Schulterarthrose (Omarthrose)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 27. September 2017
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Die Schulterarthrose kommt seltener vor als etwa eine Arthrose des Knies, doch ist sie ebenso schmerzhaft, und der Leidensdruck der Betroffenen ist groß. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Aber zahlreiche Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern, können den Patienten helfen. Letztes Mittel bei fortschreitender Erkrankung kann eine Operation sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schulterarthrose?

Die Arthrose der Schulter bezeichnet eine Veränderung des Schultergelenks, die durch Abnutzung entsteht. Zwischen dem Oberarm und der Schulterpfanne, die zusammen das Schultergelenk bilden, befindet sich ein Spalt, der mit Knorpelmasse gefüllt ist.

Dieser Knorpel hat die Aufgabe, den Druck abzufedern, der entsteht, wenn zwei Knochen an einem Gelenk aufeinandertreffen, und die Belastung gleichmäßig zu verteilen. Wird die Knorpelmasse durch Abnutzung weniger, reiben beide Gelenkteile zunehmend enger aufeinander. Diese Reibung verursacht weitere Abnutzung, Entzündungen und Schmerzen.

Ursachen

Da das Schultergelenk im Normalfall weniger belastet ist als beispielsweise das Hüft- oder Kniegelenk, die ständig das Gewicht des gesamten Körpers tragen und bewegen müssen, ist es seltener von Arthrose befallen als andere Gelenke.

Wenn die Erkrankung dennoch auftritt, kann das verschiedene Ursachen haben. Sehr oft ist Arthrose eine Erscheinung des fortschreitenden Alters und der damit verbundenen Abnutzung der Gelenke. Sie kann aber auch die Folge eines Unfalls sein, nach einem schlecht verheilten Bruch am Oberarm etwa, oder einer Erkrankung wie Rheuma, einer Durchblutungsstörung oder einer bakteriellen Entzündung.

Auch die familiäre Veranlagung kann eine Rolle spielen. Regelmäßige, einseitige Belastungen wie etwa beim Sport oder im Beruf können nach längerer Zeit ebenfalls zu einer Schulterarthrose führen. Davon können Handwerker ebenso betroffen sein wie Musiker oder Profisportler.

Typische & häufige Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung der gesunden Schulter under der Schulterarthrose im Vergleich. Klicken, um zu vergrößern.

Bei einer Arthrose der Schulter reiben Oberarm und Schulterpfanne gegeneinander, ohne dass sie von dem im Gelenk liegenden Knorpel ausreichend geschützt werden. Die Folge davon sind Schmerzen durch die mechanische Reibung, später können durch den fehlenden Druckausgleich auch Entzündungen entstehen.

Zunächst empfindet der Patient die Bewegung von Arm, Schulter oder auch Kopf als schmerzhaft. Oftmals wird dann eine Schonhaltung eingenommen, die zu einer Fehlhaltung und falschen Belastung anderer Muskeln und Gelenke führt und weitere Schmerzen zur Folge hat. Die Beweglichkeit des Schultergelenks wird im fortschreitenden Verlauf der Krankheit stark eingeschränkt, schließlich empfindet der Betroffene auch in Ruhehaltung oder im Schlaf Schmerzen.

Das Gelenk kann seine Beweglichkeit völlig verlieren und versteifen. Tägliche Verrichtungen wie das Anziehen können so enorm erschwert werden. Für die Diagnose ist in einem ersten Gespräch eine genaue Darstellung der Symptome und Beschwerden sinnvoll. Bei einer körperlichen Untersuchung kann die Beweglichkeit des Gelenks überprüft werden.

Endgültig bestätigen eine Ultraschalluntersuchung, eine Röntgenaufnahme und eine Magnetresonanztomographie (MRT), ob tatsächlich eine Schulterarthrose vorliegt und in welchem Maß der Verschleiß an Knochen und Knorpel bereits vorangeschritten ist. Besteht der Verdacht, dass eine bakterielle oder rheumatische Erkrankung die Ursache sind, ist eine Punktion des Gelenks angebracht.

