Wachstum

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. März 2017
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Das Wachstum ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und die Zunahme der Körperlänge erfolgt kontinuierlich. Viele Faktoren spielen beim Wachsen eine Rolle. Eingeteilt werden kann das Wachstum in drei Phasen. Nicht immer wachsen die Menschen artgerecht, was die Folge von Vererbung und Krankheiten sein kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Wachstum?

Das Wachstum eines Menschen erfolgt zum größten Teil durch die Vermehrung von Körperzellen. Durch das Teilen der Zellen entstehen immer mehr dieser Zellen. Bis der Mensch ausgewachsen ist, wiederholt sich dieser Vorgang stetig.

Durchschnittlich wächst der Mensch bis zu seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr. Gesteuert wird das Wachstum vom menschlichen Wachstumshormon Somatotropin, das über die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) geleitet wird.

In der Nacht ist das Wachstum schneller, da in dieser Zeit die Konzentration des Wachstumshormons am höchsten ist. Kinder wachsen unterschiedlich schnell und es spielen einige Faktoren eine Rolle, die die Durchschnittsgröße bestimmen.

Funktion & Aufgabe

Bei der Geburt des Kindes macht der Kopf noch etwa ein Viertel der Körperlänge aus. Im Laufe des Wachstums ändert sich dies. Bei Kindern und Jugendlichen kann man drei Wachstumsphasen unterscheiden:

In der ersten Phase, die Zeit ab der Geburt bis zum dritten Lebensjahr, wachsen die Kinder am schnellsten. Während dieser Zeit können sie bis zu 45cm an Körpergröße dazugewinnen. Kontinuierlich nimmt die Wachstumsgeschwindigkeit ab.

Ab dem dritten Lebensjahr spricht man von der zweiten Phase des Wachsens. Diese dauert bis kurz vor dem Eintreten der Pubertät. In dieser Phase wachsen die Kinder zwischen fünf bis sechs Zentimeter pro Jahr.

In der dritten und letzten Wachstumsphase, die in der Pubertät beginnt, gewinnen die Menschen zwischen sieben bis neun Zentimeter an Körpergröße pro Jahr. Die Wachstumsgeschwindigkeit erreicht in dieser Wachstumsphase ihren Höhepunkt. Die Jugendlichen wachsen zwischen 17 und 24 Zentimeter, wobei Mädchen tendenziell etwas weniger wachsen als Jungen.

Das Wachstum ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und die Zunahme der Körperlänge erfolgt kontinuierlich.

Durchschnittlich wachsen Mädchen ein wenig schneller und sind anfangs größer als Jungen. Das gleicht sich aber im Laufe der Pubertät wieder aus. Mit dem Ende der Pubertät kommt zum Stillstand. Die Körpergröße des Erwachsenenalters ist erreicht.

Die Hormone spielen beim Wachstum die größte Rolle. Sie sind Botenstoffe und geben die Informationen zwischen den Zellen, dem Gewebe und der Organe im Körper weiter. Nur mit einem ausreichend vorhandenen Hormonspiegel des Hormons Somatotropin kann die volle Erwachsenengröße erreicht werden. Dieses Hormon reguliert fast alle Wachstumsprozesse, die wichtig sind. Es fördert außerdem die Umwandlung von Körperfett in Energie, die den Blutzucker regulieren, und das Immunsystem beeinflussen.

Nicht nur das Hormon Somatotropin spielt eine wichtige Rolle beim Wachstumsprozess. Auch Vererbung und die Lebensweise des Menschen sind entscheidend. Sind etwa die Eltern klein, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Kind ebenfalls keine übermäßige Körperlänge erreichen wird. Schon in der Zeit der Befruchtung ist somit ungefähr festgelegt, wie groß der Mensch werden wird.

Ebenfalls entscheidend ist, welcher Lebensweise der Mensch während des Wachstums nachgeht. Bei dauernder Unterernährung oder einer mangelhaften Zusammensetzung der Nahrung (das heißt, es werden zu wenige Eiweißstoffe oder Vitamine zu sich genommen) kann der Wachstumsvorgang deutlich beeinträchtigt werden.

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Krankheiten & Beschwerden

Lang dauernde Krankheiten oder Störungen in der Funktion unserer Drüsen können das Wachstum im Negativen beeinflussen. Stellt sich etwa ein Mangel des Wachstumshormons ein, leidet der Betroffenen unter Kleinwüchsigkeit.

Bei Kleinwüchsigkeit arbeitete der Vorderlappen der Hirnanhangdrüse nicht ausreichend und das Kind bleibt in der körperlichen Entwicklung zurück. Der gesamte Körper erweckt den Anschein eines unterentwickelten Menschen.

Wenn die Schilddrüse schon nach der Geburt nicht genügend Hormone ausschüttet, dann kann sich das nicht nur auf das Längenwachstum auswirken. Diese Kinder leiden unter der myxödematösen Kleinwüchsigkeit, wodurch auch die kognitiven Fähigkeiten beeinträchtigt werden können. Durch Zufuhr des Schilddrüsenhormons kann dieser Defekt zu einem großen Teil behoben werden.

Das Gegenteil zur Kleinwüchsigkeit ist der Hochwuchs. Hierbei arbeitet der Hypophysenvorderlappen während der Entwicklung zu schnell. Diese Besonderheit des Wachstums kann sich auch erst in den späteren Lebensjahren bemerkbar machen. In dieser Phase ist das Wachstum der Knochen schon abgeschlossen. Eine Längenzunahme der Knochen ist dann nicht möglich, dafür können die Knochen dann an den Enden größer werden und es entsteht eine Spitzenvergrößerung (Akromegalie). Bei diesem Krankheitsbild sind Finger und Hände, sowie Zehen und Füße, Nase, Lippen und Kinn vergrößert.

Größere Menschen kämpfen häufiger mit Rückenproblemen. Der Körper hat eine schwere Last zu tragen, dies äußert sich in Form von Rückenschmerzen. Aber auch kleine Menschen haben im Alltag zu kämpfen. Nicht nur, dass kleine Menschen durchschnittlich ihre Lebensqualität als geringer einstufen, sie leiden auch häufiger unter Depressionen, Angst und Unwohlsein.

Laut einer Studie nimmt mit der Größe die Zufriedenheit der Menschen zu. Die konkrete Ursache dafür ist jedoch weniger in der Biologie der Menschen zu suchen, als mehr in den gesellschaftlichen Wertvorstellungen, die eine gewisse Größe als attraktiv definiert.

In unserem Zeitalter ist es dank moderner medizinischer Fortschritte möglich, die zu erwartende Körpergröße zu bestimmen. Eine genaue Methode ist dabei die Bestimmung des Knochenalters. Durch diese Untersuchung kann ein Rückschluss auf das zu erwartende Wachstum gezogen werden.

Auch kann eine Wachstumskurve in einem Somatogramm erstellt werden. Der Körper entwickelt sich im gleichen Perzentil der Körperlänge, wodurch vorhergesagt werden kann, wie die zukünftige Entwicklung in etwa sein wird.

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