Kniegelenksarthrose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Kniegelenksarthrose

Kniegelenksarthrose oder Gonarthrose ist die in Deutschland am häufigsten auftretende Form der Arthrose. Diese chronische Krankheit gehört zum so genannten rheumatischen Formenkreis. Ihre Symptome, der Krankheitsverlauf sowie Möglichkeiten der Prophylaxe und der Therapie sollen nachfolgend betrachtet werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kniegelenksarthrose?

Unter Arthrose wird im Allgemeinen ein Verschleiß der Gelenke verstanden, der signifikant stärker ist als ein dem jeweiligen Alter entsprechendes Maß. Diese degenerative Abnutzung ist schulmedizinisch therapierbar, gilt schlussendlich jedoch als nicht heilbar.

Bei Kniegelenksarthrose – auch als Gonarthrose bezeichnet – ist zumindest eine von drei knorpeligen Gelenkflächen des Kniegelenkes in Mitleidenschaft gezogen. Dabei wird der Gelenkknorpel rau und büßt seine Elastizität ein, so dass das Gelenk zunehmend in seiner Funktion eingeschränkt ist und an Beweglichkeit verliert.

Ist das Kniescheibengelenk betroffen, liegt eine Retropatellararthrose vor. Von medialer Gonarthrose spricht man in Bezug auf die inneren beziehungsweise medialen Teile des Femorotibialgelenks. Und Kniegelenksarthrose im äußeren Femorotibialgelenk heißt laterale Gonarthrose.

Ursachen

Über ursächliche Auslöser von Kniegelenksarthrose und infolgedessen über angezeigte Therapiemöglichkeiten herrscht Uneinigkeit. Alternative Therapeuten betrachten Arthrose als eine Zivilisationskrankheit, die weniger mit Abnutzung zu charakterisieren ist und durch Belastung und Abnutzung verursacht wird, als dass sie vielmehr von bewegungsarmen Lebensweise und falscher Ernährungsweise herrührt.

Der allgemein hohe Stellenwert einer geeigneten Ernährung hinsichtlich Kniegelenksarthrose ist jedoch in beiden Lagern unstrittig. Für die Schulmedizin gelten Gelenkdysplasie, Fehlbelastung oder Überlastung, zum Beispiel durch erhöhtes Körpergewicht, sowie Entzündungsreaktionen (sekundäre Arthrose) als klassische Krankheitsauslöser von Kniegelenksarthrose. Die sekundäre Arthrose wird auch Osteoarthritis genannt, die belastungsinduzierte primäre Arthrose hingegen Osteoarthrose.

Auch Medikamente, namentlich Antibiotika, können Kniegelenksarthrose mit verursachen, wenn sie den hyalinen Gelenkknorpel schädigen. Arthrose kann prinzipiell nach ihrer Verursachung eingeteilt werden: Lagert sich vermehrt Homogentisinsäure im Gelenk ab (Arthrosis alcaptonurica), liegt ein mechanischer Einfluss von Harnsäure vor (Arthrosis urica), oder kommt es zu regelmäßigen Blutungen (hämophilen Arthrose).

Typische Symptome & Anzeichen

Schematische Darstellung Unterschied zwischen gesundem Gelenk, Arthritis und Arthrose. Klicken, um zu vergrößern.

Diagnose & Verlauf

Den Krankheitsverlauf kennzeichnen in jedem Fall die fortschreitende Beschädigung sowie der Abbau des Kniegelenkknorpels. Anfangs ist er rissig und rau, dann vermindert elastisch. Auch die Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere) wird nicht mehr im normalen Umfang produziert. Schließlich schrumpft die Knorpelschicht zwischen den Knochen. Im Knochen am Knorpel kann es zu Sklerosierung sowie Knochenwülsten kommen.

Kniegelenksarthrose schreitet in der Regel langsam voran. Wenn Oberschenkelknochen und Schienbein ab dem letzten Stadium schmerzhaft direkt aufeinander reiben, kann das Kniegelenk langfristig versteifen. Sogar der Verlust des Kniegelenks ist möglich. Kniegelenksarthrose ist eine sich selbst verstärkende Krankheit:

Schmerzen und Funktionsverlust ziehen Kompensationen durch unseren Bewegungsapparat, Muskelverspannungen und neuerliche Fehlhaltungen nach sich, gefolgt von weiteren Gelenkdeformationen und zunehmenden Beschwerden, die schließlich auch im Ruhezustand auftreten. Muskeln verhärten, verkürzen sich und verkümmern. Es kommt zu Entzündungen. Da Knorpelgewebe nicht direkt durchblutet wird, regeneriert es nur sehr langsam.

Komplikationen

Durch die Kniegelenksarthrose leiden die meisten Patienten in der Regel an starken Schmerzen. Diese können dabei an den Gelenken und an den Gliedern auftreten. Damit kommt es zu starken Bewegungseinschränkungen und weiteren Einschränkungen im Alltag. Gegebenenfalls ist auch die Ausführung einer beruflichen Tätigkeit nicht mehr wie gewohnt möglich.

Ebenfalls können die betroffenen Regionen des Körpers angeschwollen sein und es können sich Blutergüsse ausbilden. Häufig schmerzen auch die Knie, was zu einer ungesunden Schonhaltung führt. Die Lebensqualität des Patienten wird durch die Kniegelenksarthrose deutlich verringert. In der Regel kommt es dabei nicht zu einer spontanen Heilung, sodass auf jeden Fall eine Behandlung durch einen Arzt notwendig ist.