Bei einer Schulterarthrose muss der Betroffene mit Komplikationen rechnen. Dazu zählen in erster Linie Gelenkentzündungen. Bei Medizinern ist dann von einer aktivierten Arthrose die Rede. Sie tritt durch verstärkte Schmerzen und das Anschwellen des Schultergelenks in Erscheinung.

Komplikationen

Komplikationen, die sich aufgrund einer Omarthrose ergeben, wirken sich oftmals auf das alltägliche Leben der Patienten aus. So leiden sie häufig unter Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit sowie stechenden Schmerzen. Infolgedessen kann die betroffene Person ganz normale Dinge des Alltags nicht mehr ungehindert durchführen. Finden zudem zusätzliche Belastungen des Schultergelenks statt, drohen im weiteren Verlauf Knochenschädigungen. So besteht das Risiko, dass der Knochen aufgrund der intensiven Reibung absplittert und es zu seiner dauerhaften Beeinträchtigung kommt.

Wie oft sich Komplikationen bei einer Schulterarthrose zeigen und in welchem Ausmaß sie auftreten, fällt von Mensch zu Mensch unterschiedlich aus. So sind schmerzfreie Zeiträume von einigen Monaten ebenso möglich wie ein schnell voranschreitender Ablauf der Erkrankung. Um gravierende Folgeerscheinungen zu vermeiden, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, um eine frühzeitige Behandlung zu beginnen. Mitunter kann auch ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.

Eine seltene Folgeerscheinung der Operation stellt die Bildung einer Entzündung dar, die wiederum einen Abszess hervorruft. Dabei sammelt sich in einem kleinen Hohlraum Eiter an. Durch diesen Hohlraum entsteht wiederum Druck auf das benachbarte Gewebe. In einigen Fällen dringt der Eiter bis in die Blutbahn vor, sodass das Risiko einer Blutvergiftung (Sepsis) besteht.

Behandlung & Therapie

Eine Schulterarthrose ist nicht heilbar. Akute Beschwerden können durch die Injektion von Schmerzmitteln und Kortison verringert werden, auch Kältebehandlungen werden als lindernd empfunden.

Wenn Entzündungen in den beanspruchten Gelenkpartien durch Medikamente abgeheilt sind und eine weitgehende Schmerzfreiheit des Patienten hergestellt wurde, ist eine Physiotherapie möglich. Durch gezielte Übungen können Fehlhaltungen korrigiert sowie Muskeln und Sehnen gestärkt werden, um das Skelett bestmöglich zu entlasten. Röntgenreizbestrahlung, Mikrowellenbestrahlung und Ultraschall können das Fortschreiten der Arthrose verlangsamen.

Im späteren Stadium kann durch eine Arthroskopie das Schultergelenk gereinigt und im Zuge dieses Eingriffs unter Umständen der Schulterdachschleimbeutel entfernt werden. Ist das Gelenk in keinem erhaltenswerten Zustand mehr, ist möglicherweise das Einsetzen einer Prothese ratsam. Der Arzt entscheidet zusammen mit dem Patienten in jedem Einzelfall, welche Art des künstlichen Gelenks am sinnvollsten ist. Das hängt im Wesentlichen vom Grad der Schädigung des Schultergelenks ab.

Der Eingriff erfolgt in der Regel unter Vollnarkose und erfordert eine mehrwöchige Rehabilitationsphase. Nach etwa drei Monaten ist eine erste alltägliche Belastung der Schulter wieder möglich. Eine solche Prothese hält durchschnittlich etwa zehn Jahre.

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Vorbeugung

Einer Schulterarthrose lässt sich wie jeder anderen Arthrose gut durch Sport vorbeugen. Dabei sind vor allem Dehnungs- und Aufwärmübungen wichtig. Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren, die gleichmäßige Abläufe erfordern und verschiedene Bereiche der Muskulatur miteinbeziehen, sind sehr gut geeignet.

Einseitige Belastungen sollten vermieden werden. Bewegung fördert generell die Durchblutung des Knorpels und damit dessen Lebensdauer. Eine kräftige Muskulatur stützt außerdem das Skelett und trägt dazu bei, die Knochen zu entlasten. Eine gesunde Ernährung und ein normales Gewicht sind ebenfalls wichtig, um die Gelenke gesund zu halten.

Bücher über Arthrose

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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