Zehen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. November 2016
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Die Zehen sind die Endabschnitte des Fußes. Im Normalfall hat jeder Fuß fünf Zehen. Sie unterstützen die Gehbewegung.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Zehen?

Sie sind die Endglieder des menschlichen Fußes. Der Begriff Zehe heißt im Lateinischen Digitus pedis was übersetzt „Finger des Fußes“ bedeutet. Ein Mensch besitzt im Regelfall zehn Zehen und damit fünf an jedem Fuß. Alle Zehen weisen Nägel auf.

Wie die Finger dienen die Zehen ebenfalls zur Beweglichkeit in der Bewegung. Sie erlauben feinmotorische Bewegungen, die gerade beim Gehen sehr wichtig zur Stabilisation sind. Es gibt unterschiedliche Fußformen, die sich bereits im Mutterleib während der ersten Wochen der Schwangerschaft ausbilden.

In den meisten Fällen ist der große Zeh der längste Zeh des Fußes. In diesem Fall spricht man von der ägyptischen Fußform, die mit ca. 44 Prozent am häufigsten vorkommt. Ist der zweite Zeh der längste, wird es als die griechische Form bezeichnet. Dies kommt in 36 Prozent der Fälle vor. Stehen die Fußzehen fast in einer Linie, handelt es sich um die römische Form, was statistisch gesehen etwa 20 Prozent der Fälle ausmacht.

Anatomie & Aufbau

Im Aufbau ähneln die Zehenknochen denen der Finger. Sie werden durchnummeriert und folgendermaßen bezeichnet: Der große Zeh wird Hallux oder Digitus pedis I genannt. Er befindet an beiden Füßen an der Innenseite des Fußes. Die anderen vier Zehen verteilen sich jeweils nach außen und werden mit den römischen Ziffern II bis V durchnummeriert. Der kleine Zeh nimmt hierbei die Ziffer V ein. Sein Beiname ist Digitus.

Wie auch der große Daumen besitzt der große Zeh lediglich zwei Zehenglieder. Diese werden als Phalangen bezeichnet. Die kleineren vier Zehen haben jeweils drei Zehenglieder. Diese werden in das Grundglied (Phalanx proximalis), das Mittelglied (Phalanx media) und das Endglied (Phalanx distalis) unterteilt. Die Grundglieder stehen über ein Gelenk mit dem Mittelfußknochen in Verbindung, was Zehengrundgelenk oder Metatarsophalangealgelenk genannt wird.

Zwischen den einzelnen Zehengliedern befinden sich außerdem jeweils noch ein Gelenk. Das mittlere zwischen Grundgelenk und Mittelglied heißt proximales Interphalangealgelenk und das zwischen Mittelglied und Endglied distales Interphalangealgelenk.

Die Zehenbeugemuskulatur besteht aus kurzen und langen Muskeln. Die langen Zehenbeugemuskeln sind mit dem Unterschenkel verbunden und werden daher als extrinsische Muskeln bezeichnet, da sie außerhalb des Fußes ihren Ursprung haben. Sie haben lange Sehnen, die sich hinter dem Innenknöchel zum Fuß und an der Fußsohle weiter zu den Zehen ziehen. Die kurzen Zehenbeugemuskeln gehören zu den intrinsischen Muskeln und liegen im Mittel- und Vorfuß.

Obwohl sie klein sind, müssen die Fußmuskeln hohe Lasten tragen. So tragen die Sehnen der langen Zehenbeuger während des Gehens zwischen 36 und 52 Prozent des Körpergewichts. Die Zehenbeuger koordinieren dabei die Verteilung der Last auf den Vorderfuß und die Fußsohle.

Funktion & Aufgaben

Die Zehen sorgen dafür, eine große Varietät an Bewegung zu ermöglichen. Ihre Flexibilität erlauben feinmotorische Fortbewegungen, die viele Sportarten erst erlaubt. Bewegen sich die Fußzehen zum Boden hin, wird das Flexion beziehungsweise Plantarflexion genannt. Werden die Zehen zum Fußrücken hin gestreckt, wird dies Extension oder Dorsalextension genannt. Bei einer Spreizung spricht man von einer Abduktion. Zieht man die Zehen anschließend zusammen, ist dies eine Adduktion.

Für die Stabilität beim Laufen und anderen Bewegungen ist vor allem der große Fußzeh von großer Bedeutung. Sie ist der Endpunkt der biomechanischen Bewegung und sorgt dafür, dass der Fuß eine Abrollbewegung machen kann, die den Stoß durch das Laufen abfedert. Jede Beschleunigung läuft zudem über diesen Körperteil, denn sein Abstoßen vom Untergrund bedeutet eine Umlenkung der Energie, die zu einer Erhöhung der Geschwindigkeit führt.

Das Zusammenspiel aus Muskeln, Sehnen und Gelenken ermöglicht komplexe Bewegungsabläufe, die ohne die Zehen und damit besonders den großen nicht denkbar sind. Dies gilt nicht nur für das Laufen, sondern auch für das Tanzen, Hüpfen und Tippeln.

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Krankheiten & Beschwerden

Beim regelmäßigen Tragen von zu engen Schuhen können nicht nur Blasen, sondern auch Hühneraugen entstehen. Aufgrund des Drucks kommt es zu einer Verhornung der Haut, die sich zu einem Hornzapfen entwickeln kann. Drückt dieser auf den Knochen, ist das äußerst schmerzhaft. Spezielle Pflaster oder salicylhaltige Lösungen können Abhilfe schaffen. Zudem empfiehlt es sich, anderes, also weiteres Schuhwerk zu tragen.

Beugt sich eine Zehe in Form einer Kralle dauerhaft, wird dies Hammerzeh genannt. Das Zehengrundgelenk wird hierbei überdehnt. Hauptsächlich durch falsches Schuhwerk wie High Heels verändert sich die Fußmuskulatur auf ungesunde Weise. Physiotherapie in Verbindung mit anderem Schuhwerk hilft meist schon. In schweren Fällen muss eine chirurgische Korrektur erfolgen.

Beim eingewachsenen Zehennagel bohrt sich der Rand des Nagels in die Nagelfalz. Dies passiert besonders häufig beim großen Zeh. Hervorgerufen wird sie durch zu enge Schuhe oder durch eine falsche Beschneidung der Fußnägel. Die Folge sind Schmerzen, die von einer Entzündung verursacht werden. Durch warme Fußbäder in Seifenlauge kann der Nagel aufweichen und die Entzündung abklingen.

Kommt es nicht zu einer Besserung, ist ein chirurgischer Eingriff nötig. Hierbei schneidet der Arzt nach einer örtlichen Betäubung ein Stück vom Nagel aus dem Zeh und säubert die Wunde. Um den Heilungsprozess voranzutreiben, darf der Fuß drei Tage nach der Operation nicht belastet werden.

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