Die Behandlung der Kniegelenksarthrose führt nicht zu weiteren Komplikationen. Mit Hilfe von Schmerzmitteln oder verschiedenen Therapien können die Schmerzen und Beschwerden relativ gut eingeschränkt werden. Ebenso kann sich ein gesunder Lebensstil sehr positiv auf das Leben und den Alltag des Betroffenen auswirken. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Kniegelenksarthrose in der Regel nicht verringert. In einigen Fällen können allerdings auch operative Eingriffe oder Prothesen notwendig sein.

Behandlung & Therapie

Osteopathie im Rahmen einer Kniegelenksarthrose. Klicken, um zu vergrößern.

Die Kniegelenkarthrose mag Teil des normalen Alterungsprozesses sein – schmerzt das Kniegelenk bei leichter Belastung, zum Beispiel Hinabsteigen von Treppen, können dies erste Krankheitssymptome sein. Nach der Diagnose stehen im Wesentlichen drei Therapiemöglichkeiten offen: Bei konservativer Behandlung liegt das Augenmerk darauf, die Symptome der Kniegelenksarthrose zu mindern sowie den Krankheitsverlauf zu verlangsamen. Das heißt Gabe von Schmerzmitteln oder Entzündungshemmern, beispielsweise kann Cortison die Reizung vermindern.

Auch das Injizieren von Hyaluronsäure kann mittels verbesserter Gelenkschmierung zur Linderung beitragen. Ohne Beschwerden verbessert sich zwar nicht der Zustand der Kniegelenksknorpel, jedoch arbeiten Bänder und Muskeln unverkrampft. Zur Stärkung der Muskulatur, vor allem der Streckmuskulatur im Oberschenkel, sind Krankengymnastik, adäquates Training, auch Reizstrom sowie elektrische Muskelstimulation hilfreich. Regelmäßige Bewegung begünstigt die natürliche Stabilisierung des Kniegelenks, denn es regt den Stoffwechsel an, fördert die Nährstoffversorgung und gleichzeitig den Abtransport von schädlichen Schlackestoffen.

Mit dem Fokus auf einen gesunden Stoffwechsel beschäftigen sich hauptsächlich alternative Therapeuten. In ihren Augen gilt es, säurelastige Nahrungsmittel wie Fleisch, Wurst, Eier zu meiden, ebenso Fertignahrung und Kochkost. Der Anteil von Rohkost, frischem Obst und Gemüse ist zu erhöhen. Wichtig zum Aufbau beziehungsweise zur Regeneration der Knochen- und Knorpelsubstanz sind Vitalstoffe, etwa Kalzium, Magnesium, Vitamin C und Vitamin D. Gewichtskontrolle, mehr Bewegung sowie Ernährungsumstellung stoppen Überlastung und Verschlackung, beeinflussen den Stoffwechsel positiv. Heilfasten hilft Arthrose-Patienten nachweislich.

Der dritte und letzte Behandlungsweg besteht in der arthroskopischen Therapie. Bei operativen Eingriffen können Bänder regeneriert, Knorpel geglättet, die Beinachse korrigiert sowie die Kniescheibe umgelagert werden. Nach dieser gelenkerhaltenen Operation des noch nicht restlos zerstörten Knies bleibt nur der Gelenkersatz: Knieprothese oder Teilprothesen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Ein gesunder Lebenswandel mit moderater, regelmäßiger Bewegung und vitalstoffreicher, maßvoller Ernährung stellt dementsprechend die beste Vorbeugung gegen Kniegelenksarthrose dar. Insbesondere sanfte Bewegungsabläufe wie beim Schwimmen, Radfahren, Wandern oder Wassergymnastik begünstigen unproblematisch die natürliche Gesunderhaltung des Knies: kräftige Muskulatur, gut versorgte und geschmierte Kniegelenke.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Kniegelenksarthrose helfen vor allem eine gesunde Ernährung und konsequente Bewegung. Wer regelmäßig Sport treibt, reduziert die Beschwerden und zögert den Einbau eines künstlichen Kniegelenks hinaus. Bewährt haben sich vor allem Triggerpunkt-Akupressur und Dehnübungen. In Verbindung mit sanften Sportarten wie Schwimmen kann das Gelenk relativ risikofrei wieder beweglich gemacht werden.

Auch eine konsequente Diät hilft vielen Arthrose-Patienten. Zum einen sorgt eine gesunde und ausgewogene Ernährung für eine Gewichtsreduktion und damit auch für eine Entlastung der Kniegelenke. Zum anderen reduzieren bestimmte Lebensmittel die Beschwerden, während andere sie verstärken. Vermieden werden sollten etwa säurelastige Nahrungsmittel wie Fleisch, Wurst und Eier sowie Fertignahrung. Ein geeigneter Ernährungsplan wird am besten mit einem Ernährungsmediziner erarbeitet. Daneben wirken warme Moorbäder entzündungshemmend, lockern verkrampfte Muskeln und fördern den Stoffwechsel.

Weitere Naturheilmittel, die bei einer Kniegelenksarthrose helfen, sind z.B. Gewürzmischungen, Blutegel der Weihrauchkapseln. Gegen den Gelenkverschleiß helfen auch Wannenbäder mit Heilkräutern wie Kamille oder Melisse. In Rücksprache mit dem Arzt kann außerdem ein Heilfasten durchgeführt werden. Generell sollten sämtliche Maßnahmen zuvor mit einem Mediziner abgesprochen werden, damit später keine unerwünschten Komplikationen auftreten.

Bücher über Arthrose

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: