Karbunkel

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. September 2017
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Unter einem Karbunkel verstehen Mediziner eine tiefe und meist sehr schmerzhafte Vereiterung mehrerer Haarfolikel, die zu einem eitrigen Knoten miteinander verwachsen. Meist ist eine bakterielle Infektion verantwortlich für die Entzündung. Karbunkel müssen unbedingt ärztlich behandelt werden, um eine Ausbreitung der Bakterien zu vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Karbunkel?

Ein Karbunkel ist eine schmerzhafte eitrige Verwachsung mehrerer nebeneinanderliegender Haarfollikel. Haarfolikel bestehen aus der jeweiligen Haarwurzel und der Talgdrüse. Kommt es zu einer Entzündung derselben, sprechen Experten von einem Furunkel. Besonders bei durch Alter oder Krankheiten geschwächten Personen kann es zu einer Verwachsung mehrerer Furunkel kommen, die als Karbunkel bezeichnet wird.

Ein Karbunkel äußert sich durch eine rote und deutlich erwärmte, im späteren Verlauf mit Eiter gefüllte Schwellung, die meist sehr schmerzhaft ist. Grundsätzlich können Karbunkel am ganzen Körper auftreten. Besonders häufig kommen sie aber am Gesäß, in der Leistengegend, in der Achselhöhle oder auch im Nacken vor.

Ursachen

Ein Karbunkel und auch das vorangehende Furunkel entstehen durch eine bakterielle Infektion. Meist handelt es sich um das Bakterium Staphylococcus aureus, das durch eine sogenannte Schmierinfektion in die Haut eindringt.

Die dadurch entstehende Infektion ist eine Abwehrreaktion des Körpers, welcher die Bakterien bekämpfen will. Bestimmte Vorerkrankungen, die den Organismus schwächen, können die Entstehung eines oder mehrerer Furunkel und somit auch eines Karbunkels begünstigen.

Dazu zählen unter anderem AIDS, Diabetes und andere Erkrankungen, die sich auf das Immunsystem des Betroffenen auswirken. Auch eine mangelnde Körperhygiene und damit einhergehende verstopfte Poren können dazu beitragen, dass Furunkel oder gar Karbunkel entstehen.

Diagnose & Verlauf

Ein Karbunkel kann vom behandelnden Arzt meist bereits durch das bloße Betrachten der eitrigen Schwellung und ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten diagnostiziert werden. Zusätzlich kann ein Abstrich genommen werden, um den genauen Erreger zu bestimmen.

Ein Abtasten der Haut und der Lymphknoten kann dabei helfen, den Ausbreitungsgrad der Entzündung festzustellen. Ein Furunkel bzw. Karbunkel sollte grundsätzlich ärztlich behandelt werden, da es ohne entsprechende Therapie zu einer Infektion der Lymphgefäße oder gar zu einer Blutvergiftung kommen kann.

Treten Furunkel und Karbunkel im Gesicht auf, können die Bakterien ins Gehirn wandern und dort eine Thrombose auslösen, wodurch das Leben des Patienten akut gefährdet ist.

Komplikationen

Ein Karbunkel muss in jedem Fall von einem Arzt untersucht und behandelt werden. Sollt es nicht zu einer Behandlung kommen, können sich die Bakterien auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten. Weiterhin kann es im schlimmsten Falle auch zu einer Blutvergiftung kommen. Diese führt in der Regel ohne Behandlung zum Tode des Patienten und kann die Lebenserwartung deutlich verringern.

Die Bakterien können sich weiterhin auch in das Gehirn ausbreiten und damit zu Lähmungen oder zu weiteren neurologischen Beschwerden führen. Diese können weitere Einschränkungen im Alltag des Patienten nach sich ziehen. Das Karbunkel muss in vielen Fällen nicht behandelt werden, wenn es relativ klein ist und von alleine abheilt. Sollte es nicht zu einer selbstständigen Heilung kommen, so können auch Antibiotika und andere Medikamente eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern.

