilfe lassen sich Tumoren bildlich darstellen.

Behandlung und Therapie

Hinsichtlich der Behandlung von Kleinhirnbrückenwinkeltumoren existieren verschiedene Ansätze. Diese kommen je nach Typ, Lokalisation und Stadium des Tumors zum Einsatz. Im überwiegenden Teil der Fälle wird eine chirurgische Entfernung des Kleinhirnbrückenwinkeltumors angestrebt. Zudem ist die Durchführung einer Radiochirurgie möglich.

Jedoch sind eventuelle Komplikationen, etwa Liquorfisteln oder ein Hydrozephalus, zu beachten. Eine Radiochirurgie wird in erster Linie bei älteren Personen angewendet, vor allem wenn die Patienten unter Meningeomen oder Akustikusneurinomen geringeren Ausmaßes leiden. Auf diese Weise lässt sich der überwiegende Teil der Tumoren, die kleiner als drei Zentimeter groß sind, stabilisieren.

Bei Glomustumoren ist die Radiochirurgie hingegen nicht das Mittel der ersten Wahl. Darüber hinaus kommen radiochirurgische Methoden auch dann zum Einsatz, wenn das Risiko einer vollständigen Entfernung des Kleinhirnbrückenwinkeltumors zu hoch ist. Im Rahmen der Operation wird die hintere Schädelgrube geöffnet.

Hierbei kommen die Elektrophysiologie und Neuronavigation zur Anwendung, um die Funktionen der Hirnnerven zu überprüfen und aufrechtzuerhalten. Bei Akustikusneurinomen ist zudem ein sogenannter translabyrinthärer Zugang durch den Gehörgang möglich. Wenige Monate nach der Operation ist eine Baseline-MRT erforderlich.

Grundsätzlich ist eine regelmäßige Nachsorge notwendig. Bei vollständig entfernten Tumoren sind jährliche Nachkontrollen durchzuführen, die bis zu fünf Jahre nach der chirurgischen Entfernung erfolgen. Später werden die Termine für die Nachsorge individuell festgelegt. Das Gleiche trifft für radiochirurgisch therapierte Patienten zu.




Vorbeugung

Bezüglich potenzieller Methoden und Maßnahmen zur Prävention von Kleinhirnbrückenwinkeltumoren existieren bisher keine profunden Kenntnisse. Denn nach wie vor sind die Ursachen für die Entstehung von Kleinhirnbrückenwinkeltumoren zum überwiegenden Teil unklar. Demzufolge sind in der heutigen Zeit noch keine wirksamen Maßnahmen zur Vorbeugung der Erkrankung möglich.

Aus diesem Grund ist es von großer Bedeutung, regelmäßig die Möglichkeit von Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Auch sind jegliche Beschwerden und typische Symptome von Kleinhirnbrückenwinkeltumoren einem Arzt vorzustellen. Eine rasche Diagnose verbessert die Genesungschancen.

Bücher über Gehirntumor

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Kleinhirnbrückenwinkeltumor?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Bekannt aus: