Gewöhnliche Berberitze

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Bei der Gewöhnlichen Berberitze handelt es sich um einen Vertreter der Berberitzen-Gattung. Sie kommt zu verschiedenen therapeutischen Zwecken zur Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Gewöhnlichen Berberitze

Die Gewöhnliche Berberitze (Berberis vulgaris) ist auch unter der Bezeichnung Sauerdorn bekannt. Weitere Bezeichnungen der Pflanze sind Echte Berberitze , Dreidorn oder Essigbeere. Sie gehört der Familie der Berberitzengewächse (Berberidaceae) an. Der Name Berberitze ist wohl auf die Römer zurückzuführen. Diese stellten eine Verbindung zwischen der Pflanze und den nordafrikanischen Berbern her, die die sauren Früchte zu kulinarischen Zwecken verwendeten.

Die Berberitze zählt zu den bedornten Sträuchern und kann eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern erreichen. Während die kleinen gelben Blüten hängende Trauben bilden, sind die Blätter in Rosetten angeordnet. Die Blütezeit des Sauerdorns erfolgt in den Monaten Mai und Juni. Im August und September werden von der Berberitze essbare Beeren gebildet, die rot und fleischig sind.

Von anderen Beeren lassen sie sich durch ihre Walzenform unterscheiden. Als Ursprungsort der Gewöhnlichen Berberitze wird Nordafrika vermutet. In der heutigen Zeit gedeiht die Pflanze von Westeuropa bis zum Kaukasus. Zu ihren bevorzugten Wuchsgebieten zählen Gebüsche, lichte Wälder und Auen sowie bergige Regionen.

Wirkung & Anwendung

Die Berberitze verfügt über mehrere gesundheitsfördernde Eigenschaften. So wirkt sie unter anderem antibakteriell, adstringierend, kreislauffördernd und harntreibend. Außerdem regt sie den Appetit an. Zum therapeutischen Einsatz der Berberitze werden sowohl die Früchte (Berberidis fructus) als auch die Wurzel (Berberidis radis) und die Rinde (Beberidis cortex) der Pflanze verwendet.

Da diese unterschiedliche Wirkungen auf den menschlichen Körper ausüben, dienen sie zur Behandlung verschiedener Beschwerden. Während in den Früchten Inhaltsstoffe wie Vitamin C, Gerbsäure, Capsanthin und Hyperosid enthalten sind, befinden sich in der Wurzelrinde Jatrorrhizin sowie das Alkaloid Berberin. Das Berberin ist jedoch giftig, weswegen die Rinde und Wurzel niedrig dosiert werden müssen und nicht zu lange eingenommen werden dürfen. Da sich das Alkaloid anregend auf die Galle und die Verdauung auswirkt, kommt die Wurzelrinde der Berberitze bei Leber-Gallen-Problemen und Verdauungsbeschwerden zur Anwendung.

Die Berberitze zählt zu den bedornten Sträuchern und kann eine Wuchshöhe von bis zu drei Metern erreichen.

Darüber hinaus werden die Blutgefäße erweitert, wodurch wiederum der Blutdruck absinkt. Außerdem regt die Wurzelrinde die Funktion der Nieren an. Im Falle einer Nierenentzündung darf der Sauerdorn jedoch nicht eingenommen werden, da dies zu einer negativen Reizung der Nieren führt. Einnehmen lässt sich die Wurzelrinde in Form eines Tees. Um diesen herzustellen, kocht der Anwender einen halben oder einen ganzen Teelöffel mit Wurzelrinde kurz auf.

Im Anschluss muss der Tee noch etwa fünf Minuten lang ziehen. Nach dem Abseihen kann der Wurzelrinden-Tee in kleinen Schlucken eingenommen werden. Die tägliche Dosis liegt bei ein bis zwei Tassen. Eine weitere Darreichungsform stellt die Wurzelrinden-Tinktur dar. Sie wird zu den gleichen Behandlungszwecken verwendet wie der Wurzelrinden-Tee. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Tinktur bei einem Hexenschuss oder Fieber einzunehmen.

Um das Zahnfleisch zu stärken oder Zahnfleischbluten zu behandeln, lässt sich frischer Saft aus den Berberitzenfrüchten einnehmen. Zu diesem Zweck pinselt der Patient den Saft einfach auf sein Zahnfleisch. In den Früchten des Sauerdorns sind keinerlei Alkaloide enthalten. So gelten sie als gesunde Vitaminspender.

Die Früchte können entweder zu Mus oder Marmelade verarbeitet werden oder in Form von Sirup zur Anwendung kommen. Auch das Trocknen der Früchte ist möglich, wodurch sie in den Wintermonaten ebenfalls zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sind die Berberitzenfrüchte eine beliebte Zutat für die Küche.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die gewöhnliche Berberitze kam schon in früheren Zeiten zu medizinischen Behandlungszwecken zum Einsatz. So verwendeten die alten Ägypter sie gemeinsam mit Fenchelsamen, um Fieber zu senken. Die Römer benutzten sie dagegen zur Therapie von Durchfall. Später wurde die Wurzelrinde in Apfelwein aufgekocht und diente zur Behandlung von Bauchentzündungen.

Der englische Arzt und Apotheker Nicholas Culpeper (1616-1654) empfahl die Rinde des Sauerdorns zur innerlichen Reinigung des Körpers sowie zur Vorbeugung von Gelbsucht, Juckreiz, Furunkeln und Flechten. So verfügen die Alkaloide der Berberitze wie das Berberin und das Berbamin eine bakterienabtötende Wirkung. Auch gegen Zahnschmerzen sollte die Wurzelrinde hilfreich sein.

In der heutigen Zeit kommt Berberin in diversen chemischen Arzneimitteln zur Anwendung, um Augenkrankheiten zu behandeln. Darüber hinaus werden Herz, Kreislauf und Vitalität des Menschen durch das Alkaloid positiv gefördert. So gilt die Pflanze als hilfreich bei Bluthochdruck. Außerdem stimuliert die Berberitze die Verdauung, lindert Magenverstimmungen und verbessert den Appetit. Des Weiteren wird der Heilpflanze eine Anti-Durchfall-Wirkung zugeschrieben.

Gegen Halsschmerzen kann mit Wurzelrinden-Tee aus der Pflanze gegurgelt werden. Ebenso gelangt sie bei Schnupfen zum Einsatz und lindert eine verstopfte Nase. Sogar gegen eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) der Augen lässt sie sich einsetzen. Weitere mögliche Indikationen für die Anwendung der Berberitze sind Ödeme (Wassereinlagerungen), die Beruhigung der Herzfrequenz, Leberstauung, Hautjucken, Menstruationsbeschwerden, Gallengrieß sowie eine Gallenblasenentzündung.

Auch in der Homöopathie findet die Berberitze Verwendung. Dort dient sie zur Behandlung von rheumatischen Schmerzen nach der Ausübung von körperlichen Betätigungen. Neuere Gesundheitsstudien ergaben eine wirksame Bekämpfung von Viren, Bakterien, Pilzen und Parasiten durch das Berberin. Dagegen sorgt das Alkaloid Berbamin für die Stimulierung der weißen Blutzellen, die im Körper als Abwehrzellen fungieren. Laut einer weiteren Studie ist das Berberin zudem hilfreich gegen Kolibakterien sowie den hartnäckigen Krankenhauskeim Pseudomonas aeruginosa.

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