Docosahexaensäure

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 18. November 2016
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Docosahexaensäure spielt wie die beiden anderen Omega-3-Fettsäuren Alpha-Linolensäure (ALA) und Eicosapentaensäure (EPA) eine wichtige Rolle, wenn es um die Gesund-Erhaltung des Körpers geht. Allerdings sollte bei der Aufnahme der wichtigen Fettsäure das richtige Verhältnis von Omega-3- zu Omega-6-Fettsäuren beachtet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Docosahexaensäure?

Docosahexaensäure - kurz DHA genannt - gehört zu den lebenswichtigen Omega-3-Fettsäuren. Die leicht gelbliche Flüssigkeit hat die Summenformel C22H32O2. Die langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäure ist ein wichtiger Baustein in den Zellwänden von Gehirn, Nerven und Netzhaut.

DHA entsteht durch Photosynthese in winzigen Mikroalgen (Spirulina), die wiederum von in der Nahrungskette weiter oben angesiedelten Lebewesen konsumiert werden. Je weiter oben sich das Lebewesen in der Nahrungskette befindet, desto mehr DHA hat es im Körper. Fetter Seefisch wie beispielsweise Atlantischer Hering, Lachs, Makrele, Sardine und Thunfisch verfügen über viel DHA und EPA. Menschen, die auf den Konsum von Fisch verzichten möchten, können sich die täglich benötigte Menge DHA über Alpha-Linolensäure haltige pflanzliche Lebensmittel (Rapsöl, Leinöl, Leinsamen, Walnüsse etc.) beschaffen.

Allerdings kann die Alpha-Linolensäure nur etwa 2 bis 5% der täglich benötigten DHA Menge synthetisieren. Da die drei Omega-3 Fettsäuren ALA, EPA und DHA mit der Omega-6-Fettsäure Linolsäure konkurrieren, kann es schnell zur Unterversorgung mit EPA und DHA kommen. Der Körper von Neugeborenen kann mehr Docosahexaensäure bilden als der von Erwachsenen. Zur Förderung der DHA-Bildung sollte der gesundheitsbewusst Lebende auf eine ausreichende Zufuhr von Vitamin C, E und B-Vitaminen achten.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

Docosahexaensäure erweitert die Blutgefäße und wirkt daher Blutdruck senkend. Durch die verbesserten Fließeigenschaften des Blutes werden Organe und Gewebe besser mit Sauerstoff versorgt. DHA beseitigt Arhythmien und bessert so die vorhandenen Herzrhythmusstörungen.

Wird es in ausreichender Menge zugeführt, senkt es hohe Cholesterin-Werte und beugt dadurch Herzinfarkt, Arteriosklerose und Schlaganfall vor. Wegen seiner das Zusammenkleben der Blutplättchen verhindernden Wirkung verringert es zugleich das Thrombose-Risiko. Außerdem macht die Docosahexaensäure die Zell-Membranen elastisch. Es hat auch einen Immunsystem fördernden Einfluss: Aus der Fettsäure werden die Docosanoide synthetisiert, Gewebshormone, die entzündliche Prozesse im Gehirn und in den Nerven eindämmen. Bei rheumatischen Erkrankungen wie Arthritis, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und Hautkrankheiten wie Schuppenflechte hat es eine entzündungshemmende Wirkung: Es erhöht den Anteil an Eicosapentaensäure im Blut und reduziert so die Bildung der inflammatorisch wirkenden Arachidonsäure.

Wie vor kurzem festgestellt wurde, kann die mehrfach ungesättigte Fettsäure DHA sogar das Wachstum von Prostata-Krebszellen aufhalten. Patienten mit den entzündlichen chronischen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sollten täglich bis zu 5 g Omega-3-Fettsäuren zu sich nehmen. Eine ausreichende Menge Docosahexaensäure im Körper hält Gehirn und Nerven leistungsfähig: Die dort befindlichen Zellmembranen spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Demenz und Alzheimer und können bei schon vorhandener degenerativer Erkrankung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Indem DHA die Membranen elastisch hält, verringert es die Produktion von pathogener Amyloid-Beta, einem Stoff, der für die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques im Gehirn und für die Entstehung von oxidativem Stress verantwortlich ist. Wie Tierversuche zeigten, erhöht die Docosahexaensäure die Produktion des LR11 Proteins dramatisch, was die Bildung der Amyloid-Plaques hemmt.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte

DHA wird in der Leber hergestellt und kommt im Gehirn und vor allem in den Nervenzell-Membranen vor: Die im Gehirn vorhandenen Fettsäuren bestehen zu 97% aus DHA. Außerdem ist es in die Photorezeptoren der Retina (Netzhaut des Auges) integriert. An den dort vorkommenden Fettsäuren hat es einen Anteil von 93 Prozent. Außerdem wird Docosahexaensäure in großer Menge in den Milchdrüsen stillender Mütter gebildet.

Über die Muttermilch erhält der Säugling die für die Entwicklung von Gehirnfunktion, Nerven und Sehvermögen wichtige mehrfach ungesättigte Fettsäure. Seine Leber ist nämlich noch nicht imstande, den erhöhten Bedarf zu decken. Der weibliche Körper kann wegen seines höheren Östrogen Spiegels DHA besser aufbauen als der männliche. DHA, die dem Körper nicht in bio-verfügbarer Form (Fisch-Mahlzeit oder Fischöl/Krillöl-Kapseln) zur Verfügung steht, wird aus Alpha-Linolensäure hergestellt.

Zuerst wird die ebenfalls zur Aufrechterhaltung des Stoffwechsels wichtige Fettsäure EPA produziert. Dafür sind die Enzyme Delta 5- und Delta 6-Desaturase notwendig. Um sie in ausreichender Anzahl herstellen zu können, benötigt der Körper Vitamin B6, Kalzium, Biotin, Magnesium und Zink.

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Krankheiten & Störungen

Gesundheitsschädigend wirken sich Unter- und auch Überversorgung an Docosahexaensäure aus. Um einen DHA-Mangel zu verhindern, empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), täglich maximal 3 g EPA und DHA in Reinform (2 bis 3-mal wöchentlich mindestens 100 g Fisch oder die entsprechende Anzahl Fischöl-Kapseln täglich) zu sich zu nehmen.

Für eine optimale Versorgung kann der Fisch auch als Tiefkühlware oder Konserve konsumiert werden. Anwender, die vegan leben, benötigen täglich mindestens 1200 mg ALA-haltige Produkte. Da der durchschnittliche Europäer diese Mengen kaum jemals konsumiert, empfiehlt sich die Ernährungsergänzung mit Fischöl oder Algen-Öl-Kapseln (für Veganer). Letztere enthalten die entsprechende Dosis ALA.

Die EU Expertenkommission rät Schwangeren und Stillenden, ihren täglichen DHA Konsum um weitere 200 mg zu ergänzen. Es empfiehlt sich, Säuglingen während der ersten beiden Lebensjahre ebenfalls DHA Nahrungsergänzungsmittel zu verabreichen. Bei seiner DHA-Aufnahme sollte der Anwender jedoch auf das optimale Verhältnis zwischen Omega-6 zu Omega-3 Fettsäuren achten, denn ist zuviel Omega-6 im Körper vorhanden, wird weniger Omega-3/DHA produziert.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt ein Verhältnis von 5:1. Außerdem sollte er dabei die DHA Verstoffwechselung im Körper einschränkende Faktoren wie beispielsweise Stress, Mangel an Vitaminen und Spurenelementen, erhöhtes Lebensalter, Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Alkoholabhängigkeit, zu hoher Cholesterinspiegel, Virusinfektionen, Leberkrankheiten und chronische Fett-Verdauungsstörungen berücksichtigen. Symptome von DHA Mangel sind Zittern, Sehstörungen, Muskelschwäche, schlechte Wundheilung, verringerte Lernfähigkeit und bei Säuglingen Wachstums- und Sehstörungen. Eine starke Überversorgung mit Docosahexaensäure erhöht die Blutungsneigung, setzt die Reaktionsfähigkeit des Immunsystems herab und führt zur Erhöhung des LDL-Cholesterin-Werts.

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