Arthroskopie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. September 2017
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Es gibt eine Reihe von Erkrankungen der Gelenke, die es erforderlich machen, sie von innen genaustens zu begutachten. Die moderne Arthroskopie oder Gelenkspiegelung ermöglicht genau dies, ohne dass es großer Operationen bedarf, wie es vor ihrer Erfindung noch notwendig war.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Arthroskopie?

Bei der Arthroskopie handelt es sich um eine sogenannte minimal invasive Operation. Gemeint ist damit eine medizinische Maßnahme, bei der in den lebenden Körper eingedrungen wird, allerdings nicht in dem Ausmaße, wie es bei einer gewöhnlichen Operation der Fall ist.

Vielmehr wird durch eine nur wenige Millimeter große Einschnittöffnung ein spezielles Instrument in den Körper eingeführt. Ziel der Arthroskopie ist, wie es ihr aus dem Griechischen stammender Name schon andeutet, den genauen Zustand eines Gelenkes von innen zu betrachten.

Schematische Darstellung einer Arthroskopie des Schultergelenks. Klicken, um zu vergrößern.

"Arthros" bedeutet aus dem Griechischen übersetzt "Gelenk"; "skopien" lässt sich mit "Schauen" oder "Begutachten" übersetzen. Das Betrachten oder eben Begutachten des Gelenkes erfolgt bei der Arthroskopie mittels eines Endoskops.

Hierbei handelt es sich um ein medizinisches Instrument, das rein optisch einem Schlauch ähnelt. Das Besondere an diesem "Schlauch" ist, dass am oberen Ende eine hochauflösende Kamera installiert ist, die die optischen Daten an einen Monitor sendet, an den der behandelnde Arzt der Verlauf der Arthroskopie verfolgen kann und den Zustand des Gelenkes beurteilen kann.

Ferner sind weitere Instrumente angebracht, wie beispielsweise Häkchen sowie Schneidewerkzeug, um das Gelenk noch während der Arthroskopie therapeutisch behandeln zu können, soweit dies erforderlich sein sollte. Die Geschichte der Arthroskopie geht auf den Schweizer Chirurgen Eugen Bircher zurück, der diese Vorgehensweise Anfang des 20. Jahrhunderts als Erster praktiziert und bis in die heutige Zeit etabliert hat.

Funktion, Wirkung & Ziele

Ehe die Arthroskopie beginnen kann, muss das zu untersuchende Gelenk mit einer Flüssigkeit, seltener mit einem Gas aufgefüllt werden. Während Bircher damals noch Stickstoff nutze, gilt heute als goldener Standard die Natriumchloridlösung oder die Ringerlösung.

Seltener, beispielsweise bei zu befürchtenden allergischen Reaktionen des Patienten, wird auf Kohlenstoffdioxid ausgewichen. Die gewählte Lösung wird dann durch eine Spritze in das Gelenk eingespritzt. Anschließend wird die Blutzufuhr des Körperbereichs, in dem sich das Gelenk befindet, mittels Manschetten unterbrochen. Soweit der Patient dies wünscht, kann die Arthroskopie unter Vollnarkose erfolgen; andernfalls, was auch eher dem Standard entspricht, wird lediglich die betroffene Stelle betäubt.

Soweit die Betäubung zu wirken beginnt, erfolgt die eigentliche Operation, indem eine etwa fünf Millimeter kleine Einschnittstelle geschnitten wird. Über diese Einschnittstelle wird das Endoskop eingeführt. Hinsichtlich des Zwecks, wozu die Arthroskopie überhaupt dienen soll, werden die diagnostische und die therapeutische Arthroskopie unterschieden. Bei der diagnostischen Arthroskopie beschränkt sich der Arzt darauf, den Zustand des Gelenks zu begutachten und seine Funktionsfähigkeit zu prüfen.

Hierzu bedient er sich beispielsweise der am Endoskop angebrachten Häkchen, um die Reißstabilität der Kreuzbänder zu prüfen. Die therapeutische Arthroskopie geht weiter und führt chirurgische Maßnahmen durch. Um am Beispiel des Knies zu bleiben, können mittels der am Endoskop angebrachten Instrumente Verhornungen abgetragen werden oder beim Kreuzbandriss die Bänder durch neue ersetzt werden.

Nach erfolgreicher Arthroskopie ist es für den Patienten unverzichtbar, an einer Krankengymnastik teilzunehmen. Dadurch soll - gerade bei der therapeutischen Arthroskopie – die Funktionsfähigkeit der Gelenke und eventuell neu eingesetzten Bänder nach der Arthroskopie ärztlich überprüft und geübt werden.

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Risiken & Gefahren

An der Arthroskopie wird aber auch Kritik ausgeübt. Beispielsweise wird vor allem der diagnostischen Arthroskopie vorgeworfen, obsolet zu sein.

Spätestens seit der Einführung der Computertomografie ist sie überflüssig geworden. Ferner wurden, wie bei allen anderen Operationen auch, Beobachtungen gemacht, dass das Risiko, an einer Thrombose zu erleiden, durch eine Arthroskopie erhöht wird. Auch Wundheilstörungen wurden als Folge einer Arthroskopie registriert.

Trotz der Kritik handelt es sich insbesondere bei der therapeutischen Arthroskopie um eine besonders schonende Maßnahme, bestehende Erkrankungen zu behandeln. Denn dieselben Kritikpunkte, die der Arthroskopie vorgeworfen werden, gelten auch bei klassischen Operationen - und zwar in noch höheren Maßen.

Bücher über Arthroskopie

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

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