Ebenso ist der Betroffene in der Regel auf Bettruhe angewiesen und leidet an einer verringerten Belastbarkeit. Oft ist auch eine erhöhte Körperhygiene notwendig, damit es nicht nochmals zur Ausbildung des Karbunkels kommt. Die Lebenserwartung wird bei einer richtigen Behandlung nicht verringert und es treten weiterhin auch keine besonderen Komplikationen auf.

Behandlung & Therapie

Handelt es sich bei einer auftretenden eitrigen Schwellung um ein Furunkel oder gar ein Karbunkel, darf der Patient dies auf keinen Fall selbst daran herummanipulieren. Ein Ausdrücken etwa kann dazu führen, dass sich die Erreger weiter ausbreiten und sich der Zustand deutlich verschlimmert.

Kleine Furunkel heilen oftmals von selbst ab. Ein Karbunkel dagegen sollte immer ärztlich behandelt werden, um Komplikationen zu verhindern. Handelt es sich um besonders große bzw. tiefe Schwellungen, kann sich der behandelnde Mediziner beispielsweise zu einem chirurgischen Öffnen des Karbunkels entscheiden.

Dabei wird der Eiter abgelassen und die Eiterhöhle desinfiziert, um ein erneutes Ausbreiten der Infektion zu vermeiden. Zusätzlich können Antibiotika helfen, die verantwortlichen Bakterien zu bekämpfen. Ist ein chirurgisches Öffnen nicht notwendig, kann allein mit Antibiotika und einer sogenannten Zugsalbe behandelt werden. Auch feuchte Umschläge können hilfreich sein, ebenso wie das Tragen leichter und weiter Kleidung.

Bei Abszessen im Gesicht wird meist nur medikamentös therapiert; der Patient muss dann Bettruhe halten, um ein Wandern der Bakterien ins Gehirn zu unterbinden. Treten Furunkel und Karbunkel wiederholt auf, wird der Arzt den Patienten genauer untersuchen, um die Ursache für die Infektionen zu ermitteln.

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Vorbeugung

Der Entstehung eines Karbunkels kann in vielen Fällen durch strenge Körperhygiene und eine gesunde Lebensweise vorgebeugt werden. Sollten dennoch Furunkel etwa durch eine geschwächte Immunabwehr entstehen, sollten diese unbedingt angemessen behandelt werden, um die Bildung eines schmerzhaften und unter Umständen gefährlichen Karbunkels zu verhindern.

Daher sollten Furunkel grundsätzlich immer von einem Arzt in Augenschein genommen werden, auch wenn sie dem Betroffenen selbst zunächst harmlos erscheinen. Dies gilt besonders auch für im Gesicht auftretende Abszesse.

Das können Sie selbst tun

Ein Karbunkel muss nicht unbedingt von einem Arzt behandelt werden. In der Regel heilt die Beule nach einigen Tagen von selbst wieder ab, wenn sie regelmäßig gewaschen und sauber gehalten wird. Hierbei gilt es Handtücher, Lappen oder Kleidungsstücke nach Kontakt mit der Wucherung auskochen. Körperkontakt mit anderen Menschen sollte vorübergehend vermieden werden.

Die Heilung kann durch verschiedene Hausmittel und Maßnahmen unterstützt werden. Bewährt haben sich warme Kompressen, die zwei- bis dreimal am Tag für jeweils 20 Minuten auf den Karbunkel aufgelegt werden. Honig lindert den Juckreiz und kann ebenfalls in Form einer Kompresse oder ganz klassisch als Salbe aufgetragen werden. Ganz allgemein helfen auch Maßnahmen, die das Immunsystem stärken: regelmäßige Bewegung, eine Ernährungsumstellung oder eine Darmsanierung. Ein wirksames Mittel aus der Homöopathie ist Belladonna. Gegen Schwellungen helfen Salben und Gels mit Arnika, während die Schmerzen am besten mit Hepar sulfuris behandelt werden.

Nachdem sich die Eiterbeule geöffnet hat, kann der Heilungsverlauf durch Johanniskraut unterstützt werden. Sollte das Karbunkel nach spätestens ein bis zwei Wochen nicht verschwunden sein, empfiehlt sich ein Arztbesuch

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Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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